Grimm 6x08

Grimm 6x08

Nur noch ein Dutzend Episoden Grimm und die Autoren verschwenden wieder einen Großteil von The Son Also Rises auf einen ziemlich willkürlichen Kriminalfall! So geht das nicht! Haben die ein Glück, dass die Einzelstücke der großen Story, die sie einstreuen, wieder mal sehr bezaubernd sind.

Hank (Russell Hornsby) und Wu (Reggie Lee) in der Serie „Grimm“ / (c) NBC
Hank (Russell Hornsby) und Wu (Reggie Lee) in der Serie „Grimm“ / (c) NBC
© ank (Russell Hornsby) und Wu (Reggie Lee) in der Serie „Grimm“ / (c) NBC

Triangel oder doch nicht

Andere Serien starten mit der Idee eines Liebesdreiecks in die Story, bei Grimm scheinen die Autoren dem Trend trotzen zu wollen und verabschieden sich lieber mit einem solchen. Nick (David Giuntoli) steht zwischen zwei Frauen mit drei Namen. Das ist schon länger sehr deutlich, nun nennt er Eve (Elizabeth Tulloch) auch noch bei ihrem alten Namen, den Namen, den sie hatte, bevor die Nähe zu einem Grimm ihr biederes, aber zufriedenes Leben als Tierärztin verändert hat. Auf der einen Seite ist der Trick mit dem Namen, den Nick automatisch ausruft als er erfährt, dass sie verletzt ist ein bisschen zu offensichtlich. Aber in dieser Form genial eingebaut, denn so richtig geschaltet habe ich erst als Hank (Russell Hornsby) und Wu (Reggie Lee) es ansprechen. Woran liegt das? An der Abwesenheit von Adalind (Claire Coffee) vielleicht? An der Art der Szene, die eindeutig an frühere Tage erinnert? Es wäre ja nicht das erste Mal, dass Nick an einem Tatort angerufen wird, um zu erfahren, dass seine damalige Freundin verletzt wurde.

Nun also nennt er sie zwischendurch im Eifer des Gefechts schon wieder Juliette und sitzt erinnerungsschwelgend an ihrem Krankenbett. Nicht die guten Erinnerungen überwiegen dabei, vor allem sind es die Bilder vom Kopf seiner toten Mutter und von dem Moment, an dem Trubel (Jacqueline Toboni) Hexenbiest-Juliette niederstreckt. Doch von seiner neuen Liebe hören wir nichts, es geht eine Episode lang nur um Eve.

Die jedoch hat sich kurz zuvor sogar ein bisschen aus dem Fenster gelehnt und ist bei ihrem Ex und dessen neuer Familie ausgezogen. Auch wenn sie ihre Worte gut wählt, kann man sie verstehen, das war schon die ganze Zeit seltsam, die drei dort zusammen zu haben. Vielleicht bringt die räumliche Distanz, die sie geschaffen hat, ihn dazu, die Sache mal neu zu überdenken.

Vatersorgen

Unterdessen haben Monroe (Silas Weir Mitchell) und Rosalee (Bree Turner) in der Episode The Son Also Rises vor allem die Aufgabe, sich auf die Babys zu freuen. Doch die Freude vor dem Unbekannten ist auch meistens von Ängsten und Unsicherheiten begleitet. Dadurch kommen wir in den Genuss einer wunderbar-albernen Traumsequenz, in der Monroe Rosalee im Ehebett von einer unbestimmen Menge an Babys entbindet, die er irgendwie gerührt, irgendwie schockiert direkt nach der Geburt neben sich ablegt ohne sie eines weiteren Blicks zu würdigen.

Ebenfalls mit den Freuden und Sorgen des Vaterseins hat der Fall der Episode zu tun, in der ein Vater seinen verstorbenen Sohn auf Frankenstein-Art wieder zum Leben erwecken will. Dafür setzt er auf die Hilfe von Wissenschaftlern und Bestattern. Die sind witzig dargestellt und überraschend gut besetzt, darunter finden sich unter anderem Scandals George Newbern und The Man in the High Castles Geoffrey Blake.

Außerdem auf der positiven Seite darf man verbuchen, dass Hank und Wu endlich erfolgreich alleine ermitteln. Und dabei auch mit dem Wesen-Element klarkommen müssen, was zu unterhaltsamen Mutmaßungen führt als sie sich fragen, ob auch tote Wesen die Form verändern und anderes.

Die Frankenstein-Story ist so offensichtlich, dass die Macher sich nicht einmal davor scheuen, die Wissenschaftler Shelley zu nennen, nach der Autorin der Buchvorlage, Mary Shelley. Doch dem Plot an sich kann man gar nicht so viele Vorwürfe machen, immerhin gab es schon weitaus nervigere „Grimm“-Fälle. Doch angesichts der begrenzten Zeit, die wir noch in der Wesenwelt haben, wäre es schön, wenn wir mehr auf den großen Plot verwenden könnten. Und außerdem möchte ich noch ein paar von Renards Fremdsprachenkenntnissen genießen, das Russische im Videochat mit einer Frau in Sibirien war schon wieder wunderbar und erinnerte an alte Zeiten, in denen der Captain regelmäßig mit seinen Verschwörern in Europa telefonierte.

Trailer der „Grimm“-Episode „Tree People“ (6x09):

Verfasser: am Freitag, 3. März 2017
Episode
Staffel 6, Episode 8
(Grimm 6x08)
Deutscher Titel der Episode
Das Experiment
Titel der Episode im Original
The Son Also Rises
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 24. Februar 2017 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 1. Juni 2018
Regisseur
Peter Werner

Schauspieler in der Episode Grimm 6x08

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