Last Resort 1x03

Last Resort 1x03

Neben dem bisher undeutlichen Feind in Washington und der Bedrohung durch die Russen tritt in der Last Resort-Episode Eight Bells eine weitere Gefahr in den Blickwinkel der Crew: Der selbsternannte Inseldespot Julian legt sich mit dem Captain an.

Der selbsternante Inseldespot Julian Serrat (Sahr Ngaujah) macht der Crew Probleme in der Serie „Last Resort“ / (c) ABC
Der selbsternante Inseldespot Julian Serrat (Sahr Ngaujah) macht der Crew Probleme in der Serie „Last Resort“ / (c) ABC

Marcus (Andre Braugher) drückt in der Episode Eight Bells, der dritten der ersten Staffel der Serie Last Resort, seine Besorgnis aus, an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen zu müssen. Doch im Grunde hat er längst drei davon. Und das auch nur, wenn man die Sache mit den Russen als abgehakt abtut.

Die erste Baustelle

Er steht einer unklaren Bedrohung, einem namenlosen Feind in Washington gegenüber, von der er nichts weiß. Nach allem, was die Zuschauer wissen, könnte es sich einerseits um eine umfassende Verschwörung handeln, an der viele wichtige Personen Anteil haben. Andererseits könnte es aber auch die Arbeit einer kleinen Gruppe sein, die an wichtigen Schaltstellen ihre Leute positioniert hat.

Diese Facette der Geschichte wird in der Episode Eight Bells vor allem durch Kylie (Autumn Reeser) vorangetrieben. Auf der Insel selbst tritt sie ein Stück weit in den Hintergrund.

In Washington hat Admiral Shepard (Bruce Davison) Kontakt zu der Waffen-Lobbyistin aufgenommen und beginnt damit eine neue Allianz, die zur Rettung der Crew beitragen könnte - immerhin gehört seine Tochter dazu.

Doch so durchsichtig bleibt die Sache nicht, denn mit Kylies Vater betritt jemand diese Gruppe, dessen Motive im Unklaren bleiben. Arbeitet er für oder gegen die Crew der Colorado? Darauf gibt diese Episode keinen Hinweis. Näher werden wir der Wahrheit wohl erst kommen, wenn wir erfahren, was aus dem Gespräch mit Robert geworden ist.

Innere Konflikte

XO Sam Kendal (Scott Speedman) arbeitet hart, die Crew zusammenzuhalten, doch die Eingangsszene zeigt: In der Gruppe schwelt etwas, die Möglichkeit einer Meuterei erscheint nicht gering. Mit der Freilassung Prossers hat Marcus einen Schritt in Richtung Schlichtung gemacht. Der Master Chief (Robert Patrick) war im Gefängnis gefährlicher als draußen. Er gibt zunächst keinen weiteren Anlass zu glauben, dass er nicht mehr hinter seinem Captain steht. Er hat ihm sein Wort gegeben. Und noch auf dem Weg aus dem Verschlag nimmt er den kleinen Meuterern den Wind aus den Segeln.

In dieser Hinsicht dürfte zwar keine Idylle einkehren, aber nach allem, was wir von Prosser wissen, sollte man erwarten, dass er sein Wort nicht ohne triftigen Grund bricht. Für die nahe Zukunft könnte das zumindest oberflächlichen Zusammenhalt in der Crew bedeuten.

Immer deutlicher treten sich dennoch Grace (Daisy Betts) und Prosser als Erzfeinde gegenüber. In bester Serien-Tradition sollte es nicht mehr lange dauern, dass sie ihre Differenzen in einer Notsituation überbrücken müssen zum Wohle des großen Ganzen.

Der inseleigene Despot

Die aktuell größte Bedrohung stellt Julian Serrat (Sahr Ngaujah) dar. Er hat drei Mitglieder der Crew in seiner Gewalt und den größten Vorteil überhaupt: Er hat das Wohlwollen der Einheimischen auf seiner Seite. Einen offenen Konflikt kann Marcus dementsprechend nicht riskieren und lässt sich auf die Spielregeln seines Widersachers ein.

