How I Met Your Mother 9x13

Man muss schon aufpassen: Bass Player Wanted steht so unter dem Eindruck der Interaktion der Mutter (Cristin Milioti) mit Marshall (Jason Segel), dass man schnell viele kleine Details übersehen könnte.
Ein Teufel names Darren
Dafür sorgt der Auftritt des Manipulators aus der Hölle Darren (Andrew Rannells, Girls, The New Normal), der es sich zum Ziel gesetzt hat, menschliche Beziehungen zu zerstören. Da wissen wir natürlich von vornherein, dass die Bande zwischen den Unsrigen so stark sind, dass er das nicht schaffen kann. Aber der Weg zum Episoden-Happyend ist lang und steinig.
Darren ist einer dieser Menschen, die eine diebische Freude daran haben, Beziehungen zu zerstören. Und in einem so komplexen und komplizierten Geflecht wie dem unserer Freunde, in dem vieles unausgesprochen bleibt, ist es ein Leichtes, den Samen des Streites zu säen. Auch wenn sie sich scheinbar ohne Worte verstehen.
Leider ist das nämlich auch oft das Problem: Wo man meint, sich ohne Worte zu verstehen, werden diese auch nicht ausgesprochen, es kommt zu Missverständnissen. Zwar sind etwa Lily (Alyson Hannigan und Robin (Cobie Smulders) sehr oft einer Meinung. Aber leider hat Robin vergessen, Lily klar zu machen, dass sie eigentlich gar nicht will, dass ihre einzige Freundin nach Italien geht.
Der Zuschauer wusste zwar, dass die beiden eng miteinander befreundet sind, aber es braucht schon ein einiges, eine Kissenpuppe mit dem Namen des Ehemannes zu halten, damit die Ehefrau drauf eindreschen kann. Wie man an dem Detail sieht, dass Robin nach Marshalls Ankunft leicht humpelnd die Bühne verlässt...
Die Szene um Ted (Josh Radnor) und Barney (Neil Patrick Harris) geht da noch weiter. Im Verlauf von Darrens kleinen Psychospielchen kommt heraus, dass Ted direkt nach der Hochzeit nach Chicago zieht - was Barney als Betrug an ihrer Freundschaft sieht. Barney, als Familienmensch, erträgt den Gedanken nicht, dass seine auserkorene Familie ihn verlässt.
Auf der anderen Seite ist er mehr als gerührt und verständnisvoll, als Ted ihm mittels einer geklauten 30-jährigen Whiskyflasche schwört, wieviel er ihm bedeutet - und das, obwohl Ted auf Hef schwört „No, I swar to Hef“. Barney versteht, dass Ted wegen Robin geht und kann das so akzeptieren.
Aber all das wegen Darren? Ja, vielleicht ein wenig aufgesetzt. Ob man ihm die Rolle so ganz abnimmt, mag dahingestellt sein, aber es löst die Situation gut auf.
Per Anhalter nach Farhampton
Fünf Meilen vor dem Farhampton Inn gabelt die Mutter derweil Marshall und Marvin auf. Sie bringt die beiden nicht nur ins Hotel, sondern erzählt Marshall auch, dass Darren sie aus ihrer Band schmeißen will. Zwei nette Details am Rande: Die Mutter trägt Handschuhe beim Autofahren und ihre Band heißt Superfreakonomics. Gegründet wurde die Band während des Studiums - dem gleichen Wirtschaftsstudium, in dem Ted sie das allererste Mal getroffen hat, als er versehentlich den Raum seines ersten Kurses verwechselt hatte.
Dank Marshalls durch Daphnes Lehrstunde neu erlernter Einsicht, dass jeder auch mal für sich selbst einstehen sollte, und ein wenig „Aldrin Justice“ wird sie den von Darrel geklauten Van eben nicht einfach nur so zurückgeben, sondern hat vor, ihn aus der Band raus zu schmeißen. Dass sie das noch nicht mal als Probe schafft, sagt viel über ihren Charakter - und ebenso, dass sie das Kennedy-Package bestellt. „Thank you, Linus“. Und natürlich dass sie Ted unbekannterweise einen Whisky ausgegeben hat. Wenn es so weitergeht, dann geht da noch einiges.
Natürlich fehlte auch der all-episodliche Rückblick nicht, auch wenn er ganz am Ende kam. Wir erinnern uns: Die letzte Ohrfeige aus Slap Bet fehlt noch, und laut der Slap Bet Counting Clock wird diese letzte Ohrfeige wohl in der nächsten Folge im Januar fällig sein. Noch etwas, worauf sich der Zuschauer freuen darf und was zu einem Ende kommt.
Dann findet hoffentlich auch die Pause ein Ende, die sich Lily und Marshall auferlegt haben, bevor sie die „Wohin gehen wir denn nun?“-Diskussion führen werden. Es steht zu befürchten, dass dann noch eine Menge 35 Jahre alter Whisky die Kehlen runterfließen wird, bis diese Trauung endlich über die Bühne ist.
Fazit
Es ist fast beängstigend, wie gut die Mutter gecastet ist. Je mehr man von ihr sieht, desto besser passt sie sich in die Gruppe ein. Wie zu erwarten war, funktionieren sie und Marshall ganz hervorragend. Ihre Anfangsszene mit der seltsamen, hellsichtigen Anhaltermitnehmerin zeigte das paradehaft. Ansonsten hatte Bass Player Wanted alles, was eine Folge der oberen Mittelklasse haben sollte: Awwww-Momente, gute Lacher und etwas Drama. Doch ja, man sollte auch mal zufrieden sein mit dem, was man bekommt, vor allem, wenn es wie bei How I Met Your Mother nicht unbedingt immer selbstverständlich ist.
Verfasser: Sabine Stevenson am Dienstag, 17. Dezember 2013(How I Met Your Mother 9x13)
Schauspieler in der Episode How I Met Your Mother 9x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?