
Hier hat sich jemand mal genauer bei Modern Family umgesehen und versucht, einen Schuss Arrested Development mit reinzubringen. Das Ziel scheint hoch gesteckt, aber die neue Sitcom Life in Pieces hat vor allem eins zu bieten: einen starken Cast.
Worum es geht
In der Comedyserie Life in Pieces lernen wir die Shorts kennen, eine Familie mit drei erwachsenen Kindern, die zum Teil schon eigene Familien gegründet haben. In der Pilotepisode begleiten wir sie in vier kleinen Segmenten durch den Alltag, in den ersten drei werden uns die drei Geschwister vorgestellt, im letzten Teil finden sich alle auf Einladung der Eltern an einem Ort ein.
Unter dem Titel „First Date“ lernen wir einen der Söhne kennen, Matt (Thomas Sadoski, The Newsroom), der nach einem offenbar gut gelaufenen Date einen Platz sucht, um Colleen (Angelique Cabral, Enlisted) etwas näherzukommen. Doch in ihrer Wohnung wartet der Exverlobte Chad (Jordan Peele, Key & Peele) mit seinem Pudel. Auch bei Matt sieht es nicht viel besser aus, denn Colleen muss erkennen, dass er bei seinen Eltern Joan (Dianne Wiest, Law & Order) und John (James Brolin) lebt.
Trotz dieser Horrorerlebnisse ist der Funke zwischen den beiden noch nicht verflogen und sie finden kurz im Auto ein bisschen Privatsphäre, natürlich nur, bis die Polizei ins Auto leuchtet in der Annahme, dass hier dem horizontalen Gewerbe nachgegangen werde.
Die zweite Story, unter dem Titel „The Delivery“, handelt von der Geburt des ersten Kindes des zweiten Sohnes Greg (Colin Hanks, Fargo) und seiner Frau Jen (Zoe Lister-Jones, New Girl, Whitney). Die beiden haben die elterliche Seite in sich noch nicht ganz entdeckt und das führt zu jeder Menge unterhaltsamer Szenen, wie zum Beispiel der, als sie im Auto überwältigt weinen, weil sie nicht glauben können, dass das Krankenhaus ein Baby alleine lässt mit Menschen wie ihnen beiden.
Die Eltern in der dritten Story, Short-Tochter Heather (Betsy Brandt; Breaking Bad, The Michael J. Fox Show) und ihr Ehemann Tim (Dan Bakkedahl; Veep, Legit), sind da schon weiter, gerade begleiten sie ihren Sohn Tyler (Niall Cunningham) auf seinen ersten Besuch am College, während die eine Tochter der anderen steckt, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
Der Collegeausflug gibt Heather die Gelegenheit, sich als bemutternde Glucke in Stellung zu bringen, während Tim den Ehemann geben kann, der erst spricht und dann denkt. Das führt dann auch zu dem abrupten Ende eines kleinen romantischen Ausflugs zur Eismaschine, als Tim infrage stellt, ob Heather noch jung genug sei, um schwanger zu werden.
Das letzte Segment führt uns auf den 70. Geburtstag von Patriarch John, der sich zu einer Mottoparty im Beerdigungsstil entschieden hat, weil er gerne die emotionalen Nachrufe seiner Liebsten zu Lebzeiten genießen will. Da lernen wir, dass Greg der kleine Sonnenschein seiner Eltern ist, der nichts falsch machen kann, während Matt das schwarze Schaf ist.
Wie passt es zusammen?
Die Life in Pieces-Macher schrecken nicht vor Sitcomklischees zurück. Ob es der Rentner ist, der nicht mit der Fernbedienung umgehen kann, der Polizist, der ins Auto der Liebenden leuchtet oder die Mutter, die dem Sohn beim Collegebesuch mit Spucke durchs Gesicht wischt - die Pilotepisode holt einmal richtig aus. Und doch entwickelt die Serie in hoher Geschwindigkeit eine charmante Einzigartigkeit und das liegt an einer Mischung aus immer wieder guten Witzen zwischen vielen mittelmäßigen Gags und einem sehr starken Cast.
Selbst die Gastauftritte sind gut besetzt, so hinterlässt Jordan Peele als Exverlobter von Matts neuer Freundin Colleen einen bleibenden Eindruck, als er die Hochzeit als „half on“ bezeichnet und wie er seinen Kontrahenten „gangsterstyle“ zu bedrohen versucht.
Auch das Zusammentreffen der Familie bleibt amüsant, auch wenn man die überemotionale Zusammenfassung des Vaters, was im Leben wirklich wichtig ist, in den kommden Episoden sparsam einsetzen sollte.
Fazit
Die Pilotepisode der Single-Kamera-Sitcom Life in Pieces setzt überraschend stark ein, besonders der Cast bezaubert so sehr, dass man sie gerne schnell wiedersehen will. Das ist besonders bezeichnend, weil dabei nicht einmal die zahlreichen Klischees besonders negativ ins Gewicht fallen.
Promo zur US-Serie „Life in Pieces“: