iZombie 2x03

Der Mord an einer High-Society-Lady verschlägt Liv in der Episode Real Dead Housewife of Seattle der Serie iZombie ins Milieu der Reichen und Schönen. In Verbindung steht dazu einmal mehr der Energydrinkhersteller Max Rager.
Driving Miss Crazy
Zwar war der Mordversuch erfolgreich, doch den Täter riss es dabei direkt mit in den Abgrund. Doch für Liv (Rose McIver) und Clive (Malcolm Goodwin) ist der Fall damit nicht abgeschlossen, da der Ehemann der Verstorbenen für Max Rager in der Führungsetage arbeitet und deswegen bei den beiden automatisch die Alarmglocken klingeln.
Basierend auf der Theorie, dass der Mörder von jemandem engagiert wurde, hören sich sie im noblen Umfeld und bei Vorstandschef Vaughn du Clarke um, der laut Society-Experten als begehrtester Junggeselle der Stadt gilt.
Gesellig war dieser auch mit dem Opfer, was vor allem Ehemann Terrence (David Starzyk) in den Kreis der Verdächtigen rückt. Jedoch sind beide dieser vorzüglichen Kandidaten ausnahmsweise mal nicht schuldig, denn Clive findet heraus, dass die Stylistin Bethany (Jazz Raycole) wesentlich mehr überpuderten Dreck am Stecken hat, als man vermutet hätte. Ärgerlicherweise arbeitete diese sich im Lauf der Episode immer weiter auf Livs kurz gewordener Freundesliste hoch, sodass sie diese ungern, aber dennoch bestimmt, dingfest macht.
In der Zwischenzeit entsorgt Vaughn sich eines lästigen Widersachers, während Gilda (Leanne Lapp) Major (Robert Buckley) verführt, der wegen seines todbringenden Jobs zusehends mit Gewissensbissen zu kämpfen hat. Außerdem kehrt Peyton (Aly Michalka) mit der Kampfansage zurück, als stellvertretende Staatsanwältin den Utopium-Handel ins Visier zu nehmen.
Major Rager
Es dauert nicht lange, bis das Gehirn der Woche bei Liv Wirkung zeigt. Rose McIver adaptiert die Verhaltensmuster der verwöhnten Trophy-Wife dabei erschreckend gekonnt und legt einmal mehr eine ansehnliche Performance aufs Parkett. Der Ton von Real Dead Housewife of Seattle ist im Vergleich zur letzten Episode ein wenig leichter.
Ein erfreuliches grundlegendes Merkmal der aktuellen Staffel wird auch hier fortgesetzt: Es werden alle Ereignisse und Figuren durchgehend miteinander verwoben. Dafür sorgt in erster Linie der Fall der Woche, der zu Max Rager und Vaughns aktuellem Treiben führt. Ebenso gut wird die Rückkehr von Peyton (Aly Michalka) in Blaines (David Anders) Kampagne gegen seine Utopium-Konkurrenz verflochten. Alle Figuren sind entweder direkt oder über andere Charaktere miteinander verbunden.

