Leverage 4x17

Nate (Timothy Hutton) hatte es abgelehnt, für Latimer (Leon Rippy) einen Job zu übernehmen. Doch Latimer ist niemand, zu dem man so einfach nein sagt. Er hat sich kurzerhand als Ersatz jemanden beschafft, den Nate nur allzu gut kennt. Und von dem Latimer sich sicher sein kann, dass Nate ihm zu Hilfe eilen wird: seinen Vater Jimmy (Tom Skerritt). Dieser soll für Latimer aus dem Bundespatentamt eine 20 Jahre alte Patentanmeldung stehlen. Wegen des High-Tech-Sicherheitssystems kommt der Gauner-Senior über das Wochenende aber nicht mehr aus der Behörde heraus.
Tatsächlich macht sich Nate - dicht gefolgt vom Rest des Leverage-Teams - umgehend auf den Weg, um seinem alten Herrn aus der Klemme zu helfen. Nichtsahnend, dass er und seine Freunde bald schon selbst darin stecken werden. Denn plötzlich tauchen nicht nur drei Schlägertypen in dem Gebäude auf. Irgendjemand hat auch die Polizei gerufen, welche mit großem Aufgebot (FBI, Scharfschützen) das Amt in eine Falle für Nate und Co verwandelt...
The Radio Job ist der erste Teil des Staffelfinales von Leverage. Und als solcher hat es die Folge wahrlich in sich. Nate muss erkennen, dass Latimer noch einen Hintermann hat. Jemand, der ihn dazu benutzt hat, für Nate und sein Team eine äußerst elaborierte Falle aufzustellen - mit Jimmy Ford als Köder. Ebenso wie Nate rätseln auch wir Zuschauer lange Zeit, wer dieser Hintermann sein könnte. Wir ahnen, dass es jemand aus der Vergangenheit sein muss. Aber wer? Sterling? Moreau? Oder gar Chaos?
Eine leise Ahnung kann den Fan der ersten Stunde beschleichen, als wir das Lagerhaus zu sehen bekommen, in dem Jimmy die Patentdokumente übergeben soll. Diese Ahnung verdichtet sich, als das Lagerhaus mit einer gewaltigen Explosion (die wohl beste, die wir bislang in der Serie gesehen haben) in die Luft fliegt. Auf diese Weise hat doch schon mal jemand das Leverage-Team töten wollen...
Zur Gewissheit wird der Verdacht schließlich im Cliffhanger: Saul Rubinek (Warehouse 13) ist zurück als Victor Dubenich, der Schurke, der das Leverage-Team überhaupt erst in der Pilotfolge zusammengebracht hat - und der nun aus dem Gefängnis heraus offenbar einen Racheplan geschmiedet hat, um Nate wegen der demütigenden Niederlage, die dieser ihm zugefügt hat, zu vernichten.
Die Vorfreude auf den zweiten Teil des Finales könnte allein deshalb schon kaum größer sein. Denn Dubenich war fraglos einer der besten, weil gerissensten Gegner, mit denen das Leverage-Team es je zu tun hatte. Man könnte sagen, dass er gewissermaßen das Urbild des Leverage-Bösewichts ist. Und nun hat er auch noch Nates Vater auf dem Gewissen, der doch nur deshalb aus Irland zurückgekehrt ist, um seinen Sohn aus der vermeintlichen Gefahr zu retten, von Latimer ermordet zu werden.
Die Einsätze für The Last Dam Job sind so hoch wie selten zuvor: Nate dürfte hochgradig motiviert sein, Dubenich endgültig zu Fall zu bringen. Andererseits ist zu erwarten, dass sich das außerordentlich schwierig gestaltet: Schließlich sitzt Dubenich bereits im Gefängnis.
Neben der Rückkehr von Dubenich gab es in The Radio Job noch eine weitere Reminiszenz an die erste Staffel: Endlich wieder eine Doctor Who-Anspielung! Parkers (Beth Riesgraf) Überzeugung, dass im Patentamt eine Zeitmaschine lagert, führt zu einer whoesque aufbereiteten Fantasiesequenz samt Musik, Time Vortex und Fliegen-Zitat („Bow ties are cool!“).
Auch sonst hielt die Folge - bis zu ihrem dramatischen Ende - einige sehr vergnügliche Momente bereit: Darunter Eliots wiederholte Auseinandersetzungen mit den drei Schlägertypen. Sophies patentierter Babybauch. Und natürlich der Auftritt von FBI und Homeland Security („In Homeland we are not paid to think, we are paid to act!“).
Fazit
The Radio Job ist eine ebenso amüsante wie dramatische Episode, in der Tom Skerritt und Timothy Hutton eine wunderbare Abschiedsvorstellung als Vater und Sohn geben. Und deren überraschendes Ende die Bühne bereitet für The Last Dam Job.
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 11. Januar 2012(Leverage 4x17)
Schauspieler in der Episode Leverage 4x17
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