Leverage 3x07

Inhalt
Das Leverage-Team hat eine neue Klientin: Mrs. Salazar ist Opfer eines betrügerischen Finanzbeamten geworden. Der Trick: Die Vereinbarung über die regelmäßige Abtragung der Steuerschuld wird für nichtig erklärt. Stattdessen stellt man die alleinerziehende Mutter vor die Wahl: Entweder sie gibt ihre Kreditkarte her - oder ihr Haus wird gepfändet.
Nate und seine Leute finden schnell heraus, dass ihre Klientin nicht das einzige Opfer ist. Im Gegenteil: Reihenweise werden im Raum von Boston ehrliche Steuerzahler übers Ohr gehauen. Hardison verfolgt die Spur der Kreditkarten-Überweisungen über verschiedene Stationen zu einem ehemaligen Mitarbeiter der US-Finanzbehörde IRS, der offenbar immer noch so gute Kontakte hat, dass er an die für die Betrügereien nötigen Informationen herankommt.
Das ergaunerte Geld hat er auf einer kleinen Bank deponiert, die idyllisch im Grünen gelegen ist. Nate entwickelt einen Plan, demzufolge Hardison und Eliot als falsche IRS-Ermittler in der Bank auftauchen sollen, um den Eindruck zu vermitteln, dass das Geld dort nicht mehr sicher ist, während Sophie und er selbst unter Mithilfe von Parker, die sich bei der IRS eingeschlichen hat, besagtem Ex-Mitarbeiter eine alternative Investitionsmöglichkeit in Aussicht stellen.
Mit einem haben aber auch Nate und seine Leute nicht gerechnet: Dass mit dem Geld aus den Betrügereien eine rechtsgerichtete Guerilla-Armee finanziert wird, die gegen die steuereintreibende Bundesregierung mit einer Revolution zu Felde ziehen soll. Eliot und Hardison geraten in die Hände der schwer bewaffneten Miliz, die gerade dabei ist, einen Terroranschlag vorzubereiten. Um der eigenen Exekution zu entgehen, bleibt den beiden nur die Flucht durch die Wildnis...
Kritik
Die aktuelle Folge von Leverage lässt sich mühelos als beißende Kritik an der so genannten „Tea Party“-Bewegung verstehen, die nach der Wahl von Präsident Barack Obama in konservativen Kreisen Auftrieb gewonnen hat. Ihr simples Motto: Weniger Staat, weniger Steuern. Im Grunde wie die deutsche FDP, nur erheblich militanter. Die schöne Volte in The Gone Fishin' Job: Um ihre kleine Revolution gegen das Steuerzahlen überhaupt zu finanzieren, plündern die vermeintlichen „Freiheitskämpfer“ erst einmal ehrliche Steuerzahler aus. Auch da mag jeder so seine Parallelen ziehen...
Neben dem sehr aktuell gewählten Thema besticht die Folge vor allem dadurch, dass mit dem Auftauchen der bis an die Zähne bewaffneten Milizionäre die Handlung eine unerwartete und sehr spannende Wendung nimmt. Schließlich ging es bis vor einem Moment nur darum, einem betrügerischen Ex-Finanzbeamten auf die Schliche zu kommen - und auf einmal werden Eliot und Hardison von Paramilitärs durch den Wald gejagt.
Das Beste an der Folge: Geschickt arbeiten die Autoren am Verhältnis zwischen Eliot und Hardison, indem sie die beiden zunächst in eine Umgebung verfrachten, in der einer von ihnen (Hardison) so gar nicht in seinem Element ist. Dann ketten sie die beiden buchstäblich aneinander, was vor allem Hardison Gelegenheit gibt, zu lernen, sich Eliot auch und gerade in dieser Umwelt, die man nicht mit den gewohnten Mitteln technisch kontrollieren kann, anzuvertrauen. Und schließlich wächst der Computer-Geek am Ende sogar über sich hinaus, als er nicht den gekaperten Zug besteigen will, sondern darauf besteht, die Terroristen aufzuhalten.
Die Grundidee ist offen an „Flucht in Ketten“ (1958) mit Tony Curtis und Sidney Poitier angelehnt, wovon auch eine kurze, für Leverage sonst eher untypische Diskussion um die Hautfarbe zeugt.
Auch in einer Folge des legendären „A-Teams“ ist der Plot mit den gegensätzlichen Figuren, die aneinandergekettet sich auf einander verlassen müssen, schon zur Verwendung gekommen: Damals waren es Murdoch und B.A. - und so viel ist wohl sicher: B.A. hätte am Computer-Fischen (oder in seinem Fall vielleicht eher: Computer-Basketball) nicht mehr Freude gehabt als Eliot.
(Urlaubsbedingt ist das Review zu „The Studio Job“ in der vergangenen Woche entfallen; es wird im Laufe dieser Woche nachgeholt. Versprochen!)
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 27. Juli 2010(Leverage 3x07)
Schauspieler in der Episode Leverage 3x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?