Haus des Geldes 5x10

© zenenfoto aus der Serie Haus des Geldes (c) Netflix
Jetzt heißt es Abschied nehmen
Erinnert ihr Euch noch an meine vielen offenen Fragen? Nach dem großen Haus des Geldes-Finale bleibt lediglich eine offen: Wieso musste es hier für immer enden?
Mit dem finalen zweiten Part der fünften Staffel ist das Phänomen „Haus des Geldes“ aka „Money Heist“ aka „La casa de papel“ abgeschlossen. Und was das für ein Ende war, erfahrt Ihr hier.
Der Überläufer im Regenüberlaufbecken
Eine große Frage, die ich mir gestellt hatte, war, ob Alicia Sierra (Najwa Nimri) zu unseren Bankräubern überlaufen würde und ein Teil der Bande wird. Sie nutzte die Gunst der Stunde, als der Professor (Alvaro Morte) den Tod von Tokio (Ursula Corbero) live mitbekommen und einen Zusammenbruch erlitten hatte, um zu fliehen. Im Anschluss schnappt sie sich nun ihre kleine Tochter und liefert sich eine Verfolgungsjagd mit dem Professor und Marseille (Luka Peros), die wiederum versuchen, ihre Flucht zu verhindern. Als das misslingt, gibt es ein standoff zwischen Sierra und Sergio, bei dem Sierra die Oberhand gewinnt und Sergio als Geisel in ihrem Auto geradewegs zu Tamayo (Fernando Cayo) transportiert. Mit Sergios Auslieferung erhofft Sierra sich, dass Tamayo zurücktritt, ihre Verleumdung zurücknimmt und sie ihr altes Leben zurückbekommt. Aber dann kommt alles ganz anders. In der Wohnung von Tamayo nimmt sie dessen Frau als weitere Geisel, der Professor liegt weiterhin im Kofferraum, während Sierra mit Tamayo verhandelt. Dieser hat allerdings bereits einen Alarmknopf betätigt und die Polizei verständigt. Es beginnt eine große militärische Operation, um Sierra und den Professor in dem Wohnviertel aufzuspüren. Nach mehreren Wohnungswechseln finden Sierra und Sergio letztendlich ein Versteck. Und dann passiert es: Alicia Sierra und der Professor freunden sich an. Es gibt einen Moment, in dem eindeutig klarwird, dass die ehemalige Polizistin nun die Seiten gewechselt hat. Und ich finde es großartig!
Du kannst die Serie „Haus des Geldes“ jetzt sofort bei Amazon Prime Video oder Netflix streamen.
Verletzte Soldaten im Hinterhalt
Nach Tokios Tod durch die Soldaten sind diese verletzt und verlangen einen Chirurgen. Rio (Miguel Herran) kann nicht glauben, dass Lissabon (Itziar Ituno) und Palermo wirklich Hilfe anbieten, denn schließlich ist noch vor wenigen Minuten seine große Liebe durch diese Soldaten getötet worden. Ich bin voll und ganz auf Rios Seite. Hätten sie keine Hilfe angeboten, wäre einiges nicht so passiert, wie es dann noch passieren wird... Rio leidet zwar unter dem Verlust, aber die Emotionen rund um Tokios Tod bleiben für mich eher auf einem Minimum. Ich hatte mir mehr Trauer und Schmerz erhofft, den die Gruppe dann gemeinsam hätte bewältigen müssen. Da sind Denvers (Jaime Lorente) und Stockholms (Esther Acebo) Eheprobleme deutlich mehr im Fokus und dramatischer dargestellt als der Serientod. Ziemlich schade. Aber gut, weiter im Text.
Sagasta (Jose Manuel Seda) verlangt einen Chirurgen für seine verletzte Gruppe. Was allerdings keiner ahnt: Eine Soldatin krabbelt in den Lüftungsschächten rum. Wieso hat keiner die Marken nachgezählt? Wieso fällt nicht auf, dass hier ein Hinterhalt geplant wird? Und mit diesem Hinterhalt scheitert der gesamte Banküberfall, denn die Soldatin in den Lüftungsschächten kann die Sprengladungen an allen Türen entfernen und bietet der Polizei so einen Zugang ins Gebäude. Aber dazu später mehr...
