Ich und die anderen Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Ich und die anderen Staffel 1

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Wer im deutschsprachigen Kulturraum aufwächst, lernt schon im Kindesalter, dass Wünsche selten gut ausgehen. Versteckte Klauseln stürzen die Glücksuchenden ins Unglück - egal, ob in Grimm'schen Märchen oder bei Goethes „Faust“. Im besten Fall steht man am Ende wieder ganz am Anfang, und hat zudem die wichtige Lektion gelernt, dass Genügsamkeit und Tugend den wahren Weg der Erfüllung weisen. Abkürzungen sind gegen die allgemeinen Spielregeln.

Der österreichische Fernsehzauberer David Schalko - der mit Serien wie Braunschlag und Altes Geld im ORF für reichlich Furore gesorgt hat, weil er seiner Alpenrepublik den schonungslosen Spiegel vorhielt, wofür er auch aus der Bundesrepublik bejubelt wurde -, widmet sich nun selbst dem Thema Wünsche. Vor allem aber arbeitet er sich mit seiner neuen Sky-Serie Ich und die anderen an unserer spätkapitalistischen Gesellschaft ab, in der wir alle uns in ständigen Selbstoptimierungsodysseen verlieren, um uns davon abzulenken, wie unglücklich wir sind.

Der Sechsteiler mit Tom Schilling („Unsere Mütter, unsere Väter“) als ganz gewöhnlicher Mann, um den sich die ganze Welt drehen soll, startet faszinierend, doch wird dann immer unzugänglicher. Der experimentelle, teils schockierende Stil sorgt zwar für ein paar Höhepunkte, später dann aber nur noch für Ermüdung. Zumal in der Comedy keine stringente Geschichte erzählt wird. Es handelt sich mehr um eine Sketch-Show, die deutlich schneller über die Bühne hätte gebracht werden können.

Worum geht's?

Schilling spielt Tristan, der mit seiner schwangeren Freundin Julia (Katharina Schüttler) zusammenlebt, für die er sich nie aktiv entschieden hat, und für ein Bullshit-Unternehmen arbeitet, das vom Selbstdarsteller Herr Brandt (Lars Eidinger) geleitet wird, den Tristan und alle anderen Angestellten verachten. Insgesamt ein ganz normales Leben, wobei wir unseren Protagonisten an einem absolut unnormalen Tag kennenlernen. Im Traum hat er einen Wunsch geäußert: „Ich will, dass es um mich geht. Ich will, dass ihr mich seht, dass ihr mit mir mitgeht. Ich will, dass ihr ich seid, dass ihr alles über mich wisst.

Am nächsten Morgen weiß Julia von seiner fehlenden Zuneigung, weiß sein Chef von seiner fehlenden Motivation, und weiß der ganze Rest von seinem eher unterdurchschnittlich großen Penis. Ein umso tragischeres Manko, weil sein Vater (Martin Wuttke) regelrecht berüchtigt für sein gigantisches Gemächt ist. Tristans Schwester (Sarah Viktoria Frick), die logischerweise Isolde heißt, nutzt den Phallus ihres Vaters sogar als Inspiration bei ihrer Kunst. Und auch die Mutter (Sophie Rois) ist mächtig stolz. Es steckt viel Freud in dieser Serie. Aber was würde man auch erwarten, von einem Wiener Serienmacher?

Sky
Sky - © Sky

Als Tristan seinen Wunsch bereut, bietet ihm sein mysteriöser Taxifahrer (Ramin Yazdani), der hier sozusagen der Genie ist, einen weiteren Versuch an, die Welt zurechtzubiegen. Nun wünscht sich der Protagonist, dass ihn alle lieben. Dabei kommt es zu einer fantastischen Coca-Cola-Werbe-Persiflage, die vielleicht sogar das Potential haben könnte, über die Serie hinaus als Meme bekannt zu werden. Man kann sich auch schon denken, dass Tristan trotzdem nicht sein Glück findet. Also versucht er es weiter und weiter und weiter und weiter...

Wie ist es?

Ich und die anderen beginnt recht vielversprechend und weckt Neugier, doch das Kunststück wird bald durchschaubar, sodass nach drei Episoden die Luft raus ist. Tom Schilling hat als Hauptdarsteller dieser One-Man-Show ein paar nette Momente - der besagte Werbespot zum Beispiel -, am Ende bleibt er aber insgesamt zu blass, um die Serie wirklich zu tragen (was ein Stück weit auch Absicht sein dürfte, weil Tristan ja ein Mann ohne Eigenschaften sein soll). Normalerweise verlässt sich David Schalko eh nie auf Einzelfiguren, sondern glänzt mit seinen Kabinetten unverwechselbarer Charaktere.

Ich muss ehrlich sagen, dass mir vor allem Tristans Familie gehörig auf die Nerven ging. Diese Fixiertheit auf lausige Peniswitze und das wie üblich furchtbar theatralische Schauspiel ergibt ein giftiges Gemisch, das jeden Spaß zunichte macht. Wenn es nicht so gemein wäre, würde man Schalko am liebsten einen Ausrutscher in Richtung Edginess unterstellen. Dabei kann seine neue Serie naturgemäß nicht mehr richtig frech sein, weil sie bei Sky sowieso nur von einem Spezialpublikum gesehen werden wird. Der breiten ORF-Masse all das aufzudrücken, wäre lustiger gewesen.

Szenen, die für mich fast immer funktioniert haben, waren die mit dem Obdachlosen Marvin (Fabian Krüger), mit Tristans enigmatischem Arbeitskollegen Hubert (Merlin Sandmeyer) und seiner Exfreundin Franziska (Mavie Hörbiger). Und auch Lars Eidinger hat seine Momente in der Serie, genauso wie der chaotische Psychotherapeut Dr. Schubert (Michael Maertens), der aufgrund der Wünsche des Protagonisten oft den eigenen Berufseid brechen muss und selbst den Verstand verliert.

Es stecken viele gute Ideen in Ich und die anderen und interessante Fragen sowieso. Inszeniert ist das Ganze übrigens ebenfalls sehr stylisch. Und ein, zwei gute Zeilen werden sicher auch hängenbleiben, wenngleich das Gros der Dialoge eher platt erscheint. Man hätte einfach mehr erwartet von David Schalko, der zuletzt schon mit M - Eine Stadt sucht einen Mörder etwas geschwächelt hat. Hoffentlich findet er spätestens für seine neue Ibiza-Affären-Serie zur alten Stärke zurück...

Hier abschließend noch der Trailer zur Sky-Serie Ich und die anderen:

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«Ich und die anderen» Trailer

Ich und die anderen Staffel 1 Episodenguide

1x01 – Episode 1
29. Juli 2021
1x02 – Episode 2
29. Juli 2021
1x03 – Episode 3
6. August 2021
1x04 – Episode 4
6. August 2021
1x05 – Episode 5
13. August 2021
1x06 – Episode 6
13. August 2021
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