Leverage 4x02

Nach der abenteuerlichen Bergtour zum Staffelauftakt „33065“ verschlägt es das Leverage-Team in The 10 Li'l Grifters Job auf eine einsame Insel, auf der ein betrügerischer Bauunternehmer (William Russ) eine Krimi-Rollenspiel-Party feiert. Während Nate & Co. - natürlich wie alle anderen Gäste als berühmte Detektive verkleidet - in dem Haus nach Beweisen für die Machenschaften des Millionärs suchen, wird dieser jedoch plötzlich vor den Augen aller ermordet.
Der Auftrag, der das Team hergeführt hat, gerät über diesem Ereignis fast schon in Vergessenheit. Denn Nate (Timothy Hutton) gerät in Verdacht, die Tat verübt zu haben. Und auf der Party ist auch ein echter Polizist anwesend...
The 10 Li'l Grifters Job gibt der Crew einiges zu tun: Sie müssen nicht nur ihren Job erledigen, sondern gleichzeitig auch den Mordfall lösen, während sie - um Zeit zu gewinnen - den übrigen Gästen vorspielen, dass dies alles zum Krimi-Rollenspiel dazugehört. Das sorgt wie gewohnt für ebenso heitere wie spannende Momente. Bewundern muss man in dieser Folge vor allem Sophie (Gina Bellman), die - nachdem gerade ein Mord geschehen ist und die Leiche zu ihren Füßen liegt - es schafft, in Windeseile einen Plan zu ersinnen, der die Party am Laufen hält und Nate zunächst den Hals rettet.
Sehr gelungen ist außerdem, wie die Folge den Figuren die Bewältigung ungewohnter Situationen abverlangt: Hardison (Aldis Hodge) findet sich in dem alten Haus auf einmal ins Analog-Zeitalter zurückversetzt. Eliot (Christian Kane) muss Detektiv spielen, ohne dabei all zu rabiat zu werden. Und Nate muss sich der Erkenntnis stellen, dass ihm sogar seine Teamkollegen einen Mord zutrauen.
Das ist mitunter einer der interessantesten Aspekte der Folge: Vor allem Eliot zeigt deutlich, dass er Nates Beteuerung, den Unternehmer nicht getötet zu haben, nicht rückhaltlos Glauben schenkt. Nach wie vor genießt der (Ex-?) Alkoholiker und Extremplaner Nate nicht das uneingeschränkte Vertrauen des Teams.
Was nicht nur für Nate enttäuschend ist, sondern auch ein wenig für das Publikum. Keine Frage, Nate neigt bei seinem moralischen Absolutismus zu Husarenstücken, die ihn und seine Leute bisweilen ganz gehörig in die Bredouille bringen. Aber dass er einen Betrunkenen einfach vom Balkon schubsen würde? Und sich danach auch noch offen vor aller Welt als Verdächtiger zeigt? Das kann man, wenn man Nate Ford kennt, eigentlich unmöglich glauben. Und zwar allein schon deshalb, weil es einfach nicht sein Stil ist. Weil der besagten Tat jede Raffinesse fehlt. Ein Mord von Nate Ford - das wäre nur vorstellbar als die Umsetzung eines genialen Plans.
Zu hoffen ist nur, dass Leverage mit dieser Folge nicht erneut in die Nate-der-selbstzweifelnde-Alkoholiker-Routine verfällt. Vor allem in der zweiten Staffel gab es davon mehr als genug. Eine Wiederauflage muss nun wirklich nicht sein.
Unbedingt erwähnt werden sollte noch die „Stummfilm“-Szene zwischen Nate und Parker (Beth Riesgraf), die der Episode - genauso wie das einsame Herrenhaus im Gewitter und die herrlichen Kostüme, vor allem von Hardison und Parker - eine liebevoll-altmodische Anmutung verleiht.
Fazit
Nicht ganz so gelungen wie die Folge aus der Vorwoche, trotzdem ein sehr unterhaltsames Unterfangen.
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 5. Juli 2011(Leverage 4x02)
Schauspieler in der Episode Leverage 4x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?