iZombie 1x02

iZombie 1x02

In der zweiten Episode von iZombie versucht Liv, den Mord an einem KĂŒnstler aufzuklĂ€ren. ZusĂ€tzlich muss sie feststellen, dass sie mit ihrem besonderen Zustand tatsĂ€chlich nicht völlig alleine dasteht.

David Anders und Rose McIver in „iZombie“ / (c) The CW
David Anders und Rose McIver in „iZombie“ / (c) The CW
© (c) The CW

Liv (Rose McIver) und Ravi (Rahul Kohli) unterstĂŒtzen Babineaux (Malcolm Goodwin) bei dessen Ermittlungen in einem weiteren Mordfall. Der Verzehr vom KĂŒnstlerhirn des Opfers weckt dabei nicht nur die kĂŒnstlerische Ader in Liv, sondern auch dessen Sexualtrieb casanova'schen Ausmaßes, was die blasse Gerichtsmedizinerin in so manche komische Situation bringt.

Two zombies walk into a morgue

Der bekannte verstorbene Maler lebte alles andere als monogam, was die Liste der potentiellen VerdĂ€chtigen nicht gerade einschrĂ€nkt, sodass die Visionen von Liv gefragt sind, um den Kreis der möglichen TĂ€ter weiter auszudĂŒnnen. Ihre neuen kĂŒnstlerischen Talente sind zudem bei der Suche nach dem Zombie aus ihren TrĂ€umen ausgesprochen praktisch.

Als dieser von ihrer Suche erfĂ€hrt und in Form von Blaine (David Anders) in der Leichenhalle auftaucht, um mit ihr zu sprechen, ist Liv zunĂ€chst fasziniert, dass sie nicht die Einzige ist. Aber zugleich auch misstrauisch. Schließlich ist er der unsympathische Typ von der Party, der sie belĂ€stigt hat, ihr Drogen verkaufen wollte und zu allem Überfluss ausgerechnet derjenige ist, der fĂŒr ihren untoten Zustand verantwortlich ist. Aber wie er ihr versichert, sind seine Tage als Drogendealer gezĂ€hlt, denn er ist mittlerweile ein besserer Mensch/Zombie geworden.

Das lĂ€sst sich allerdings so nicht wirklich unterschreiben, denn statt dem Drogenbusiness zu entsagen, scheint er seine Quasi-UnverwĂŒstlichkeit vielmehr dazu zu nutzen, das lokale Drogenimperium zu ĂŒbernehmen. DarĂŒber hinaus scheint er nebenbei seine eigene kleine Zombiehorde zu kreieren und sich gleichzeitig auf Ă€ußerst zwielichtige Weise die Finanzierung seiner zukĂŒnftigen Eskapaden zu sichern.

Apropos Eskapaden: Liv gelingt es zusammen mit Ravi und Babineaux, die Ă€ußerst delikaten UmstĂ€nde des frĂŒhzeitigen Ablebens im Fall des toten KĂŒnstlers zu enthĂŒllen: Wie Babineaux vorher mehrfach ankĂŒndigte, ist es immer die Ehefrau (Gaststar Judy Reyes). Diese war eher abgeneigt, ihrem Ehemann die PlĂ€ne sie aufgrund einer von ihm schwangeren 18-JĂ€hrigen zu verlassen, zu verzeihen.

The first rule of brain club

Brother Can You Spare a Brain nimmt den RĂŒckenwind und das Tempo aus der ersten Episode mit und stellt dabei eine neue Figur auf, wĂ€hrend bestehende Charaktere weiter etabliert werden. Mittlerweile lĂ€sst sich auch feststellen, dass Liv (Rose McIver), Ravi (Rahul Kohli) und Babineaux (Malcolm Goodwin) eine wirklich gute Chemie miteinander haben, da ihr Zusammenspiel bereits nach dieser kurzen Zeit vertraut wirkt und dem Zuschauer das GefĂŒhl gibt, in diese Vertrautheit integriert zu werden.

Durch den Fall gerĂ€t Liv dieses Mal in einige lustige Situationen, die zunĂ€chst subtil, dann immer offensichtlicher den Zuschauer realisieren lassen, dass sie sich aufgrund ihres Tacosnacks zu den Zeugen und VerdĂ€chtigen hingezogen fĂŒhlt. Dabei sind sowohl Livs Reaktionen als auch die irritierten Blicke Babineaux' Gold wert. Dies wird dementsprechend sowohl nach der Szene auf der Couch als auch spĂ€ter mit entsprechend bissigen Kommentaren quittiert („Good cop, horny cop“).

