Last Resort 1x10

Die Ereignisse in der Episode Blue Water überschlagen sich stellenweise geradezu, darum zunächst ein kleiner Einschub unter dem Motto: Was zur Hölle ist eigentlich gerade in der Serie Last Resort passiert?
Vierzig Minuten Aufregung
James (Daniel Lissing) und Sam (Scott Speedman) machen sich auf nach Manila, um Christine (Jessy Schram) zu suchen. Sie wenden sich an einen alten Kollegen von James, Wes (Jason Beghe, Californication), der ihnen hilft - er macht es nicht gern, aber er macht es gut. Zumindest scheint es zunächst so. Mit seinen Informationen schaffen James und Sam es, Christine zu retten. Dem tragischen Paar ist eine intime Nacht vergönnt, in der vom Weglaufen und von Nachwuchs geträumt wird. Doch dann findet James heraus, dass ein Fünf Millionen Dollar-Kopfgeld auf Sam ausgesetzt wurde. Sam entscheidet sich, zurück auf die Insel zu gehen und versucht, Christine in Sicherheit zu bringen. Nach der Explosion des Wagens glaubt Sam Christine tot und kehrt gemeinsam mit James auf die Insel zurück. Christine wird unterdessen von James altem Bekannten Wes gefangen gehalten.
Die chinesische Regierung tritt mit Marcus (Andre Braugher) in Verbindung und bittet um ein Gespräch. Angesichts der Blockade und der daraus resultierenden Lebensmittelknappheit auf der Insel willigt Marcus ein. Der Vertreter der Chinesen, Zhang (Chin Han, „The Dark Knight“) bietet Marcus Lebensmittel und Schutz an und gibt vor, nichts im Gegenzug zu wollen. Auch Serrat (Sahr Ngaujah) bietet Marcus eine Allianz an. Doch Grace (Daisy Betts) merkt an, dass niemals etwas umsonst ist und eine Allianz zu schließen würde den Plan der Crew, ihre Namen reinzuwaschen erschweren. Nichtsdestotrotz lässt Marcus sich auf eine Zusammenarbeit ein und erlaubt Zhang, auf der Insel zu bleiben.
Nebenbei muss der Captain sich auch noch darum kümmern, wie auf der Insel mit Straftaten umzugehen ist. Und an dieser Stelle zeigt er wieder das bisschen Verrücktheit, das er bereits im Pilot beschworen hat und das langsam größer zu werden scheint.
Er findet eine Lösung, die man unterschiedlich bewerten kann. Einerseits fordern ungewöhnliche Situationen auch ungewöhnliche Maßnahmen, andererseits liegt in der körperlichen Züchtigung auch ein bitterer Beigeschmack der Despotie.
In Washington trifft Kylie (Autumn Reeser) auf Hopper (David Rees Snell), unglücklicherweise in ihrer eigenen Wohnung, was einen kleinen Kampf notwendig macht. Doch am Ende hat er, was sie will, die Speicherkarte der Helmkamera aus Pakistan und er will das, was sie hat, Geld. So einfach wird der Tausch jedoch dann nicht, denn die amerikanische Regierung bekommt Wind von der Sache.
Der Machthaber
Über St. Marina weht nun die chinesische Flagge. Statt sich mit Serrat auf eine Seite zu schlagen, wählt Marcus die Hilfe der chinesischen Regierung. Das ergibt die interessantere Story, schließlich ist das internationale Debakel nun anstelle eines selbsternannten Insel-Bürgermeisters um noch einen großen Spieler bereichert worde.
Hätte Last Resort noch eine Aussicht auf Verlängerung, dann würde diese neue Allianz ein Schritt in eine überaus interessante Richtung sein: Immer mehr Staaten, die verwickelt werden oder sich selbst verwickeln, immer mehr Möglichkeiten.
Nun, mit nur noch drei Episoden vor uns, fühlt es sich lediglich an wie der Vorbote auf den großen Show Down.
