Durch Killjoys erhalten Science-Fiction-Fans innerhalb kurzer Zeit die nächste Serie, in die sie ihre Hoffnungen setzen können. Sind diese Hoffnungen in das Trio von Kopfgeldjägern gerechtfertigt oder ist die Pilotepisode ein Spaßkiller?

Die Kopfgeldjäger aus „Killjoys“ / (c) Space
Die Kopfgeldjäger aus „Killjoys“ / (c) Space

Dutch (Hannah John-Kamen) und John (Aaron Ashmore) verdienen ihr Geld mit dem Eintreiben von Kopfgeldern - und sie sind verdammt gut in ihrem Job. Doch, um zu verhindern, dass Johns Bruder D'Avin (Luke Macfarlane) als Gesuchter einem ihrer Kollegen zum Opfer fällt, müssen sie mehr als nur ihre Arbeit riskieren.

Kill order

So leicht bringt Dutch und John nichts aus der Ruhe. Als allerdings auf Johns Bruder D'Avin ein Kopfgeld ausgesetzt und somit der Auftrag an die Kopfgeldjägergilde RAC ausgeliefert wird, versuchen sie, diesem nach allen Kräften in seiner misslichen Lage zur Seite zu stehen, auch wenn dies sie ebenfalls in nicht unwesentliche Schwierigkeiten stürzt.

Um dem Vollstreckungsbefehl entgegenzuwirken, versuchen sie zunächst, den Auftraggeber ausfindig zu machen, der sich in diesem Fall als ein Großkonzern entpuppt. Daraufhin nimmt das Trio einen weiteren Auftrag an, um dem Konzern im Zuge ihres Gesuchs um Löschung des Kopfgelds auf D'Avin eine Alternative bieten zu können.

Während einer Einweihungsfeier, auf der sich ihre neue Zielperson befindet, entgeht Dutch nur knapp einem Anschlag ihres Konkurrenten Fancy Lee (Sean Baek) und ist durch dessen Gift temporär außer Gefecht gesetzt. John und D'Avin jagen derweil ihrem Ziel hinterher und entscheiden sich kurzerhand, diesen aus Zeitdruck zu eliminieren, um die Parameter des Vertrags einzuhalten, bevor die Sicherheitskräfte des Anwesens die Situation verschlimmern.

In die Ecke gedrängt kommt ihnen Dutch, rechtzeitig durch Hilfe ihres mysteriösen Mentors wieder auf den Beinen, zu Hilfe, wonach sie sich erfolgreich aus dem Staub machen können. Es scheint so, als ob sich die Drei durch dieses Abenteuer als Team zusammengefunden haben, doch sie alle, allen voran Dutch, scheinen Geheimnisse mit sich zu tragen, welche sie vor eine ungewisse Zukunft stellen.

Lost Girl in space

Lange Zeit mussten Science-Fiction-Fans auf neues Genrefutter und innovative Ideen verzichten, doch nach Dark Matter startet mit Killjoys die zweite Serie mit vielversprechender Prämisse. Auch diese ist eine kanadische Produktion mit einem relativ jungen Cast, bei dem allerdings lediglich Leadlady Hanna John-Kamen noch vergleichsweise unerfahren ist.

Die Handschrift von Lost Girl-Macherin Michelle Lovretta ist dabei ziemlich deutlich zu spüren. Merklich ist dies an den lockeren, aber oberflächlichen Dialogen und der grundsätzlichen Tonart der Serie, welche eine ähnliche Herangehensweise an das Sci-Fi-Genre wie „Lost Girl“ an seine Fantasywurzeln aufzeigt. Weiterhin spiegelt sich das sehr in der Musikuntermalung wider. Die durchgehende musikalische Begleitung überlädt für meinen Geschmack allerdings etwas die Balance des Ganzen, denn nicht jede Dialogszene muss zwangsläufig einen Song im Hintergrund laufen haben.

