Katy Keene 1x01

© aty Keene (c) The CW
Hier ein kurzer Inhaltszusammenschnitt der ersten Folge der The CW-Serie Katy Keene:
Katy Keene (Lucy Hale) arbeitet beim hoch angesehenen Modeunternehmen Lacy's in New York City. Sie möchte innerhalb der Firma unbedingt beruflich aufsteigen und ist mit Fleiß und Eifer dabei, ihre kritische, sadistisch wirkende Chefin Gloria (Katherine LaNasa) zu beeindrucken. Denn trotz offensichtlichen Talents und Arbeitseifers macht diese ihr das Leben besonders schwer, wohl auch aus Furcht vor dem Können und der unstillbaren Motivation der jungen Konkurrentin. Katy gibt jedoch nicht auf und arbeitet dennoch hart daran, ein „Personal Shopper“ zu werden, ein Traumberuf für alle jungen Frauen. So scheint es zumindest. Die furchteinflößende Chefin ist umgeben von ängstlichen Mädchen, deren größter Wunsch es ist, die Stelle an ihrer Seite einzunehmen. Die Referenzen zum Film „The Devil Wears Prada“ sind an dieser Stelle evident.
Privat wohnt Katy in einer mit Kostümen und Stoffen überfüllten New Yorker WG. Teil der Wohngemeinschaft sind zudem ihr athletischer Freund KO (Zane Holtz), der als Profiboxer Karriere machen möchte. Außerdem sind da noch der homosexuelle Schauspieler Jorge (Jonny Beauchamp), der seinen Durchbruch am Broadway plant und die frisch dazugezogene Sängerin Josie (Ashleigh Murray), bekannt aus der Mutterserie Riverdale. Alle verfolgen wie besagt ihre eigenen Ziele und kommen abends zusammen, um ihre Erfolge oder auch Misserfolge mit den anderen zu teilen. Während die zugezogene Josie bereits an ihrem ersten Tag in der Großstadt die unglaubliche Chance dargeboten bekommt, als Popstar groß rauszukommen, erfolgt die Ernüchterung nach einer negativen gesanglichen Bewertung recht schnell. Auch Jorge wird trotz mehrerer Castings immer wieder aufs Neue abgelehnt und bekommt keine Chance, bei einem Broadway-Musical aufzutreten. Katy selbst wird nach einem sich in der Firma vorfallenden Ereignis, welches Gloria in ein negatives Licht stellte, in der Unternehmenshierarchie heruntergestuft. Dazu kommt noch, dass ihr Freund KO mit ihr nach Philadelphia ziehen möchte, um dort in einem hoch angesehenen Sportstudio für Profis trainieren zu können und somit beruflich weiterzukommen. Katy selbst möchte die magische Fashion-Stadt New York aber nur ungern verlassen.
Die Negativspirale löst sich allerdings etwas zu schnell wieder auf. Bei einem Auftritt in einer New Yorker Bar können sowohl Josie als auch Jorge sich etwas von ihren Problemen lösen und auf einer kleineren Bühne ihre Leidenschaft ausleben. Katy dagegen bekommt ein unschlagbares Angebot, was ihren tatsächlichen Traum, Designerin zu werden, eventuell wahr werden lassen könnte. Und ihr Problem mit KO löst sich scheinbar in Luft auf, denn, als sie ihm gesteht, dass sie lieber in der Großstadt bleiben möchte, ist dieser weder sauer noch enttäuscht, sondern macht ihr sogar ad hoc einen Heiratsantrag.
For a city that never sleeps, New York has a lot of dreamers
Diese Phrase wird der Serie quasi in die Wiege gelegt, denn genau so lautet der erste Satz von Katy Keene, den man in einem Voice-over vernimmt. In einer Rückblende sehen wir Katy, gemeinsam mit ihrer Mutter, die einst dasselbe Ziel verfolgte wie später ihre Tochter. Die beiden arbeiten an Stoffen, schneidern Kleider. Was genau mit ihrer Verwandten passierte, wird nicht so ganz deutlich. Doch sicher ist, dass Katy in ihrem Streben versucht, einen eventuell nie gelebten Traum ihrer Mutter zu verwirklichen.
Und dieses Zitat bezieht sich auf tatsächlich alle in der Serie vorgestellten Figuren. Sie sind alle Künstler mit hochgesteckten Zielen, die sie versuchen, in der Großstadt zu erreichen. Im Gegensatz zu „Riverdale“ und dessen bedrohlicher Kleinstadtatmosphäre, in der alle Bewohner ungewollt in alles verwickelt sind, gehen die Figuren in Katy Keene ihren eigenen Weg und ziehen ihr Ding durch. Eine bekannte Kleinstadt-Großstadt-Divergenz. Denn in dem Spin-off sind die Figuren auf sich alleine gestellt. Dennoch wirkt der Weg zum Ziel teilweise zu einfach, zu geebnet. Beispielsweise bewegt sich Josie an ihrem ersten Tag durch New York und wird prompt durch eine spontane Gesangseinlage von einem Kerl aus der Musikbranche angesprochen. Oder auch Katys Beziehung mit KO scheint aufgesetzt und nicht echt zu sein. Sein Einverständnis, nachdem Katy ihre Pläne offenbart, in New York zu bleiben, sein Zuvorkommen, die Lösung scheint zu einfach, als würde man jeglichem Konfliktpotential aus dem Weg gehen. Und wenn eine Tür plötzlich zugeht, öffnet sich sofort die nächste. Das zeigt sich ganz besonders gut an der Tatsache, dass Katy kurze Zeit nach ihrem Misserfolg bei Lacy's eine neue Stelle bei einem Designer angeboten wird.
