Girls 4x02

Girls 4x02

Hannah beginnt in der Episode Triggering ein neues Leben in Iowa und macht sich unter ihren Kommilitonen zunächst keine Freunde. Gut, dass sie darauf zählen kann, dass einer ihrer alten Freunde es in New York nicht mehr aushält.

„Party Crashing“, New-York-Style: Elijah (Andrew Rannells) und Hannah (Lena Dunham) in der Serie „Girls“ / (c) HBO
„Party Crashing“, New-York-Style: Elijah (Andrew Rannells) und Hannah (Lena Dunham) in der Serie „Girls“ / (c) HBO
© (c) HBO

Hannah macht in der Episode Triggering, Girls ihre ersten Schritte in ihrer neuen Umgebung und tritt dabei in so einige Fettnäpfchen. Das Problem dabei ist lediglich, dass diese ziemlich vorhersehbar sind, zumindest, wenn man Hannah (Lena Dunham) schon ein bisschen kennt.

Zurück an der Universität

Hannah hat eine erwachsene Entscheidung getroffen und die Möglichkeit, zu studieren, angenommen. Auch wenn das bedeutet, dass sie viele Hürden überwinden muss und zwei der Dinge zumindest zeitweise verliert, auf denen sie Glück und Selbstvertrauen aufbaut: Adam (Adam Driver) und New York.

Doch die Freude über die Entwicklung dauert nicht lange, denn schon kurz nach der Ankunft sehen wir die alte Hannah wieder, deren Überlegenheitsgefühl einem die Schamröte ins Gesicht treiben kann. Einige Girls-Episoden sind humoriger, andere ernsthafter - Triggering ist komödiantisch eine der gelungensten ihrer Art.

Hannah landet wieder einmal in einer neuen Umgebung und wir begleiten sie dahin. Wir haben sie bisher unter anderem nach Hause, in das Haus eines Fremden und zu Jessas Vater begleitet. Eines haben diese Ausflüge in andere Lebenswirklichkeiten gemeinsam: Hannah ist komplett unvorbereitet, doch das hält sie nicht davon ab, mit dem Gefühl der Allwissenheit an die Sache heranzugehen. Mit einer Mischung aus blinder Arroganz und kindlicher Naivität stößt Hannah bei ihren neuen Kommilitonen nicht auf Gegenliebe.

Hannah ist die Antithese zu dem viel genannten Charakterlob, jemand würde das Beste in anderen hervorrufen. Hannah bringt die Hässlichkeit zum Vorschein - bei sich und bei den anderen. Nach dem Seminar und dem anschließenden Barbesuch weiß man nicht mehr, wen man schlimmer finden soll: die narzisstische Hannah oder die passiv-aggressiven Kommilitonen, die sich auf ihrer Überzahl ausruhen. Die Meinung der anderen von der Neuen steht schon weitgehend fest, bevor Hannah ihre Geschichte vorstellt. Sie kann anderen kein Lob entgegenbringen in einem Bereich, in dem sie sich selbst als die Beste wahrnimmt. Sie glaubt, das Ende der Geschichte eines anderen zu kennen, sie kündigt ihre Geschichte quasi mit dem Hinweis darauf an, dass sie mit dem größten Lob rechnet.

Hannah ist in vielerlei Hinsicht eine nur wenig sympathische Person, vor allem, wenn man sie auf diese Art kennenlernt. Doch sie ist auch mutig und furchtlos, dabei manchmal dumm, aber oft auch nicht. Durch diesen Mut fühlen sich andere irritiert, manchmal auch bedroht. Es ist einfach, Hannah nicht zu mögen und es ist einfach, das zu zeigen. Denn für gewöhnlich ist man damit in der Mehrheit. Doch das macht auch ihre neuen Kommilitonen nicht sympathischer. Sie wenden sich mit einfachen Mitteln gegen Hannah. Es ist einfach, herauszufinden, was sie verletzen wird, wo ihre wunden Punkte liegen. Morgan und die anderen nutzen das aus und sie nutzen die Möglichkeit zur Kritik dazu, in unmöglicher, passiv-aggressiver Art über Hannah zu lästern.

