Tom Clancy's Jack Ryan Staffel 2 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Tom Clancy's Jack Ryan Staffel 2

Tom Clancy's Jack Ryan Staffel 2 Episodenguide

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Review zu Tom Clancy's Jack Ryan Staffel 2

Ich erinnere mich noch recht gut an die erste Staffel von Tom Clancy's Jack Ryan zurück, die im August des letzten Jahres ihre Premiere auf Amazon Prime Video feierte. Also ich erinnere mich nicht wirklich gut an die konkreten Inhalte der acht Episoden zurück, in der die Allerweltsgeschichte eines unerschrockenen Superagenten im Kampf gegen den internationalen Terrorismus schrecklich vereinfacht runtergespielt wurde. Aber ich erinnere mich eben ganz gut an das Gefühl, das eine der mittlerweile erfolgreichsten Amazon-Eigenproduktion bei mir auslöste: zunächst große Langeweile und mit jeder weiteren Episode dann doch eine seltsame Faszination ob der selbstbewusst vorgetragenen, generischen Erzählung und letztlich sehr einfachen Kurzweiligkeit, Hauptdarsteller John Krasinski („A Quiet Place“, The Office) entspannt dabei zusehen zu dürfen, wie er die Welt, die USA oder was beziehungsweise wen auch immer rettet.

Vor der zweiten Staffel von „Jack Ryan“, die am Freitag, den 1. November 2019 (UPDATE: Amazon hat die gesamte zweite Staffel bereits einen Tag vorher, am 31. Oktober, bereitgestellt) veröffentlicht wird und bereits im April 2018 bestellt worden war (mehrere Monate vor dem Start der ersten Staffel), war meine Vorfreude auf eine weitere Dosis Jack Ryan überschaubar. Wenn ich ganz ehrlich bin, war ich sogar ein wenig von dem Starttermin überrascht, so sehr war das actionlastige Agentendrama innerhalb eines Jahres schon wieder im Serienwust unserer Zeit untergegangen. Wie so oft bot sich jedoch die Möglichkeit, vorab einen Blick zu riskieren. Und warum eigentlich nicht? Die erste Staffel hatte ja trotz ihrer Mängel und eklatanten Oberflächlichkeit ihre Wirkung nicht verfehlt, ich fühlte mich doch gut unterhalten, oder etwa nicht?

Hinsichtlich der zweiten Staffel, die über insgesamt acht Episoden verfügt, deren Laufzeiten dankenswerterweise mit jeder Folge geringer werden, fand ich mich schnell in einem spannenden Selbstexperiment wieder, dem ich mich nach seinem Beginn aus unerfindlichen Gründen nicht mehr entziehen konnte. Aus einer Episode wurden zwei, aus zwei drei... bis auf einmal das Staffelfinale über meine Mattscheibe flimmerte. In den mehrtägigen Pausen zwischen einzelnen Folgen habe ich mir immer wieder die gleiche Frage gestellt: „Warum schaust du eigentlich noch weiter?“ Ich hatte mir längst ein Bild von den noch viel actionlastigeren, ultra-patriotischen, politisch ambitionierten, aber letztlich furchtbar flachen Episoden der neuen Staffel gemacht. Die leichte Faszination von Staffel eins war verflogen, Frustration und Unverständnis hielten Einkehr. Warum also weitermachen?

Die (leicht masochistische) Antwort auf diese Frage: weil ich wissen wollte, wie sehr das Kreativteam um die beiden Serienschöpfer Carlton Cuse und Graham Roland den Bogen dieses Mal überspannt und wie weit sie gehen werden, diese teils unglaublich groteske, unreflektierte US-Fantasie am Leben zu erhalten.

Weit. Weiter, als man es sich vorstellen kann...

