Last Resort 1x11

Es war zwar nur knapp ein Monat, aber für eine so mit Handlungssträngen vollgepackte Serie wie Last Resort war es eine lange Pause. Auch die schwierige Geburt und bereits beschlossene Absetzung der Serie haben sicher nicht dazu beigetragen, dass sich die Fangemeinde mit der Rückkehr vergrößert hat. Aber dennoch haben sich die Fans vor der Mattscheibe eingefunden. Und brauchen sicher einen kurzen Moment, bis sie wieder drin sind, in dem politischen, militärischen und emotionalen Chaos auf St. Marina.
Im Auge des Orkans
In der letzten Episode hat die US-Regierung eine Boykottierung der Insel durchgesetzt, was dazu geführt hat, dass Marcus (Andre Braugher) sich auf eine Allianz mit den Chinesen eingelassen hat um das Überleben der Mannschaft und der Inselbewohner zu sichern. Einen schweren Schlag musste Sam (Scott Speedman) hinnehmen, der seine Frau Christine (Jessy Schram) sterben sah. Oder zumindest glaubte, das zu sehen, denn der Zuschauer weiß: Sie wird von einem alten Kameraden von James (Daniel Lissing) gefangen gehalten, ob zu ihrem Schutz oder ihrer Bedrohung, wir wissen es nicht. Und in dieser Hinsicht gibt die Episode Damn the Torpedoes auch keine neuen Erkenntnisse.
Anders ist es dagegen in Hinsicht auf die Ereignisse in Washington. Dieser Storyline merkt man am ehesten an, dass die Zeit bis zum Ende der Serie knapp wird. Aus dem Nichts heraus erscheint Admiral Shepard wieder auf der Bildfläche und erklärt seine Gefängnisfreikarte knapp wichtigen Freunden. Hier bahnt sich ein Umsturzversuch gegen den amerikanischen Präsidenten an, ein Schicksal, dass dieser mit dem selbsternannten Herrscher über St. Marina, Marcus, teilt. Der Zuschauer darf in der Episode Damn the Torpedoes gleich zwei Verschwörertreffen beiwohnen.
Nur blöd, dass das eine von der ehemals rechten Hand des Despoten gestört wird. Was zu einer wilden Verfolgungsjagd zu Fuß durch den Dschungel und zu einer seltsam philosophischen Unterhaltung zwischen Sam und Prosser (Robert Patrick) führt. Es bleibt natürlich zu hoffen, dass die Serie ein zufriedenstellendes Ende erfährt, aber dieser Last Resort-Episode scheint man deutlich anzumerken, dass hier etwas übers Knie gebrochen werden muss, was vielleicht noch Zeit zu reifen gebraucht hätte.
Drei Paare
Ein Handlungsstrang wird zu einem mehr oder weniger herzrührenden vorläufigen Ende gebracht: Die Spionin ist enttarnt und entscheidet sich gegen die CIA und für ihren Captain. Richtige Spannung kommt nicht auf, denn dass Cortez (Jessica Camacho) Marcus töten könnte, das war wohl mehr als absehbar. Und ihre Erklärung, dass sie einfach das Geld brauchte, die war dann doch etwas zu flach.
Emotionaler waren dagegen schon die Begegnungen zwischen Sophie (Camille de Pazzis) und Sam. Sein Wutanfall zu Beginn der Episode war ebenso treffend, wie ihre Rede am Ende glaubhaft war.
Einzig ihre erneute Vereinigung mit Serrat (Sahr Ngaujah) mutet seltsam an. Das tut jedoch mittlerweile fast alles, was der Insulaner tut, denn dass er nach allem immer noch weitgehend unbehelligt seinen Tätigkeiten nachgehen kann, ist kaum nachzuvollziehen.
Die Paarung Grace (Daisy Betts) und James konnte man lange kommen sehen und dass die beiden die Moralaposteln markieren, das ist auch nicht überraschend.
Fazit
Mit der Episode Damn the Torpedoes wird das Finale eingeläutet und die Richtung scheint auf einen aufklärenden Showdown hinzuweisen. Doch ohne einige arg lieblos zusammengezimmerte Ereignisse scheint dieser Weg nicht machbar zu sein.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 12. Januar 2013(Last Resort 1x11)
Schauspieler in der Episode Last Resort 1x11
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