Eigentlich gibt es auch an dieser Episode nur geringfügig etwas auszusetzen. Bethany (Jazz Raycole) als Täterin, nachdem ihre aufkeimende Freundschaft zu Liv dermaßen stark betont wurde, war vielleicht ein wenig vorhersagbar. Auch die Richtung die Major nun einschlägt, weckt momentan noch dezente Skepsis in mir. Wenn er so weiter macht, wird er mit diesen Schuldgefühlen sicherlich nicht weit mit seiner Liste kommen. Seine Rechtfertigung gegenüber Liv, was seinen neuen Arbeitsplatz betrifft, war dermaßen dünn, dass er sogar große traurige Hundeaugen in Form seines adoptierten Vierbeiners als Unterstützung bekommen hat, um ihn auch nach dem Mord noch als sympathisch darzustellen. Das hat er, auch wenn das etwas dick aufgetragen war, durchaus nötig, denn zumindest meine Sympathie für seine Lage, sich instrumentalisieren zu lassen, konnte er bisher noch nicht wirklich gewinnen.
Sein Verhältnis zu Liv dürfte sich so schnell auch nicht bessern, denn auch wenn er ihr gegenüber zunehmend auftaut, so wird sie nicht sonderlich begeistert darüber sein, dass seine neue Affäre sich mitten im Zentrum von Max Rager befindet. Gilda (Leanne Lapp) macht ihm das Widerstehen allerdings auch nicht gerade einfach, wobei ihm klar sein sollte, dass ihre Zuneigung nicht ohne Hintergedanken sein dürfte.
Diese gefällt mir mit ihrem charismatischem Auftreten zunehmend. Die Erkenntnis, dass sie Vaughns Tochter ist, lässt ihr für eine Untergebene freches Auftreten gegenüber ihrem Boss nun in einem ganz anderen Licht stehen.
Pour Terrence. Always so consumed by work.
Nach dem amüsanten Auftritt in der Staffelpremiere legt Steven Weber als Over-The-Top-Bösewicht noch eine Schippe drauf, was mich nun endgültig zum Fan seines Charakters werden lässt. Durch dessen durchtriebene narzisstische Persönlichkeit ist er zweifellos nicht die netteste Person in Seattle, aber genau das gepaart mit einer leichten Portion Größenwahn macht ihm zu einem extravaganten Gegenspieler, dem ich trotz seiner bösen Machenschaften, einfach nicht böse sein kann.
Seine Reaktionen auf Livs Gehabe sind einfach nur zum Schießen komisch und sein übersprudelndes Selbstbewusstsein harmoniert perfekt mit dem humorvollem Unterton von iZombie. Etwas weniger zufrieden bin ich hingegen mit Ravis Verhalten, der Livs eindeutige Signale, dass sie an diesem Abend nicht allein sein wollte, einfach ignoriert hat. Zu seiner Verteidigung könnte man natürlich behaupten, dass er sich ein wenig Spaß verdient hatte und seine blasse Freundin auch nicht direkt erwähnte, dass es ihr Geburtstag war. Doch als einer ihrer besten Freunde darf er sowas auch ruhig wissen, da er ansonsten sogar für deutsche Implantatgrößen genügend Speicherplatz in seinem Gehirn zu finden scheint.

Bevor Livs Einsamkeit an diesem besonderen Tag sich in ihrer Traurigkeit auf den Zuschauer übertragen kann, rettet Peyton (Aly Michalka) mit ihrer gebackenen Geste der Freundschaft den Tag. Das bedeutet vor allem mit großer Wahrscheinlichkeit, dass sich das Verhältnis der beiden sich wieder auf einem guten Weg befindet.
In der Kategorie der kleinen Details lässt sich noch anmerken, dass Livs amüsante Blitzbewertungen der SugarDaddio-Frauen nicht nur treffsicher und gemein waren, es reflektierte auch wunderbar die Abneigung ihres Leihgehirns gegen diese Art von Konkurrentinnen. Zudem wurde netterweise einmal mehr ein Gruß an Veronica Mars-Fans durch Livs Zitat des Introsongs („A long time ago, we used to be friends“) platziert. Zusammen mit anderen Popkulturreferenzen sorgen solche Komponenten immer auf erfrischende Art dafür, dass in jeder Episode die Detailverliebheit der Macher zu spüren ist.
Fazit
iZombie baut auch in Real Dead Housewife of Seattle sein Netz aus Verbindungen innerhalb der Figuren und der Story-Arcs weiter aus, sodass spannende Voraussetzungen für den weiteren Staffelverlauf gegeben sind. Dabei trumpft die Episode mit einem zielsicheren und humorvollem Gewandt, getragen von einer gewohnt starken Rose McIver sowie einem überragenden Steven Weber auf.
Der Trailer zur nächsten Episode „iZombie“:
Verfasser: Tim Krüger am Mittwoch, 21. Oktober 2015iZombie 2x03 Trailer
(iZombie 2x03)
Schauspieler in der Episode iZombie 2x03
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