Das Interessante an der Figur des Julian Serrat ist, dass man seine Wut auf die Amerikaner nachvollziehen kann. Natürlich hat er seine Finger in schmutzigen Geschäften und zeigt auch schnell wo er moralisch steht, doch von Seiten des Captains zeugt es auch von großer Arroganz eine Insel einzunehmen, das gesamte System auf den Kopf zu stellen und sich dabei in keiner Weise einfügen zu wollen. Cleverer wäre es gewesen, die ursprüngliche Hierarchie zumindest wahrzunehmen und einen möglichst gemeinsamen Weg zu suchen. Doch die Crew der Colorado ist auf St. Marina eingefallen und hat sich genommen, was sie brauchte, die NATO-Station.

Szenenbild aus der Episode Eight Bells. © ABC
Szenenbild aus der Episode Eight Bells. © ABC

Diese Arroganz hat ein Opfer gekostet, Redman (Chad Michael Collins). Doch das Ganze ist etwas merkwürdig. Den Mord an Redman haben weder die Zuschauer noch die beiden übrigen Gefangenen gesehen. Wäre es nicht clever von Julian, den Soldaten, der von seinen eigenen Kameraden verraten und geopfert worden ist, am Leben zu erhalten? In ihm könnte er einen Verbündeten mit wichtigen Kenntnissen finden. Denn das Merkwürdige am Mord ist: Wieso sollte jemand, dessen Stolz so sehr an seine Macht geknüpft ist, sich von seinem Gefangenen sagen lassen, wenn er zu töten hat?

Ein Toter

Die Geschehnisse um Redman werfen auch für die Crew Fragen auf: Sie müssen sich entscheiden, was wichtiger ist, der Einzelne oder das Ganze. Marcus reagiert zwar bestürzt als er vom Tod des Soldaten erfährt, aber er stellt das Wohl der Gruppe über die Rache für einen Kameraden. Sam ist emotionaler, für ihn ist der vermeidbare Tod eines Soldaten nicht hinnehmbar.

Dem gegenüber steht der tote Junge, den die Gemeinde der Einheimischen am Ende der Episode zu Grabe trägt. Die Ereignisse haben ihre Opfer gefordert und in dieser Sache muss jeder Beteiligte sich früher oder später positionieren.

Der Hauch einer Liebesgeschichte

Auch wenn er eine Zusammenarbeit mit der Crew der Colorado ablehnt, zeigt der undurchsichtige James King (Daniel Lissing) immer wieder, dass er im Grunde ein guter Mensch ist. Und das erkennt auch Tani (Dichen Lachman), nimmt ihn gar mit zu ihrer Familie und zeigt Gefühle.

Die Chemie zwischen den beiden ist gut und auch wenn die Familiengeschichte noch ein bisschen unmotiviert im Raum steht, bringt ihre ganze Storyline ein bisschen Farbe in eine Episode voller Militär, Machtspiele und Politik.

Fazit

Die Macher der Serie Last Resort scheinen die verschiedenen Storylines der Reihe nach abzugehen. In der Episode Eight Bells steht in erster Linie Julian Serrat im Mittelpunkt des Interesses. Mit den Einschüben von Kylie in Washington sowie James und Tani im Wald bleibt die Geschichte interessant und abwechslungsreich genug.

Mit Julian rücken auch die Einheimischen und ihr Verhältnis zur Crew weiter ins Zentrum des Interesses. Das verspricht, spannend zu werden.

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 12. Oktober 2012
Episode
Staffel 1, Episode 3
(Last Resort 1x03)
Deutscher Titel der Episode
Blockade
Titel der Episode im Original
Eight Bells
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 11. Oktober 2012 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 2. Oktober 2013
Autor
Eileen Myers
Regisseur
Michael Offer

Schauspieler in der Episode Last Resort 1x03

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