This time, it's personal

Nachdem Protagonist Jack Ryan in der ersten Staffel von „Tom Clancy's Jack Ryan“ einem syrischen Terroristen das Handwerk gelegt hat, wodurch seine Reputation deutlich gestiegen ist, bot sich dem unverhofften Top-Agenten die Gelegenheit, mit seinem Partner James Greer (Wendell Pierce) im Moskauer CIA-Büro Karriere zu machen. Unser bodenständiger Held hat sich jedoch dafür entschieden, Lehre zu betreiben und gibt nun sein Wissen über die gefährlichsten Nationen des Erdballs (Russland! Nordkorea! China!) an junge Wannabe-Jack-Ryans weiter. Zumindest, bis ihn eine diplomatische Mission an der Seite eines US-Senators und guten Freundes nach Venezuela führt - ein Land, das von gesellschaftlichen sowie politischen Unruhen und einem undurchsichtigen Machtkampf um die Präsidentschaft gezeichnet ist. Es kommt schließlich, wie es kommen muss: Jack wird in eine persönliche Tragödie verstrickt und sinnt auf Rache. Und natürlich auch auf die korrekte Aufklärung der jüngsten Vorfälle. So, wie man als ehemaliger Analyst und jetzt Ein-Mann-Armee eben tickt.

Da trifft es sich wunderbar, dass Jacks alter Kollege Jim ebenfalls in Sachen Venezuela ermittelt, wodurch sich die Wege der beiden schon bald wieder kreuzen. Das Duo ist einer scheinbar riesigen Verschwörung auf der Spur, bei der es zunächst um die potentielle nukleare Bewaffnung Venezuelas geht, was sich jedoch schnell als falsche Fährte herausstellt. Es ist definitiv etwas faul im südamerikanischen Staat, doch die Geheimnisse und finsteren Machenschaften korrupter Entscheidungsträger sind weitaus komplizierter, als es auf den ersten Blick den Eindruck macht. Und so begeben sich Jack und sein Team auf die Suche nach Antworten. Dabei werden sie in den turbulenten Wahlkampf einer nicht zu bremsenden venezolanischen Protestkandidatin um den Präsidentschaftsposten, aber auch in fragwürdige Black-Ops-Einsätze im dichten Dschungel sowie in die globalen Nachforschungen diverserer internationaler Geheimdienste verwickelt. Alles im Namen der Gerechtigkeit, der demokratischen Werte und irgendwie auch der Freiheit. Denn Freiheit ist Jack Ryan wichtig.

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Amazon Prime Video - © Amazon Prime Video

Verzeiht mir bitte die recht flapsige Zusammenfassung der groben Handlung, aber die zweite Staffel von Tom Clancy's Jack Ryan ist nun einmal völlig absurd. Wer große Freude an der ungenierten Darstellung von Haudrauf-Heroismus hat und auch kein Problem darin sieht, wenn das Bild der USA als moral- und friedensstiftende Weltpolizei völlig unkritisch bedient wird, wird sich hier pudelwohl fühlen. Logisch, die Geschichten um Tom Clancys Vorzeigepatrioten und Everyman-Allroundtalent Jack Ryan sind genau das, etwas anderes zu erwarten, grenzt fast schon an putziger Naivität. Dennoch ist es nicht zu viel von den Serienmachern verlangt, in Anbetracht politisch aufgeladener Zeiten wie diesen ein wenig gewissenhafter und nicht ganz so oberflächlich mit den Themen umzugehen, die sie in ihrem Format ansprechen. Oder ist das erst die Idee: die schamlose Simplifizierung komplexer, geopolitischer Zusammenhänge, die mal fix mit dem Maschinengewehr im Anschlag entschlüsselt werden können?

Ehrlich gesagt: Ich weiß nicht, was sich Graham Roland und Carlton Cuse, der für die dritte Staffel den Showrunner-Posten räumt und Paul Scheuring ans Ruder lässt, genau bei ihrer Geschichte für die zweite Staffel von „Jack Ryan“ gedacht haben. Die Formel scheint sehr unkompliziert gewesen zu sein: Man nehme ein Land aus Lateinamerika, das kurz vor dem politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kollaps steht und von einem skrupellosen Autokraten beherrscht wird, implementiere einen halsbrecherischen, mit zahlreichen Wendungen vollgestopften Plot, in dem es gerne auch mal richtig schön krachen darf, und erdet das Ganze mit einer Hauptfigur, deren Menschlichkeit und Verletzlichkeit aufgrund eines persönlichen Dramas wie ein gigantisches Leuchtfeuer der Moralität durch den niemals enden wollenden Kugelhagel schimmert.

