Eine Serie von Diebstählen führt die Detectives Winters und Jaruszalski direkt nach Hollywood. Dort gewinnen sie Einblicke, die sie in der Art vorher nicht erwartet hatten... Ein Review zur ersten Episode von Law & Order: Los Angeles.

Angespannt während des Prozesses: Thomas Jaruszalski (Corey Stoll), / Rex Winters (Skeet Ulrich) und Ricardo Morales (Alfred Molina) / (c)2010 NBC
Angespannt während des Prozesses: Thomas Jaruszalski (Corey Stoll), / Rex Winters (Skeet Ulrich) und Ricardo Morales (Alfred Molina) / (c)2010 NBC

(Kurz noch in eigener Sache: Im Folgenden geht es um die erste Episode, die bereits letzte Woche ihre Premiere feierte. Am kommenden Dienstag wird eine Kritik zur Episode dieser Woche (1x02) folgen, bevor dann jeweils freitags nach der Erstausstrahlung in den USA die dort aktuelle Episode besprochen werden soll.)

Inhalt

Bei einem Raubüberfall wird Miranda Clark, die Lebensgefährtin des Jungschauspielers Colin Blakely, in deren Haus schwer verletzt. Leider kann sie den ermittelnden Detectives, Rex Winters (Skeet Ulrich) und Thomas „TJ“ Jaruszalski (Corey Stoll) auch keine Details über ihren Angreifer erzählen, weshalb diese mit den Ermittlungen ziemlich bei Null anfangen können. Allerdings fällt Blakelys Affäre, Chelsea Sennette (Danielle Panabaker), den Ermittlern auf, da sie als junge und reiche Schauspielerin in das bisherige Profil der Serie von Raubüberfällen passt.

Hierbei bemerken die Detectives, dass Chelsea bei allen ihren letzten Aufenthalten in Clubs von einer Person, Kai Ng, verfolgt worden war. Diese stellt sich etwas später als Mitglied der Gruppe von Räubern heraus. Angeführt wurde die Gruppe von dem bisher erfolglosen Schauspieler Sam Loomis (Wyatt Russell). Und hier kreuzen sich die Wege von Chelsea und den Serienräubern erneut: Bei einem glücklosen Einbruchsversuch wird Sam von Chelseas Mutter, Trudy, erwischt und erschossen. Etwas später ist das Bild aber auf den Kopf gestellt: Nicht die zunächst in Verdachte geratene Chelsea, sondern ihre Mutter scheint Geschäfte mit den Räubern gemacht zu haben. Denn Trudy, die den von ihr erschossenen Sam angeblich vorher noch nie gesehen hatte, werden durch Bilder einer Überwachungskamera in eindeutiger Pose identifiziert.

Die mittlerweile in Gewahrsam genommenen restlichen Mitglieder der Räuberbande stellen eine Verbindung zu Trudys Ex-Mann, Nick Manto (Oded Fehr), her. Dieser bestätigt Trudys Rolle als Anführerin der Bande, weshalb sie festgenommen wird. Nach kurzem rechtlichen Geplänkel über einen möglichen Bruch der Vertrautheitsklausel zwischen Verheirateten können Deputy DA Ricardo Morales (Alfred Molina) und seine Kollegin Evelyn Price (Regina Hall) Trudy Sennette den Prozess wegen vorsätzlichen Mordes machen.

Während des Prozesses wird dem ausführenden Staatsanwalt Morales klar, dass Trudy ihre Tochter für ihren Lebensstil braucht und diese exakt in der Art und Weise einsetzt. Deswegen setzt er sie mit einem möglichen Zeugen, KK Curren, unter Druck, der ihr eine höhere Summe gezahlt hat, um mit ihrer Tochter sechs Monate ausgehen zu können. Dieser könnte also bezeugen, dass sie Chelsea durchaus benutzt hat, was Trudy vor den Augen ihrer Tochter zuvor natürlich vehement bestritten hatte. Deswegen stimmt Trudy letztendlich einem Deal zu Mord zweiten Grades zu, der ihr eine Strafe von mindestens 15 Jahren (und höchstens lebenslänglicher) Haft einbringt.

Kritik

Um gleich zum Punkt zu kommen: Die erste Episode von Law & Order: Los Angeles lässt einige Luft nach oben. So werden von den jeweils neuen Charakteren gerade mal Stolls Jaruszalski und Molinas Morales klar gezeichnet und herausgestellt. Jaruszalski wird demnach als clever und lustig, aber im Gespräch mit Zeugen und Verdächtigen durchaus auch einfühlsamer Detective dargestellt. Morales hingegen ist ein ausgefuchster, öffentlichkeitspräsenter Staatsanwalt und scheint Molina auf den Leib geschrieben zu sein (was anhand der kurzen Cast- und Schreibphase für die Serie unwahrscheinlich scheint, aber wunderbar harmoniert). Ulrich und Hall hingegen wirken - von Ulrichs Einführung bei Law & Order: Special Victims Unit abgesehen, die nicht jeder LOLA-Fan gesehen haben dürfte - noch etwas blass. Und dass die mittlerweile aus dem Cast entlassene Wanda de Jesus doch noch einen Einzeiler in der Serie haben durfte, weshalb Rachel Ticotin gar nicht zu sehen war, erscheint etwas seltsam.

Ansonsten war auch die Story der Episode nicht gerade originell. Konnte beim Titel schon gemutmaßt werden, dass es sich hier im Endeffekt um diverse Scheinheiligkeiten im Milieu der Reichen und Schönen von Los Angeles handeln wird, war die Umsetzung mit einer Mutter, die ihre Tochter zu ihrem eigenen Nutzen „hält“, etwas enttäuschend. Zumal der Aufbau - Serienraubüberfälle in Hollywood, die ein Fast-Opfer fordern, und sich dann bis zur Mutter einer Schauspielerin erstrecken, die als Kopf der Räuber nur nicht auffliegen wollte und dafür einen Mord begeht - unlogisch erschien. Nun ist das Leben an sich - so viel Pseudo-Philosophie darf wohl noch sein - zwar selten wirklich logisch, aber dass hier einige Minuten nach einem T-Shirt gefahndet wurde, das im Endeffekt nichtmal viel zum Fall beitragen konnte, war durchaus ermüdend. Hier hatte Dick Wolf bei den Episoden, bei denen er als Chefautor fungierte, fast immer bessere Einfälle gehabt.

Sollten die nächsten Episoden diese Schwächen abstellen, dürften die Zuschauer etwas leichter weiterhin für die Serie zu interessieren sein.

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