Diese poppige Machart deckt sich allerdings auch mit den Dialogen, der Figurenzeichnung und der generellen Ausrichtung der Serie: Killjoys setzt vorwiegend auf leichte Kost und schnelles Erzähltempo. Das macht Bangarang zu durchaus kurzweiliger Unterhaltung, der es hingegen noch an Substanz fehlt. Die Darsteller, von denen man sich am stärksten auf die Führungsqualitäten von Hannah John-Kamen verlässt, machen ihre Sache zwar akzeptabel, erwecken jedoch nicht den Eindruck, als ob sie in dramatischen Szenen Bäume ausreißen könnten, was zusätzlich dem Script geschuldet sein dürfte.

Dabei sollte man gerade darauf Acht geben, nicht zu sehr in die Baukastenanleitung für die Charaktere zu greifen. Der Soldat mit PTSD, der schnittige Typ mit flinkem Mundwerk und Charme sowie vor allem die selbstbewusste sexy Lady mit tödlichem Geschick sind im Grunde genommen ziemlich simple Crewbausteine, die manchmal etwas zu deutlich in Erscheinung treten.

Hannah John-Kamen in %26bdquo;Killjoys%26ldquo; © Space
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Sie alle beherrschen den musikalisch untermalten Zeitlupengang und Dutchs Rettungsaktion, bei der die Herren der Schöpfung nur verdutzt dreinschauen können. Dies als dick aufgetragen zu bezeichnen, ist noch ziemlich vorsichtig formuliert. Hierbei droht die Pilotepisode auch kurzzeitig, die Grenze von stilisierter Coolness zu Kitsch zu überschreiten. Killjoys hat sehr viele große Vorbilder, scheint aber weder in Richtung Tiefe noch Humor an seine Inspirationen heranzukommen. Interessanterweise scheint man in Kontrast zur einfach gehaltenen Prämisse aber bemüht, ein komplexeres Universum mit viele Fraktionen und politischen Konflikten aufzubauen, was durchaus lobenswert ist, auch wenn sich die Macher bisher des Klischees des „großen bösen Konzerns“ zu bedienen scheinen.

Dass die Killjoys als neutrale Fraktion in eine drohende Rebellion hineingezogen werden, hat als Storyline ebenfalls Potential. Trotz einiger Macken funktioniert Killjoys aber als das, was es sein will: lockere Unterhaltung. Es werden bisher in Form des Mentors von Dutch, der Vergangenheit von D'Avin und des Rivalen Fancy Lee auch bereits wiederkehrende Konkurrenten und Mysterien platziert, die einen zusätzlichen roten Faden im Einklang mit einer möglichen Procedural-Struktur durch die Kopfgeldjagd bilden.

Technisch ist das Ganze für sein geringes Budget ansprechend, auch wenn an manchen Stellen die Limitierung zu erkennen ist. Kostüme und Ausstattung weisen oftmals kleine, aber feine Details auf und einige Settings, wie beispielsweise der Abschnitt „Old Town“ in Westerley, wirken atmosphärisch und organisch. Und das, auch wenn man sich, um Ortswechsel deutlich zu machen, einfacher Mittel wie grüner, roter oder blauer Farbfilter bedient.

Fazit

Killjoys“ liefert mit Bangarang eine bunte, schnelle und kurzweilige Pilotepisode. Es wird eine komplexe Welt angedeutet, in der Mysterien, aber auch Procedural-Elemente ihren Platz finden könnten. Wer die Tiefe, den Charme oder Humor der Vorbilder erwartet, an denen sich die Serie orientiert, der könnte hingegen enttäuscht werden. Dabei spiegeln sich die Makel an so mancher Stelle, sowohl beim Drehbuch und den Dialogen als auch in der Inszenierung, wider. Viele Eigenschaften sowie der grundsätzliche Stil und die Figurenzeichnung sind hierbei stark Geschmackssache und könnten die Zuschauerschaft spalten, so dass trotz Potential an vielen Stellen die erste Episode bereits ein sehr deutlicher Indikator sein dürfte, ob einem die Serie gefällt oder nicht.

Der Trailer zur ersten Episode „Killjoys“:

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