Vergeblich wartet man auf eine kritische Hinterfragung historisch belegbarer Einflussnahme der USA auf Regierungen und politische Strömungen in Süd- und Zentralamerika, doch was regt man sich überhaupt über solche Mängel auf, wenn die Serie ganz offensichtlich kein Interesse daran hat, ihre Charaktere und deren Handlungen in einen realistischen Kontext einzuordnen? Jedwede Form des politischen Wandels in einer Situation, wie sie sich in dem Venezuela darstellt, wie es uns „Jack Ryan“ zeigt, kann anscheinend nur von außen herbeigeführt werden. Dann nämlich durch die Einmischung cooler Ballermänner, die nicht länger tatenlos mit ansehen können, was in dieser Welt nicht stimmt. Man sollte sich von dem Handlungsstrang um die Zweckpolitikerin Gloria Bonalde (Cristina Umana) keinesfalls täuschen lassen: Die Autoren gaukeln ihrem Publikum einen Hauch von demokratischen Bemühungen und friedlicher Revolution gegenüber Politeliten und dem Establishment vor. Doch die Macht der Veränderung geht letztlich immer nur von heldenhaften Einzelpersonen aus, die sich berufen fühlen, Gutes zu tun beziehungsweise das zu tun, was sie als „gut“ definieren.

Die Perspektiven, die in „Tom Clancy's Jack Ryan“ eingenommen werden, sind nicht nur arg einseitig, sie sind auch wissentlich ignorant und dadurch fast schon unverschämt anmaßend. Was eine Politikerin wie Gloria letztlich für Standpunkte vertritt, wird gar nicht erst ausformuliert. Das zeigt nur, wie uninteressiert man aufseiten der Serienmacher ist, sich ausgiebig mit den Figuren auseinanderzusetzen, die in einer solchen Geschichte, wie sie hier erzählt wird, der klare Fokus sein sollten. Wie sonst kann man deren Lebenslage und Unmut nachvollziehen? Aber auch egal, zurück zu den Sachen, die eigentlich wichtig sind: völlig abstruse Militäreinsätze, die an stumpfe Hooray-Missionen aus Videospielen wie „Call of Duty“ erinnern, unglaublich unglaubwürdig sind und fast schon fassungslos machen (das Staffelfinale ist eine absolute Farce). Und wie wäre es eigentlich mit einem aalglatten Widersacher für Jack Ryan, gespielt von Tom Wlaschiha, der wiederum in einer komplizierten Beziehung zu einer deutschen Geheimagentin steht, die innerhalb weniger Minuten nach ihrem ersten Auftritt im Bett von unserer Titelfigur landet?

Die neuen Folgen von „Tom Clancy's Jack Ryan“ sind nicht nur überladen mit Themen, Ereignissen und Charakteren, sie überheben sich auch komplett. Was man uns letztlich darlegt, ist ein sinnentbehrendes, postimperialistisches Märchen selbstloser US-Samariter, die für das globale Allgemeinwohl agieren und dafür rein theoretisch sogar eine kriegerische Auseinandersetzung auf internationaler Ebene riskieren. Subtext bedarf es da keinen, etliche Twists treiben die verrückte Handlung, die uns zwischenzeitlich „aus Gründen“ sogar nach London verfrachtet, ohne Pause voran. Eine wilde Dschungelschießerei hier (eine gesamte Nebengeschichte rund um ein paar US-Soldaten im venezolanischen Urwald ist reine Zeitverschwendung), Verbrechen gegen die Menschlichkeit da, eine völlig unterforderte Noomi Rapace als BND-Agentin dort - alles muss rein in diesen gewaltigen Mischer der einfachen Serienunterhaltung, bis Venezuela letztlich befriedet ist. Also, zumindest ein bisschen. Und bis die Helden aus dem Hintergrund wieder in den selbigen zurückkehren können, bis die nächste hochriskante Mission zur Weltverbesserung ruft. Über einen Last-Minute-Twist will man sich dann sogar noch eine Absolution hinsichtlich zweifelhafter US-Außenpolitik verschaffen, was schon wieder so frech ist, dass man lautstark applaudieren möchte.