Goldene Zeiten

Was uns wohl alle am meisten interessiert hat: Wie zur Hölle schafft man 90 Tonnen Gold aus einer Bank? Ganz einfach: Indem man schon fünf Jahre vorher eine riesige Pumpe von einer Bohrinsel in Norwegen stiehlt und mithilfe dieser Pumpe das goldene Granulat stromaufwärts durch die Abwasserkanäle bis hin ins Regenüberlaufbecken pumpt. Dort wurde es mit einem Sieb aufgefangen und direkt wieder zu Barren geschmolzen. Klingt doch ganz einfach, oder nicht?
Und tatsächlich schaffen es unsere Dalis, das Gold herauszuschaffen. Die Serben haben mittlerweile nahezu das gesamte Gold eingeschmolzen, gerade passend, als der Professor und Sierra nach einer Rettungsaktion aus dem Wohnungsviertel entkommen können und in der Goldschmiede ankommen. Die roten LKWs sind voll mit den 90 Tonnen Gold, wobei ich mir sicher bin, dass mindestens eine Tonne durch die Siebaktion irgendwo danebengefallen ist. Na ja, ein bisschen Schwund ist ja immer. Währenddessen sucht die Polizei, nachdem sie von der Pumpe erfahren hat, stromabwärts nach dem verschwundenen Schatz von Spanien. Und obwohl sie spät angefangen haben mit der Suche, schafft es ein Polizeitrupp, das Lager zu stürmen. Der Professor weiß, dass nun alles vorbei ist und will keine Verteidigung durch Waffen. Es soll kein Blutbad geben. Aber haben wir es hier wirklich mit der Polizei zu tun? Denn Sergio und Sierra wittern, dass sie nicht verhaftet wurden und keine Verstärkung zu kommen scheint. Es wird klar, dass sie beraubt wurden. Und wer, außer unserer Bande, wusste von diesem grandiosen Geniestreich eines Banküberfalls? Dreimal dürft ihr raten: Tatianas (Diana Gomez) und Berlins (Pedro Alonso) Sohn. Wir erfahren in einem Rückblick außerdem, dass Tatiana Berlin für dessen Sohn verlassen hatte. Ganz schön unangenehm...
Tatiana klaut also das Gold und versteckt es unter einem Fertighaus. Langsam läuft unserem Professor die Zeit davon, denn während er sich um das geklaute Gold kümmern muss, um einen Ausweg für seine Bande zu haben, wird die von der Polizei überrumpelt und in der Eingangshalle unter vorgehaltenen Waffen festgehalten.
Ich bin der Sohn eines Diebes, der Bruder eines Diebes und hoffentlich der Vater eines Diebes

Tamayo setzt den Professor unter Druck und Sergio entscheidet sich dazu, selbst in die Bank zukommen, um mit seinen Leuten abgeführt zu werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir einfach nicht klar, wie dieses Fiasko noch zu retten sein sollte. Wie sollten die Bankräuber jemals freikommen und das Gold behalten?
Während Sergio sich auf den Weg zur Bank macht, suchen Sierra und Benjamin das Gold, von dem sie nun wissen, dass Tatiana es gestohlen hat. Nach langer Suche und einer kleineren Geiselnahme im Grundbuchamt werden sie fündig bei einem kleinen Fertighaus mitten im nirgendwo. Tatiana und Berlins Sohn lassen nicht lange auf sich warten. Durch eine Botschaft auf einem Zettel, den Sierra übergibt, ändert sich allerdings alles. Spoiler: Wir werden nie erfahren, was Sergio auf den Zettel geschrieben hat...
