Law & Order: Los Angeles 1x06

Inhalt
Der Mord an dem bei einer Ölfirma beschäftigten Freddy Ramirez wirft für die Detectives Winters (Skeet Ulrich) und Jaruszalski (Corey Stoll) einige Fragen auf. Denn angeblich hatte Ramirez weder Probleme mit Ex-Freundinnen, noch mit seinen Kollegen bzw. der Arbeit selbst. Erst seine Mutte, die bei wohlbetuchteren Leuten als Haushaltshilfe arbeitet, gibt den Hinweis, dass er sich überlegte, die Ölfirma zu verlassen.
Erst über einen ehemaligen Kollegen erfahren die Ermittler, dass Ramirez Probleme mit seiner Vorgesetzten Valerie Roberts (Sprague Grayden) hatte, deswegen aber keine Beschwerde einreichte. Mit der ersten wirklichen Verdächtigen in diesem Fall scheinen die Ermittler Recht zu behalten, denn in Roberts' Kabine wird Blut gefunden, das Ramirez zugeordnet werden kann. Nachdem der Fall nach einigem Hin und Her vor eine Jury gehen kann, versucht Roberts gerissene und medienpräsente Star-Verteidigerin Sarah Goodwin (Natalie Zea) die Verteidigungsstrategie auf Notwehr wegen versuchter Vergewaltigung zu ändern. Davon abgesehen weist sie noch auf Ramirez' Status als illegalen Einwanderer hin und schürt damit Vorurteile unter den Geschworenen.
Vor allem DDA Dekkers (Terrence Howard) Kollegin DDA Stanton (Megan Boone) setzt nun alles daran, solche rassistischen Klischees aus dem Fall zu halten. Da Roberts ihre Opfer-Rolle als einzige Frau auf dem Schiff jedoch perfekt spielt, fehlt der Staatsanwaltschaft ein Leumundszeuge für Ramirez. Beim Versuch seine Mutter zu erreichen, gelangen sie jedoch an seine aktuelle Freundin, Stephanie - die Tochter der wohlhabenden Familie, bei der seine Mutter arbeitet. Sie weist Dekker und Stanton darauf hin, dass Ramirez wochenlang von Roberts mit SMS terrorisiert wurde. Bei diesen machte sie ihm klar, ihn und seine Mutter als Illegalen zu melden, wenn er ihr keine Gefälligkeiten tut. Damit kann Dekker Roberts nun im Zeugenstand festnageln und ihre Verteidigungsstrategie widerlegen.
Kritik
In dieser Episode wurden gleich zwei schwierige Themen verarbeitet. Zum einen ging es um Unterdrückung am Arbeitsplatz und zum anderen um illegale Einwanderung. Gerade letzteres ist in solch einer herkunftsdurchmischten Stadt wie Los Angeles natürlich immer aktuell. Auffällig hierbei war, dass beide Themen, trotz des dramatischen Aspekts der Serie, nicht allzu emotional beleuchtet wurden. Aber dennoch konnten klare Standpunkte („es gibt immer noch zu viele Probleme für Frauen in sogenannten Männerjobs“ und „Vorurteile gegenüber Einwanderern sind generell kontraproduktiv“) herausgearbeitet werden.
Das machte „Hondo Field“ einerseits zur bisher sozialkritischsten Episode der Serie. Andererseits konnte die Art und Weise der Kritik einen größeren qualitativen Unterschied der Handlung im Vergleich, zum Beispiel, zur ersten Episode der Serie deutlich machen. Etwas zu emotional erschien diesmal jedoch Howard als DDA Dekker bei der Befragung der Angeklagten. Man könnte es zwar als Strategie Dekkers auslegen, allerdings hätte die Befragte sich dafür ähnlich emotional verhalten müssen. Da sie dies erst gegen Ende tat, erschien Howards Auftritt etwas überzogen. Positiv hervorzuheben war hingegen erneut das Schauspiel Megan Boones, deren Charakter DDA Stanton so wieder etwas mehr Profil (ebenfalls als Frau in einem Beruf, in dem man von vielen Männern umgeben ist) erhalten konnte.
Insgesamt also eine durchaus sehenswerte, kritische Episode mit eigentlich nur einer Verdächtigen. Deswegen stand jeweils die Suche nach Beweisen für ihr Motiv im Vordergrund und diese war erneut spannend dargestellt.
Verfasser: Sebastian Detzler am Freitag, 12. November 2010(Law & Order: Los Angeles 1x06)
Schauspieler in der Episode Law & Order: Los Angeles 1x06
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