Das ist die zweite Staffel von Tom Clancy's Jack Ryan, die ich mir doch tatsächlich komplett angesehen habe. Um zu sehen, ob es den Verantwortlichen vielleicht doch irgendwann einmal dämmert, was sie hier eigentlich für einen Quark zusammengerührt haben. Aber halt! Es wäre nicht verwunderlich, wenn besagter Quark genau das ist, was das Kernpublikum von „Jack Ryan“ sehen möchte. Laut der Datenfirma 7Park Data schauten sich satte 37 Prozent aller Amazon Prime Video-Nutzer im September des letzten Jahres die erste Staffel der Actionserie an - eine einmalige Zahl für den Streaminganbieter, die natürlich auch mit dem clever gewählten Startdatum zum verlängerten Labor-Day-Wochenende zusammenhing. Aber dennoch: Die Serie erfreut sich scheinbar großer Beliebtheit und starker Abrufzahlen, so wurde bis zuletzt auch immer wieder von Amazon unterstrichen, wo man nicht ohne Grund eine vorzeitige Verlängerung um eine dritte Staffel beschlossen hat. Konkrete Statistiken sucht man logischerweise vergeblich, wobei es wirklich sehr interessant wäre, zu wissen, wie sich die Zuschauerzahlen von „Jack Ryan“ genau darstellen - zum Beispiel bezüglich Geschlecht, Alter und dem Land, aus dem die Serie abgerufen wird...

Nun stellt sich die Frage: Kommt man mit all dem ungefilterten Irrsinn, welcher den handwerklich nach wie vor völlig soliden Actionsequenzen den allerletzten Spaß raubt, der neuen Staffel erneut bei seiner Zuschauerschaft durch? Oder überspannt man den Bogen, der meiner Ansicht nach gleich mehrfach bricht, wirklich so extrem, so dass der Schuss gehörig nach hinten losgeht und selbst diejenigen das Handtuch werfen, die der ersten Staffel etwas abgewinnen konnten? Meine traurige Vermutung: ersteres.

Hier abschließend noch der Trailer zur zweiten Staffel von „Tom Clancy's Jack Ryan“:

«Tom Clancy's Jack Ryan» Trailer

Tom Clancy's Jack Ryan Staffel 2 Episodenguide

2x01 – Die Fracht
31. Oktober 2019

Jack Ryan (John Krasinski) sucht nach der Wahrheit hinter Venezuelas Geschäften mit verschiedenen Weltmächten. James Greer (Wendell Pierce), der bei seiner neuen Stelle in Russland keinen Erfolg... weiterlesen

31. Oktober 2019

Jack (John Krasinski) erhält von Senator Chapin (Michael O'Neill) die Erlaubnis in Venezuela zu bleiben. Präsident Reyes (Jordi Mollà) leugnet jegliche Beteiligung an den Ereignissen, die Jack... weiterlesen

2x03 – Der Ornioco
31. Oktober 2019

Das „U.S Special Activities Team“ kommt in Venezuela an, wo Jacks (John Krasinski) Information sie zu einem Gelände führt, das von der Miliz bewacht wird. Jack sucht tief im Dschungel nach... weiterlesen

2x04 – Eprius
31. Oktober 2019

Jack (John Krasinski) wird von seinen Pflichten in Venezuela entbunden und folgt einer Spur nach London, wo er um Hilfe des MI5 bittet. Dort entdeckt er, dass der Mann, den er verfolgt auch hinter... weiterlesen

2x05 – Blaues Gold
31. Oktober 2019

Jack (John Krasinski) und Harry (Noomi Rapace) nutzen Max' (Tom Wlaschiha) Tochter als Köder und arrangieren so ein Treffen mit ihm. Marcus (Jovan Adepo) irrt durch den Dschungel und stolpert... weiterlesen

31. Oktober 2019

Reyes (Jordi Mollà) beschuldigt die USA die Wahl verfälscht zu haben. Die amerikanische Botschaft wird evakuiert. Jack (John Krasinski), Greer (Wendell Pierce) und Mike November (Michael Kelly)... weiterlesen

31. Oktober 2019

Die Wahl in Venezuela wird verschoben. Jack (John Krasinski) und Mike (Michael Kelly) landen in einem feindlichen Land und müssen um ihr Leben kämpfen. Währenddessen wird Greer (Wendell Pierce)... weiterlesen

2x08 – Strongman
31. Oktober 2019

Jack (John Krasinski) eilt zum Präsidentenpalast, um Greer (Wendell Pierce) zurückzuholen. Als die Stimmenauszählung plötzlich beendet wird, entstehen vor dem Palast gewalttätige Proteste und... weiterlesen

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