Unterdessen schäumt Tamayo vor Wut in der Bank und ist mittlerweile an dem Punkt, dass ihm egal ist, wo das Gold ist. Er will nur unsere Bande endlich hinter Gittern sehen. Kein Wunder also, dass er verschweigen will, dass das Gold verschwunden ist und die Bank längst verlassen hat. Aber da hat er die Rechnung ohne den Professor gemacht, denn nach und nach werden Videos auf alle Kanäle der Welt übertragen, auf denen zu sehen ist, wie das Gold durch die Pumpe nach draußen gelangt. Und langsam dämmert es mir, wie die Bande fliehen kann: Das Gold ist die Freikarte. Denn ohne Staatsreserven bricht nach der Übertragung der Videos die Börse zusammen - Spanien geht insolvent und die EZB weigert sich, zu helfen. Tamayo bleibt eigentlich nur die Chance, das Gold gegen die Freiheit zu tauschen, um die größte Wirtschaftskrise des Landes abzuwenden. Er verhört unsere Bande, angefangen mit Denver. Als dieser ihm nicht sagt, wo sich das Gold befindet, wird Denver nach draußen abgeführt, was ihm eigentlich keine Chance mehr auf Freiheit bietet. Und dennoch halten alle dicht, auch der Professor und Lissabon.
Nach einigen Verhandlungen hadert Tamayo mit sich, willigt dann aber ein. Bei einer Pressekonferenz werden zwei Laster angeliefert, die das Gold geladen haben. Aber würde der Professor wirklich das Gold abgeben? Natürlich nicht! Das vermeintliche Gold ist Messing mit einer Goldlegierung, was auch Tamayo schnell klarwird... Er ist drauf und dran das Team zu exekutieren, aber der Professor kann ihn überzeugen, dass das vergoldete Messing nur ein weiteres Staatsgeheimnis ist, was die Präsidenten weitergeben und dieses falsche Gold bereits die Börse beruhigt hat. Es fallen Schüsse, dann erfolgt eine Pressekonferenz - alle unsere Dalis sind tot, gefallen im Kampf gegen die Polizei. Leichensäcke werden abtransportiert. Denver bricht im Polizeizelt zusammen, als er Stockholms Namen hört, die auch unter den Toten ist. Aber es wäre nicht Haus des Geldes, wenn uns hier nicht eine Wendung erwarten würde. Denn natürlich ist niemand tot. Aber einen Toten kann man nicht verfolgen. Und so trifft sich das ganze Team, einschließlich Denver und Sierra, an einem Hangar wieder, um neue Identitäten von der spanischen Regierung in Empfang zu nehmen. Und das Gold? Tja, das Gold ist in einem „kleinen Haus des Geldes“ auf dem Weg nach Portugal. Ende gut, alles gut.
Bella Ciao für immer
Für mich war die letzte Folge ein gebührender Abschluss für die Serie. Viel Illusion, Verhandlungsgeschick und das ganze Team wieder vereint. Was ich allerdings schade finde, ist, dass nicht jede Figur ihren Abgang bekommen hat. Rio war mir zu wenig im Mittelpunkt zum Beispiel. Und das, obwohl es eigentlich immer um ihn und Tokio ging. Dennoch bin ich froh, dass es ein Happy End gab. Und ich bin froh, dass die Serie trotz der schnellen Handlungsentwicklung immer noch Zeit für den einen oder anderen Witz hatte. Alles in allem wird die Produktion für mich immer eine Topserie bleiben, die ich sicher ab und zu mal wieder herauskrame.
Wer noch nicht genug hat von „Haus des Geldes“ hat, der kann sich auf 2023 freuen, denn dann wird auf Netflix ein Spin-off veröffentlicht, welches die Storyline rund um Berlin abdecken wird. Wir können also auf ein Wiedersehen mit der einen oder anderen Figur hoffen. Und dafür bin ich so was von bereit!
Du kannst die Serie „Haus des Geldes“ jetzt sofort bei Amazon Prime Video oder Netflix streamen.
Hier abschließend noch der Trailer zur aktuellen Season der Serie „Haus des Geldes“:
Verfasser: Nele Hilgenstock am Donnerstag, 9. Dezember 2021(Haus des Geldes 5x10)
Schauspieler in der Episode Haus des Geldes 5x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?