Into the Night: Review der Pilotepisode

Into the Night: Review der Pilotepisode

Mit dem Flugzeug vor der Sonne und dem Weltuntergang flüchten? Um diese Prämisse dreht sich die belgische Serie Into the Night, die nun bei Netflix startet. Lohnt es sich, in diesen Flieger einzusteigen?

Szenenfoto aus der belgischen Serie Into the Night (c) Netflix
Szenenfoto aus der belgischen Serie Into the Night (c) Netflix
© zenenfoto aus der belgischen Serie Into the Night (c) Netflix

In der Auftaktepisode der brandneuen Netflix-Serie Into the Night schnappt sich der italienische Major Terenzio (Stefano Cassetti) am Flughafen von Brüssel ein Maschinengewehr der Sicherheitskräfte, kapert ein Linienflugzeug und zwingt es abzuheben. Was zunächst wie ein terroristischer Anschlag aussieht, hat jedoch ganz andere und durchaus dringende Beweggründe.

Was geschieht in der Pilotepisode von Into the Night?

Da der Pilot (Laurent Capelluto) der Maschine während eines Gerangels im Cockpit eine Kugel in die Hand abkriegt, dirigiert Terenzio die Hubschrauberpilotin aus Militärzeiten Sylvie (Pauline Etienne) und eine Pflegerin mit in die Flugkabine, um den Piloten zu versorgen und zu gewährleisten, dass sie das Flugzeug unter Kontrolle halten. Ihnen erzählt er die unglaubliche Geschichte, dass die Sonne zur tödlichen Gefahr geworden ist und der Sonnenaufgang die Menschen töten wird. Der einzige Weg, diesem Schicksal zu entkommen sei es zunächst, so weit wie möglich gen Westen zu fliegen und die Nacht zu verfolgen.

Ursprünglich von Brüssel in Richtung Moskau unterwegs gewesen, bricht der Kontakt mit jedweden Towern und der Außenwelt während des Flugs ab. Als sie in Island zwischenlanden wollen, machen sie beim Überflug über den Flughafen Zerstörung und Chaos aus und beginnen, den Worten Terenzios glauben zu schenken. Um noch im Schutz der Dunkelheit aufzutanken, landen sie schließlich auf einem schottischen Militärflughafen, auf dem sie lediglich auf ein Trio von Soldaten stoßen, die sie zur Eile drängen, mit ihnen zusammen möglichst schnell wieder in die Luft zu steigen, während sich gleichzeitig mit Zugang zum Internet die schlimmsten Befürchtungen der Passagiere zu bestätigen scheinen.

Flug ins Ungewisse

Erinnert sich noch jemand an die klassischen Katastrophenthriller, die in einem Flugzeug spielen? Die erste Episode lehnt sich stark an die klaustrophobische Atmosphäre dieser Filme an und mischt diese mit der Ungewissheit und dem Mystery-Element des Ungewissen. Es ist aber sicher kein „The Langoliers“, denn das fiktive Szenario ist mehr katastrophenbezogen, auch wenn Spannungen innerhalb der Passagiere an Bord ebenfalls zu den zentralen Konflikten gehören. Diese entstehen vor allem durch die international gemischten Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unterschiedliche Persönlichkeiten jeden Alters und aller Kulturen prallen aufeinander, so dass Meinungsverschiedenheiten bereits vorprogrammiert sind. Während man damit natürlich viele Archetypen abdeckt, ist als Kind unserer Zeit auch eine Influencerin an Bord - ein Charakter, den man aufgrund der damit einhergehenden Selbstverliebtheit nur in den seltensten Fällen auch nur ansatzweise sympathisch porträtiert sieht. Generell kommt außer der Ex-Militärpilotin Sylvie und der als Ärztin fungierenden Pflegerin bisher kaum jemand sympathisch herüber.

Die Serie sieht zwar nicht unbedingt nach einem Billigflieger aus, doch da der Großteil der ersten Episode im Flugzeug stattfindet, lässt sich die Qualität der Produktion selbst nur schwierig abschätzen. Der Cast ist so international wie die dargestellten Figuren, wirklich bekannte Gesichter wird man unter ihnen aber nicht finden. Deren Performance ist dafür aber bisher weitestgehend passabel. Die Prämisse mag zwar ein wenig abgehoben sein, aber durch das Mysterium und die Umstände an sich kann durchaus etwas Spannung erzeugt werden. Damit die Story so brisant wie möglich bleibt, reiht man allerdings ein paar sehr passende Zufälle aneinander: Natürlich zerstört die Gewehrkugel die Kommunikationsmöglichkeiten mit der Außenwelt und ausgerechnet in diesem Flugzeug ist die WLAN-Funktion beziehungsweise das Internet ausgefallen, um praktischerweise die Dramatik für die Figuren zu erhöhen. Mit einem todkranken Kind kurz vor einer Operation und einem Diamantenschmuggler, der mit den Klunkern im Magen versteckt plötzlich kollabiert, drückt man schon etwas arg auf den höchstmöglichen Drama- und Klischeefaktor.

Fazit: Business Class

Into the Night ordnet sich etwa in der Mitte zwischen Holzklasse und First Class ein, denn trotz kleinerer Turbulenzen kommt mitunter schon Spannung auf und die Neugier auf die Hintergründe der Katastrophe sowie die prekäre Lage wecken genug Laune, um vorerst weiterschauen zu wollen. Mit nur sechs Episoden, die mit jeweils knapp unter vierzig Minuten Laufzeit ziemlich schnell verstreichen, bietet sich die belgische Serie möglicherweise auch zum bingen an, solange man nicht gleich erwartet, hier einen absoluten Senkrechtstarter zu erleben.

Der Trailer zur belgischen Netflix-Serie Into the Night:

Hier abschließend der Trailer:

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