New York scheint viele Träumer zu haben, aber auch insgesamt wirkt die Stadt und das dortige Leben wie ein einziger (inszenierter) Traum. Die Figuren selbst, die immer gut aussehen, perfekt gestylt und zudem ehrgeizig sind, die harmonische Gangfreundschaft der WG-Bewohner, das glamouröse Leben in der Fashion- und Unterhaltungsszene - all das wird durch Kostüme und Dekor auf eine überspitzte Art und Weise in Szene gesetzt. Auf die negativen Seiten der Großstadt, auf die Armut, die Umweltverschmutzung und den Existenzkampf wird in keinster Weise verwiesen. Lediglich das kurzweilige Scheitern der Figuren wird an einigen Stellen dramatisch aufgezeigt, aber das Unglück sucht die Bewohner New Yorks scheinbar nie lange heim. Klar, die Intention der Serie war wohl eher, dieses magische, perfekte Bild New Yorks zu vermitteln, welches wir schon aus anderen bekannten Filmen oder Serien kennen. Hierbei muss allerdings gesagt sein, dass es Katy Keene dann doch etwas an Innovation fehlt.
I am from Riverdale, it is the murder capital of the world
Ja, im Vergleich zum vereinfachten Karriereaufstieg und dem Überschuss an Möglichkeiten scheinen die Bewohner Riverdales tatsächlich ernst zu nehmende Probleme zu haben. Während die Mutterserie mit ihrer Kleinstadt Riverdale einen Haufen an wirren, missverständlichen Geheimnissen zu bieten hat, bei denen man spätestens ab dem Gargoyle König keinen Überblick mehr behält und sich wahrlich fragt, wohin die Serie damit noch möchte, wirkt „Katy Keene“ auf den ersten Blick schlichtweg zu offensichtlich, zu einfach, zu viel der heilen Welt. Noch dazu kommt eben, dass die Geschichte schon in zigfacher Art und Weise erzählt und aufs Kleinste in anderen filmischen Werken ausgeführt wurde. „Katy Keene“ wirkt ein wenig wie der Aufbruch so mancher Filme, die aufkommende Künstler und deren Weg zum Ruhm in der Großstadt behandeln. So hat die Serie eine zukünftige Fashion-Designerin, eine Sängerin, einen Musical-Star und einen Profisportler zu bieten.
Was allerdings ganz schön funktioniert, ist die Bezugnahme zur Mutterserie „Riverdale“. Neben der Tatsache, dass Katy eine ehemalige Freundin von Veronica Lodge (Camila Mendes) ist, so gelingt auch die Verbindung der Serien durch die Zweitprotagonistin Josie recht gut. Die Idee, dass die ehemalige Schulbandsängerin Josie aus der mörderischen Kleinstadt kurzerhand in den Spin-off-Zug steigt, um in der Großstadt ihre gesangliche Karriere weiterzuverfolgen, wirkt recht überzeugend und kombiniert die beiden Serienwelten weiter geschickt miteinander. Besonders über die Figur Josie finden sich zahlreiche Referenzen zu „Riverdale“. So spricht sie teilweise Dinge aus der Vergangenheit an und erzählt bei einem Date mit dem Musikproduzenten von der Trennung ihrer Band „Die Pussy Cats“.
Fazit
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Pilotepisode für die vierzig Minuten Laufzeit recht gut unterhalten hat. Zwar stört man sich eventuell an einigen Stellen am unlogischen Handlungsverlauf, aber Musik, Kostüm und Dekor haben erfolgreich versucht, das zu vertuschen, was inhaltlich recht fraglich war. Doch ein tatsächlicher roter Faden in der Geschichte ist zumindest in der ersten Folge noch nicht erkennbar, da sich für die Figuren zahlreiche verschiedene Möglichkeiten eröffnen und irgendwie nicht klarwird, wohin man mit der Serie genau möchte. Dass am Ende jedoch alles gut wird, erscheint schon recht offensichtlich zu sein. Und ob das Schicksal der Figuren und deren Weg zum Erfolg interessant genug ist, um die Serie weiterzuverfolgen, ist an dieser Stelle schwer zu beurteilen.
Hier abschließend noch der Trailer zur neuen The CW-Serie „Katy Keene“:
Verfasser: Mariano Glas am Freitag, 7. Februar 2020Katy Keene 1x01 Trailer
(Katy Keene 1x01)
Schauspieler in der Episode Katy Keene 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?