Alles, was Marcus in der Episode Blue Water entscheidet und tut, kann man von zwei Seiten sehen. Einerseits fordern ungewöhnliche Zeiten auch ungewöhnliche Maßnahmen. Aber die eigenen Männer als Strafe barbarisch zu foltern und eine Allianz mit einem anderen Staat einzugehen, dass könnte auch schon ein deutliches Zeichen von Größenwahn sein. Weder Marcus noch die Zuschauer wissen bisher, wohin die Reise in seinem Verstand geht, doch so wie es aussieht, stehen die Zeichen auf Wahnsinn.
Die zwei Ausreißer
Dass die Crew von der Insel ins U-Boot wechselt, ohne weitere Erklärung, das ist mittlerweile ganz normal. Doch wie James, Sam und Hopper es von der blockierten Insel nach Manila und sogar nach Washington geschafft haben, das wäre vielleicht doch die eine oder andere Szene wert gewesen. Die Blockade und das Kopfgeld sind schließlich wesentlicher Bestandteil der Episode Blue Water.
Aber gut, es ist nicht mehr viel Zeit für die Serie Last Resort, da muss man schon mal was ohne Erklärung hinnehmen.
Die Geschichte in Manila fühlt sich an wie aus einer anderen Serie, besonders da wir den Weg dorthin nicht gesehen haben. Aber auch abseits dieser Tatsache hätte man aus diesem Ausflug deutlich mehr machen können.
Kleiner, niedlicher Lichtblick: Der Beginn zweier großer Liebesgeschichten wird ausgegraben: Sam erzählt in einem stillen Moment von seinem ersten Treffen mit Christine und James erzählt, wie er in die Navy kam.
Darüber hinaus darf Sam sich als großer Retter seiner Frau gerieren. Nur um sie kurz darauf sich selbst zu überlassen. Und an dieser Stelle wären ein paar Erklärungen vielleicht doch lohnenswert gewesen. Wieso kann Christine nicht mit auf die Insel? Wieso sollte das gefährlicher sein, als ganz alleine unterwegs zu sein? Sam bekommt die Rechnung direkt serviert: Er muss mit ansehen, wie seine Frau vermeintlich in einem explodierenden Wagen umkommt. Dieser Verlust befeuert natürlich in erster Linie das Liebesdreieck Christine-Sam-Sophie (Camille De Pazzis).
Und auch James lässt nicht tief blicken in dieser Episode. Erst spricht er von Südamerika als Ziel und dann wandert er doch wieder mit Sam auf der Insel herum.
Und sonst
Prosser (Robert Patrick) taucht endlich wieder auf und wie erwartet nimmt sein gemeinsamer Plot mit Grace weiter seinen Lauf. Sie ist nun die einzige, die sein Geheimnis, zumindest teilweise, kennt. Und auch wenn eine Freundschaft eher ausgeschlossen scheint, muss auch dieser Erzählstrang irgendwohin führen. In drei Episoden könnte das sowohl in Richtung Serrat wie auch in Richtung des eigentlichen Spions in der Crew gehen.
Spannender hingegen ist im Moment der Handlungsstrang in Washington. Ganz abgesehen davon, wie Hopper es dorthin geschafft hat, stellt sich die Frage, auf wessen Seite er eigentlich noch steht. Die Hälfte des Geldes will er James geben. Er ist also nicht ausschließlich ein geldfixierter Egoist. Hier könnte eine aufrichtige Zusammenarbeit geschmiedet werden, an der auch Kylies alter Gefährte Robert (Darri Ingolfsson) mitarbeiten könnte.
Fazit
Alle sind wieder vereint und haben mit Zhang sogar einen neuen Bewohner dazugewonnen. Die Episode Blue Water hat ihre Stärken, zum Beispiel das Eingreifen einer weiteren Macht. Aber sie hat auch ihre Schwächen, zum Beispiel die Überfrachtung der Erzählung. Sie zeigt detailliert alles das, was die Serie Last Resort ist, wie unter einem Brennglas.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 15. Dezember 2012(Last Resort 1x10)
Schauspieler in der Episode Last Resort 1x10
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