Leverage 4x18

Leverage 4x18

Nachdem sein Vater ermordet wurde, ist Nate im Staffelfinale von Leverage auf Rache aus. Doch der Plan ist schwierig umzusetzen, da sein Gegner bestens mit ihm und seinem Team vertraut ist. Also müssen Ersatzspieler her!

Tut er's oder tut er's nicht? Nate (Timothy Hutton) legt auf Victor Dubenech (Saul Rubinek) an. / (c) TNT
Tut er's oder tut er's nicht? Nate (Timothy Hutton) legt auf Victor Dubenech (Saul Rubinek) an. / (c) TNT

Nate (Timothy Hutton) will sich an Victor Dubenech (Saul Rubinek, Warehouse 13) rächen, nachdem dieser in der vergangenen Folge (The Radio Job) für den Tod von Nates Vater verantwortlich gewesen ist. Die einzige Schwierigkeit: Was kann man noch jemandem antun, der bereits im Gefängnis sitzt? Dieses Problem löst sich dankenswerterweise durch das Eingreifen von Latimer (Leon Rippy), der seinen Freund mit Hilfe eines geschmierten Gouverneurs vorzeitig aus dem Knast herausholt.

Die beiden Männer sind hochgradig alarmiert, weil Nate und sein Team dem Anschlag entkommen sind - und nun hinter ihnen her sind. Dabei haben sie - im Gegensatz zu den gewöhnlichen Zielen des Leverage-Teams - natürlich den Vorteil, dass sie ganz genau wissen, wie Nate und seine Freunde aussehen. Und wie sie vorgehen. Als ein erster Versuch, an Latimer heranzukommen scheitert, wird Nate klar, dass sie für diesen Job Hilfe brauchen. Dabei muss es sich um Leute handeln, von denen Dubenech und Latimer niemals annehmen würden, dass sie mit dem Leverage-Team zusammenarbeiten...

The Last Dam Job, Leverage lebt von dem Duell zwischen Nate und Dubenech. Beide Männer sind auf Rache aus: Dubenech, weil Nate ihm alles genommen hat, was für ihn eine Bedeutung hatte - sein Geschäft, seinen Besitz und seinen Ruf -, Nate, weil Dubenech seinen Vater getötet hat. Was die Folge so spannend und unterhaltsam macht, ist dabei vor allem die Tatsache, dass Dubenech ganz genau weiß, wie Nate denkt. Er erkennt umgehend, dass Nate sich bei seinem Plan, Latimer zu Fall zu bringen, genau an das Skript hält, welches Dubenech ihm versehentlich selbst vorgegeben hat. Doch das nützt ihm nichts, weil Nate immer schon einen Schritt weiterdenkt. Er weiß, dass Dubenech weiß - und versteht es deshalb, seinen Plan entsprechend zu modifizieren.

Während Dubenech bisher Latimer als eine Art Proxy benutzt hat, greift Nate nun ebenfalls zu „Ersatzspielern“, welche anstelle des Leverage-Teams agieren. Für die Zuschauer bedeutet das ein ausgesprochen vergnügliches Wiedersehen mit Hardisons (Aldis Hodge) Erzrivalen Chaos (Wil Wheaton), mit Parkers (Beth Riesgraf) Mentor Archie (Richard Chamberlain) und mit Eliots (Christian Kane) Sparringspartner Quinn (Clayne Crawford). Darüber hinaus taucht auch Nates Ex-Frau Maggie (Kari Matchett) wieder auf, welche - sehr zu Nates Unbehagen - mittlerweile recht gut mit Sophie (Gina Bellman) befreundet zu sein scheint.

Spaßig ist das Zusammentreffen mit den Wiedergängern natürlich vor allem durch die Momente der Selbsterkenntnis, welche sie bei den Leverage-Teammitgliedern auslösen. So erkennt Hardison während seiner Arbeit mit Chaos: „Wow, this must be how Eliot feels...“ Die beiden haben gemeinsam auch den wohl witzigsten Dialog der Folge: „I want my usual fee plus expenses - and Parker dressing up as Starbuck from Battlestar Galactica.“ / „Hey, that's not happening!“ / „I'll accept Sophie as Counselor Troi. We'll negotiate on the flight...“ / „That's so wrong on so many levels...

In emotionaler Hinsicht war natürlich vor allem die Frage spannend, wie Nate mit dem Tod seines Vater umgehen würde. Tatsächlich sieht es lange Zeit so aus, als wäre er darauf aus, Dubenech zu töten. Weder Sophie noch Eliot scheinen ihn mit ihren Interventionen von dem Vorhaben abbringen zu können. Den Zuschauer bringt das in eine ziemliche Zwickmühle: Einerseits will man nicht, dass Nate seinem Rachedurst nachgibt. Er soll im Lager der Guten bleiben - und es ist völlig klar, dass ein Rachemord, da hat Eliot absolut Recht, ihn verändern würde. Nate als Mörder, das darf nicht passieren. Andererseits ist auch klar, dass das Gefängnis für Dubenech keine Lösung mehr ist. Schließlich war es das Gefängnis, aus dem heraus er überhaupt erst sich mit Latimer verschworen hat.

Die Autoren lösen dieses Dilemma dadurch auf, dass sich Dubenech und Latimer am Ende beim Kampf um Nates Pistole (welche ursprünglich seinem Vater gehörte) gegenseitig ins Jenseits befördern. Das hat durchaus etwas von poetischer Gerechtigkeit, wenngleich der Konflikt, den Nate ihnen einzureden versucht, ein bisschen gezwungen wirkt. Warum sollten sie nicht die Waffe nehmen und auf Nate anlegen? Das ist der einzige nennenswerte Kritikpunkt an The Last Dam Job. Vielleicht wäre es - bei einer etwas anderen Abfolge der Szenen - besser gewesen, wenn Nate Dubenech zwar verschont, aber an seiner Stelle Eliot die Tat begangen hätte. Das wäre eine glaubwürdigere, aber für Leverage-Verhältnisse dann möglicherweise doch zu dunkle Handlungsvariante gewesen.

Was an der Schlussszene auf jeden Fall sehr zu Herzen geht, ist die Tatsache, dass Nates Sinneswandel in dem Augenblick einsetzt, als er seines Teams gewahr wird. Ein Rachemord - das wäre der Weg seines Vaters gewesen. Aber es ist nicht seiner. Seine Zukunft liegt in seinem Team, in der Arbeit, die sie gemeinsam tun - und in den Armen von Sophie. Einen schöneren und optimistischeren Schluss hätte die Staffel kaum finden können!

Fazit

Da und dort hatte die vierte Staffel von Leverage sicherlich ihre Schwächen. Alles in allem hat sie jedoch sehr gut unterhalten - und ist mit einem großen Finale gegen einen mehr als würdigen Gegner zu Ende gegangen. Staffel 5, Du kannst kommen!

Verfasser: Christian Junklewitz am Donnerstag, 19. Januar 2012
Episode
Staffel 4, Episode 18
(Leverage 4x18)
Deutscher Titel der Episode
Gemeinsame Sache
Titel der Episode im Original
The Last Dam Job
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 15. Januar 2012 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 11. Februar 2013
Autor
John Rogers
Regisseur
Dean Devlin

Schauspieler in der Episode Leverage 4x18

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