
© nbar Lavi aus „Imposters“ / (c) Bravo
Der amerikanische Kabelsender Bravo hat nach Girlfriends' Guide to Divorce und Odd Mom Out die dritte drehbuchbasierte Eigenproduktion zu verzeichnen und mit Imposters von Adam Brooks („Definitely, Maybe“) und Paul Adelstein („GGtD“) eine weitere unbeschwerte, wenn auch hin und wieder ins Dramatische abrutschende Serie im Programm. Ursprünglich wurde sie unter dem Titel My So-Called Wife entwickelt, was nun der Name der Pilotepisode ist.
Wenn Geld und Liebe sich in Luft auflösen
Das arme Würstchen Ezra Bloom (Rob Heaps) hält sein Eheglück mit der exotischen Belgierin Ava (Inbar Lavi) für perfekt. Zumindest, bis sie sich eines Tages als Trickbetrügerin entpuppt und sich mit seinem kompletten Geld und einem Teil des Geldes seiner Familie aus dem Staub macht. In einer verdächtig emotionalen Videonachricht (war hier doch mehr als Geld im Spiel?) verabschiedet sie sich und rät ihrem überrumpelten Exmann dazu, sie zu vergessen und sich nicht auf die Suche nach ihr zu machen. Ava, oder wie auch immer sie wirklich heißt, arbeitet nämlich nicht allein und hat Informationen über die schmutzige Wäsche seines Vaters, die die Familie ruinieren könnte.

Nach obsessiver Entwicklung von Verschwörungstheorien, einem peinlichen Ersatz-Tête-à-Tête mit einer wohl leicht in ihn verschossenen Freundin und mehreren Selbstmordversuchen, die trotz deutschsprachigem Anleitungsvideo aus dem Netz nicht halb so witzig rüberkommen, wie die Serienmacher sich das wohl vorgestellt haben, bekommt Ezra Besuch vom FBI. Oder zumindest von jemandem, der sich dafür ausgibt, denn in Wahrheit handelt es sich bei Agent Handsome um Richard (Parker Young), einen weiteren Verschmähten, den die Betrügerin als Alice aus New York ausgeraubt hat. Gemeinsam kratzen sie ihre letzten Piepen zusammen, um die vermeintliche Frau ihrer Träume mithilfe zwielichtiger Methoden aufzufinden und zu konfrontieren.
Die Gesuchte hat andernorts schon längst ganz andere Sachen um die Ohren. Mit ihren beiden Kollegen hat sie nämlich bereits einen weiteren Auftrag für einen großen Fisch erhalten. Bei der Betrügerei handelt es sich offenbar um eine größere Operation. Dieses Mal soll sie als Saffron den stinkreichen Bänker Gary Heller (Aaron Douglas) ausnehmen.

Fazit
Imposters ist eine romantische Räuberpistole, die hin und wieder awkward mit witzig verwechselt, aber im Großen und Ganzen ein harmloses und kurzweiliges Vergnügen ist. Rob Heaps schafft es, die richtige Menge sympathische Trotteligkeit an den Tag zu legen, auch wenn er ebenso gut die Rolle des attraktiven Leidensgenossen hätte übernehmen können - und Inbar Lavi gibt eine überzeugende Trickbetrügerin ab, die sichtlich Spaß an ihren unterschiedlichen Rollen hat.
Wie in so vielen romantischen Komödien ist das Potential für romantische Gesten, die im Endeffekt eher unheimlich anmuten, besonders groß. In der ersten Episode läuten die Alarmglocken hierfür während der Suizidversuchmontage oder spätestens, wenn die Gesichtserkennungssoftware im großen Überwachungsstil nach der Unauffindbaren sucht.