In the Dark: Pilot - Review

In the Dark: Pilot - Review

Die neue The-CW-Serie In the Dark erzählt die Geschichte der jungen blinden Murphy, die in einen Mordfall verstrickt wird, und mischt dabei Drama, Comedy und eine Crimestory zusammen. Ob diese Mischung aufgeht, verrät unser Review zur Pilotepisode.

Perry Mattfeld in „In the Dark“ (c) The CW
Perry Mattfeld in „In the Dark“ (c) The CW
© erry Mattfeld in „In the Dark“ (c) The CW

Murphy (Perry Mattfeld) ist als Hauptfigur von In the Dark unfreundlich, zynisch, dem Alkohol nicht abgeneigt und bekommt ganz allgemein ihr Leben nicht wirklich auf die Reihe. Dass dies der Fall ist, liegt nicht daran, dass sie blind ist, sondern vielmehr an ihrer ganz besonders charmanten Persönlichkeit. Ihr Leben gerät noch viel mehr aus den Fugen, als ihr bester Freund ermordet wird, doch niemand ihr Glauben schenken will.

Was geschieht in der Pilotepisode?

Murphy hängt gerne mit ihrem Kumpel Tyson ab, der in einer Seitengasse Drogen für seinen Cousin Darnell (Keston John) verkauft und ihr einst das Leben rettete, als sie überfallen wurde. Doch eines Tages ist sie sich sicher, dass vor ihr die Leiche des Jungen liegt. Als die Polizei jedoch keine Hinweise auf ein Verbrechen an dem Ort findet, an dem sie ihn entdeckt hat, scheinen ihr die Uniformierten nur wenig zu glauben.

Nebenbei bekommt sie von einem Ehepaar einen Scheck zugesteckt, der für das Tierheim ihrer Adoptiveltern gedacht ist, in dem sie unter anderem Blindenhunde wie Pretzel ausbilden, der Murphy im Alltag zur Seite steht. Als der verheiratete Mann Interesse an ihr zeigt und sie kurze Zeit später in einer Bar ausfindig macht, lässt sie sich von ihm dazu überreden, mit ihm in sein Apartment zu kommen, um mit ihm zu schlafen. Doch, bevor es dazu kommt, werden die beiden von der Ehefrau erwischt und der Scheck am nächsten Tag widerrufen.

Statt sich, wie gewohnt, für längere Zeit dem Alkohol hinzugeben, versucht Murphy, sich, nachdem sie einen Abend im Hause ihrer Eltern verbringt, zusammenzureißen und sich auf das Verbrechen an Tyson zu konzentrieren. Dazu schließt sie sich sowohl mit Polizist Dean (Rich Sommer) zusammen, der eine blinde Tochter hat, mit der sie sich auf Anhieb versteht, als auch mit Darnell, der zunächst ebenso ihren Verdacht bezweifelt. Doch, nachdem sie Tysons Handy ausfindig macht, steigt das ungute Gefühl, dass etwas nicht stimmt, auch bei Darnell...

You're not even nice to your own dog

In the Dark mischt direkt von Beginn an viele verschiedene Tonarten, von denen einige funktionieren, andere wiederum auch nicht. Murphy wird von Beginn an als Antiheldin etabliert, die größtenteils egoistisch, zynisch und sarkastisch herüberkommt und sich nur bedingt um ihre Mitmenschen schert. Dass sie an den richtigen Stellen im Zuge der Geschichte noch auftauen wird, ist im Grunde schon vorprogrammiert, auch wenn man auf ihren rohen Charme baut, mit dem sie überall zwangsläufig aneckt. Wichtig ist diesbezüglich, dass man sie gleichzeitig eben noch sympathisch oder witzig genug darstellt, damit der Zuschauer trotzdem mit ihr mitfiebert.

Die größte Problemzone des Serienstarts ist der Crime-Plot der ansonsten als Dramedy ausgelegten Stimmung. Man wird das Gefühl nicht los, als würde die Serie als Erzählung aus dem Leben seiner eigenwilligen Protagonistin in Form einer Dramedy besser funktionieren und genug Stoff für solch eine Ausrichtung bieten. Es fühlt sich auch kaum wie eine typische CW-Serie an, sondern erinnert eher an die Art von Dramedy, die mitsamt des Drehbuchs und der zynischen, rauchenden, trinkenden und sexuell ziemlich aktiven Protagonistin bei einem Bezahlsender wie etwa FX besser aufgehoben wäre. Also zumindest, sofern noch etwas mit Schimpfwörtern um sich geworfen werden würde...

The CW
The CW - © The CW

Witzige Szenen wie Murphys Versteck unter einem Glastisch oder ihre stumpfe Antwort, auf eine zugegeben dumme Bemerkung einer Frau im Auto in Bezug auf ihre ihre Blindheit, können einige Treffer landen. Auch ihr Verständnis mit der blinden Tochter des Polizisten Dean wirkt organisch und der weitere Dramabereich rund um die Beziehung zu ihren Adoptiveltern und ihrer Mitbewohnerin birgt zumindest durchaus Potential.

Inwieweit das Leben einer blinden Person authentisch dargestellt wird, wage ich nicht zu beurteilen, es ist aber auf jeden Fall ein interessanter und mutiger Ansatz, Murphy als Frau mit starken Charakteristika darzustellen, die eben nicht nur im behüteten Sympathiebereich anzusiedeln sind. Perry Mattfeld bringt in ihrer Performance zumindest einiges an Gefühl mit rein.

Fazit

Sowohl einige Drama- als auch Comedyelemente funktionieren bei In the Dark einwandfrei, doch das Ganze beißt sich stark mit dem Crime-Plot, der unpassend hervorsticht. Der Eindruck überwiegt, als ob die Serie auch ohne dieses Element auskommen und möglicherweise sogar besser funktionieren würde. So wie es ist, wirkt der Pilot im Versuch, zu viel miteinander zu mischen, stellenweise zu unfokussiert. Es ist so, als ob drei verschiedene Drehbücher aus verschiedenen Genres zusammengeworfen worden sind, von denen zwei miteinander harmonieren, während eins davon ein Fremdkörper bleibt. Die Pilotepisode war unterm Strich keineswegs schwach, doch die Serie muss noch einige Überzeugungsarbeit leisten, um über weitere Episoden hinaus attraktiv bleiben zu können.

Hier noch der Trailer zur neuen Serie „In the Dark":

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