How I Met Your Mother 9x19

How I Met Your Mother 9x19

Alte Geschichten, ein seltsamer Film und seltsame Andeutungen - Vesuvius aus der Serie How I Met Your Mother wirft seine langen Schatten voraus in eine Zeit, die lange nach der Hochzeit von Barney und Robin spielt. Und das nicht unbedingt zum Besten.

Barney (Neil Patrick Harris) und Ted (Josh Radnor) in der Serie „How I Met Your Mother“ / (c) CBS
Barney (Neil Patrick Harris) und Ted (Josh Radnor) in der Serie „How I Met Your Mother“ / (c) CBS

Eines kann man den Produzenten wahrlich nicht vorwerfen: Dass sie Angst vor harschen Sprüngen haben. Mit Rally haben sie letzte Woche eine wunderbar leichte, witzige Folge geschaffen. Vesuvius hingegen wird überschattet von der wahlweise traurigen oder aber wütenden Frage „WTF, was tun die da!?

Nicht nur, dass die Andeutungen auf so gar kein echtes Happy End schließen lassen - die eigentliche Handlung der Episode tritt über die Frage „Was um alles in der Welt passiert mit der Mutter?“ komplett in den Hintergrund.

This suit is not for me

Dabei sind die Metaphern gar nicht so schlecht: Da ist Barney (Neil Patrick Harris), der bekanntlich seine Anzüge liebt und in ihnen lebt. Jeder Anzug ist eine Erinnerung. Aber ausgerechnet der, der ihm für die Hochzeit auf den Leib geschneidert wurde, der will so gar nicht passen. Er ist zu groß, er kratzt und überhaupt sitzt er so gar nicht. Nach einigem guten Zureden von Ted (Josh Radnor) merkt er jedoch, dass der neue Anzug ihm eigentlich wie angegossen passt und lediglich noch an den Accessoires wie der Krawatte gefeilt werden könnte. Gut, das ist schon kein Holzhammer mehr sondern erinnert eher an einen Presslufthammer, aber hey, so etwas muss nicht immer schlecht sein und hat schon über so manchen Folge hinweg gerettet.

Auch die Idee, dass die Braut sich die Zeit vor der Hochzeit lieber mit Eishockey spielen vertreibt oder schlechte Filme guckt, als sich in Sentimentalität zu verlieren passt eigentlich zur Serie - auch wenn es völlig gegen meine Erfahrung spricht, dass man am Tag seiner Hochzeit noch für irgendetwas Zeit haben könnte. Genauso fügt sich der kitschige Moment hervorragend in die Serie ein, in dem Robins (Cobie Smulders) Mutter erscheint und die Braut eben doch noch sentimental wird. Es ist wahrlich nicht das intelligenteste Momentum der Seriengeschichte, aber es geht aufs Finale zu und irgendwie hat man mit sowas gerechnet - auch wenn ich persönlich dachte, dass Robin eher Gefühle zeigt, wenn sie gegen die Eismaschine tritt - aber egal.

Not funny

Hätte man es dabei belassen, es wäre eine nette, wenn auch nicht brillinte Folge gewesen. Aber neeeeeiiiiin, es muss ja Drama rein. Nun ist dagegen als solches ja nichts einzuwenden. Aber Hallo? Es gibt einen Unterschied zwischen Drama und Fail. Die Indikatoren, dass irgendwas Bösartiges mit der Mutter passiert, lassen sich dank dem kleinen Gespräch zwischen Ted und der Mutter (Cristin Milioti) nun wirklich nicht mehr wegdiskutieren.

Wenn ich mal kurz zusammenfassen dürfte: Da spielt eine Serie acht Jahre lang und macht ihrem Genre als Comedy im großen und ganzen alle Ehre, ist witzig, manchmal ernst, aber meist doch eher leicht. Das ist der Grund warum die Menschen diese Serie gucken. Ach so, und es geht auch noch darum, dass einer der Hauptdarsteller irgendwann der Frau seines Lebens begegnet. Im neunten Jahr trifft nicht nur er (und die Zuschauer) dann „the one“, nein, sie interagieren auch ganz hervorragend miteinander. Sie kommt offensichtlich gut mit seinen Freunden aus und alles läuft auf ein wunderbares Happy-End hinaus. Das alles soll dann plötzlich zehn Jahre später wieder Geschichte sein, weil irgendwas ganzganz Schlimmes passiert? Und dafür acht Jahre Vorspiel? Nicht witzig.

Sicher, es kann immer noch ein Twist kommen - sowas wie, dass ihre eigene Mutter nicht zu ihrer Hochzeit kommen kann und Ted das empathisch total mitnimmt. Und die Anspielung, dass er nicht nur in der Vergangenheit leben, sondern die Gegenwart und die Zukunft genießen soll, bekommt vielleicht auch eine ganz andere Erklärung - wer weiß das schon? Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Autoren mit den Gefühlen und Erwartungen der Fans spielen. Aber es sollte immer noch irgendwie wenigstens ein bisschen Spaß machen. Und die nächste Folge sollte mit Spannung erwartet werden.

Nach Vesuvius fühlt man sich jedoch, als wenn man einen Schlag mit dem Hammer bekommen hat und man nicht weiß, ob man noch mal wieder einschalten will. Selbst, wenn die Produzenten die Kurve noch bekommen sollten, selbst wenn sich alles noch aufklärt - ein schaler Beigeschmack wird wohl bleiben und das finde ich nach fast neun Jahren sehr schade.

Fazit

Selten war ich von einer Episode von How I Met Your Mother so enttäuscht, was den Ausblick und die Perspektive angeht, wie von Vesuvius. Man fühlt sich als Zuschauer irgendwie hintergangen und betrogen - kaum dass man die Mutter kennengelernt und ins Herz geschlossen hat, muss man sie schon wieder loslassen und zwar nicht nur, weil die Serie ein Ende hat.

Noch weigert sich ja ein Teil von mir zu glauben, dass das jetzt der Weisheit letzter Schluss ist und die Autoren noch was in Petto haben. Sie sollten damit rauskommen. Schnell bitte.

Trailer zu „How I Met Your Mother“ (9x20):

Verfasser: Sabine Stevenson am Dienstag, 4. März 2014
Episode
Staffel 9, Episode 19
(How I Met Your Mother 9x19)
Deutscher Titel der Episode
Der perfekte Anzug
Titel der Episode im Original
Vesuvius
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 3. März 2014 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 6. August 2014
Autor
Barbie Adler
Regisseur
Pamela Fryman

Schauspieler in der Episode How I Met Your Mother 9x19

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