Homeland 7x06

© ndlich wiedervereint: Carrie (Claire Danes) und Saul (Mandy Patinkin) in „Homeland“. (c) Showtime
Es ist von Woche zu Woche eine Freude zu sehen, mit welcher Selbstsicherheit das Kreativteam von Homeland vorgeht. Man ist mittlerweile so eingespielt, dass man einfach auf die eigenen Fähigkeiten vertrauen kann und nicht etwa auf Effekthascherei setzen muss, um das Publikum bei Laune zu halten. Es genügen mehrere spannend vorgetragene Spionagegeschichten, die zunehmend miteinander verwoben werden sowie eine glänzende Schauspielriege. Voraussetzung für das Gelingen ist überdies die große Erfahrung, die Leute wie der Drehbuchautor Ron Nyswaner mitbringen.
Keep your head down
Carrie (Claire Danes) und Max (Maury Sterling) wundern sich am Beginn von Species Jump darüber, dass die von ihnen überwachte Simone (Sandrine Holt) keinerlei typische Vorgehensweisen für eine Verdächtige zeigt. Dank der von Carrie und ihrem FBI-Kollegen Dante Allen (Morgan Spector) durchgeführten Ermittlungen lädt Senator Paley (Dylan Baker) Sandrine allerdings vor ein Senatskomitee. Dort sagt sie im Tausch gegen Immunität und eine Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm gegen ihren Liebhaber aus, den Präsidentenberater Wellington (Linus Roache).
Spätestens da wird Carrie bewusst, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Sie glaubt, dass Simone den Ausschuss anlügt, um sich und ihre Hintermänner zu schützen und Wellington auszuliefern. Von Saul (Mandy Patinkin), mit dem sie sich in dieser Staffel zum ersten Mal trifft, weil sie nicht weiß, an wen sie sich sonst wenden soll, bekommt sie den entscheidenden Hinweis darauf, an den sie selbst noch nicht gedacht hat: dass nämlich Dante ein Ziel verfolgt, das nicht mit ihrem übereinstimmt. Also spannt sie die honeytrap auf und lässt ihren Kollegen vom Rest ihrer Geheimagentenbande ausspionieren.
Das Saul von Carrie entgegengebrachte Vertrauen zahlt er seinerseits mit einem Einblick in seine eigenen Ermittlungen zurück. Er geht immer noch dem Drahtzieher der Fake News nach, die zur Eskalation der Situation in Virginia geführt haben. Dahinter vermutet Saul den russischen Agenten Yevgeny Gromov (Costa Ronin, der hier eine ähnliche Rolle wie in The Americans spielt), weil der schon einmal eine solche Aktion durchgezogen hatte. Um ihn zu schnappen, erbittet Saul die Hilfe seines alten Kontaktmanns Ivan (Mark Ivanir), den das leider das Leben kostet.
Den spannendsten Dialog der gesamten Episode führen die beiden Russen. Darin geht es um das alte und das neue Russland. Der Zeitenwechsel innerhalb des russischen Regierungs- und Geheimdienstapparats wird von Gromov bündig zusammengefasst: „The old rules don't apply anymore.“ Heute wird schlichtweg ruchloser, härter und unbarmherziger vorgegangen. Den Kalten Krieg mögen die Sowjets verloren haben, noch einmal soll ihnen das jedoch nicht passieren. Wenn man sich ihre reale Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf im Jahre 2016 ansieht, sind sie diesem Ziel derzeit gefährlich nahe.
Verfasser: Axel Schmitt am Dienstag, 3. April 2018(Homeland 7x06)
Schauspieler in der Episode Homeland 7x06
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