Auch Ravi darf neben Liv, die sowieso immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, immer wieder mit treffsicheren Kommentaren glĂ€nzen. Die grĂ¶ĂŸte Entwicklung ist die EinfĂŒhrung von Blaine (David Anders), der einen bemerkenswerten ersten Auftritt hinlegt. ZunĂ€chst schafft er es durchaus, seine Wandlung glaubhaft darzustellen und Hoffnung auf einen weiteren verbĂŒndeten Untoten zu machen. Doch er bringt einen viel interessanteren Aspekt mit sich: Er ist ein potentieller Gegenspieler. Dabei bleibt er trotz seiner Position nicht unsympathisch, was ihn bereits jetzt zu einer sehr interessanten Figur macht. Sein Auftauchen wirft neue Fragen auf. Unter anderem, ob er neben seinen Ambitionen in der Unterwelt eine kleine private Horde von Zombies aufzubauen gedenkt, und ich bin gespannt, ob er den Sprung vom Bad Boy zum Bösewicht in naher Zukunft wagen wird.

Rose McIver in %26bdquo;iZombie%26ldquo; © The CW
Rose McIver in %26bdquo;iZombie%26ldquo; © The CW

Der Fall ist diese Woche eher Nebensache, funktioniert aber als Mittel zum Zweck fĂŒr das Chaos, das die Adaption diverser Persönlichkeitsmerkmale bei Liv hinterlĂ€sst, sehr gut. Zudem ist es beinahe erfrischend, dass die Autoren sich keine extravaganten Twists in Bezug auf die TĂ€terin haben einfallen lassen und Babineaux recht behalten hat. Manchmal dĂŒrfen Teile von Storylines auch simpel sein, wenn sie dafĂŒr effektiv sind.

Doch nicht alles lĂ€uft fĂŒr die junge Untote, wie sie es sich wĂŒnscht. Ihre neuen FĂ€higkeiten inspirieren sie dazu, einen voreiligen Schritt zu wagen, was ihren Exfreund Major (Robert Buckley) anbetrifft. Auch wenn der Zuschauer die sympathische Liv begleitet und möchte, dass sie glĂŒcklich wird, so ist Majors Reaktion doch verstĂ€ndlich und so sehr man es ihr auch gönnt, diese Wiedervereinigung wĂ€re wirklich zu frĂŒh gewesen. Stattdessen weckt diese Szene Erinnerungen an Begegnungen zwischen Veronica Mars (Kristen Bell) und Logan Echolls (Jason Dohring) aus der frĂŒheren Serienkreation von Rob Thomas.

Livs melancholische Phase der Selbstreflexion scheint ein wichtiger Bestandteil des Abschlusses der Folgen zu werden, was zwar Geschmackssache ist, mir allerdings persönlich als passender Schluss wirklich gefĂ€llt und auch dieses Mal Livs Reise und ihren Fortschritt in gut gewĂ€hlten Worten beschreibt. Es vereint das unbeschwerte Motto der Serie mit nachdenklichen und teils dĂŒsteren Elementen, die jedoch in einer angenehmen Balance nie die lockere und humorvolle Stimmung kippen.

Fazit

Brother Can You Spare a Brain knĂŒpft mĂŒhelos an die StĂ€rken der Pilotepisode an und etabliert gleichzeitig einen Gegenspieler fĂŒr Liv, der außerordentlich hohes Potential besitzt. Die junge Untote wĂ€chst einem in rasanter Geschwindigkeit ans Herz und eine fantastische Rose McIver schafft es mĂŒhelos, Empathie zu erzeugen. iZombie entwickelt sich schnell zu einer cleveren, lustigen und dank der EinfĂŒhrung von Blaine auch spannenden Serie, bei der ich mich bereits jetzt schon auf die nĂ€chste Episode freue.

Der Trailer zur nĂ€chsten Episode „iZombie“

Verfasser: Tim KrĂŒger am Mittwoch, 25. MĂ€rz 2015

iZombie 1x02 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 2
(iZombie 1x02)
Deutscher Titel der Episode
Ein zweiter Zombie
Titel der Episode im Original
Brother, Can You Spare A Brain?
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 24. MĂ€rz 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 13. August 2015
Regisseur
John T. Kretchmer

Schauspieler in der Episode iZombie 1x02

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?