Als stummer Beobachter weiß man kaum noch, was man schlimmer finden soll. Jeffrey (Peter Mark Kendall), der das Totschlagargument der zu weiblichen Sichtweise einführt, Hannahs billiger Konter mit dem Argument, dass die Geschichtsschreibung aus weiblicher Sicht nicht stattgefunden hat oder das allgemeine Gemurmel. Die Girls-Autoren, in diesem Fall Lena Dunham selbst und Jenni Konner, schaffen es, die hässlichen Seiten aus den Figuren herauszukehren - und das mit einer gehörigen Portion Komik.

Hannah kann Kritik nicht stumm hinnehmen - sie kündigt nach der Stunde an, die Anmerkungen in ihre Arbeit einzuarbeiten - und zwar auf eine Art, die für sie funktioniert, als D. August (Ato Essandoh; Copper, Elementary, Blue Bloods) ihr sagt, sie müsse mit in die Bar kommen. Interessanterweise macht sie genau das dann in der Bar mit Morgan (Marin Ireland, The Divide). Sie wandelt Morgans Kritik in ein Lob um und glaubt daran, dass ihre Geschichte ihn emotional angegriffen hat.

Es geht um Neid, um Angst, um all das, was uns hemmt, die zu sein, die wir sein wollen. Wenn jemand aus dieser Masse heraussticht, wie Hannahs Kollege bei der Zeitung oder D. August, dann fällt das direkt ins Auge. D. August ist der einzige, der bereit ist, hinter Hannahs Furchtlosigkeit und Arroganz die Unerfahrenheit zu sehen und das auch so zu bewerten. Allerdings ist er in einer guten Position, das zu tun. Er hat von ihr keine Konkurrenz zu befürchten - erstens, weil sie so unterschiedlich sind, dass eine Schnittmenge zu klein für eine Bedrohung ist und zweitens, weil er aus der bequemen Position des Gefeierten handeln kann.

Doch auch abseits des Seminarzimmers legen die Girls-Macher es in der Episode Triggering darauf an, Hannahs fieseste Seiten zu zeigen. Vieles, was sie tut, wirkt fehl am Platze in dem beschaulichen Iowa und anderes bleibt einfach überall seltsam.

Das Dreamteam

Wer könnte Hannah besser Gesellschaft leisten beim Unerträglichsein als Elijah (Andrew Rannells)? Niemand - darum schicken die Autoren ihr den notorisch noch überheblicheren Freund auch umgehend an ihre Seite. Die stolzen New Yorker Elijah und Hannah im Doppelpack auf einer Iowa-Party sind einfach wunderbar furchtbar. Wie Hannah kurz vorher selbst feststellt: In ihrer Welt kann man nicht genügend von sich selbst mitteilen. Die beiden mischen sich in alle Leben ein, die ihnen in die Quere kommen - und wenn jemand auch nur das Pech hat, vor ihnen in der Toilettenschlange zu sein.

Die beiden kennen keine Grenzen und das führt manchmal zu guten Resultaten, in der Regel aber sind die beiden zu sehr an ihren eigenen Vorteilen interessiert, als dass für irgendjemand anderen etwas Gutes dabei herausspringen könnte. Doch es ist immer wieder faszinierend, dabei zuzusehen, wie die beiden sich anderen gegenüber verhalten - sie geben einfach nicht auf. Auch am Ende sind sie diejenigen, die noch stehen. Sie sind noch wach und finden sich zu einem fast rührenden Moment zusammen, in dem man beinahe vergessen könnte, dass die beiden das Desaster sind, das die Party getroffen hat.

Fazit

Die Episode Triggering ist eine Girls-Episode, wie sie sein sollte, wenn das Hauptaugenmerk auf der Komik liegt. Hannah ist widerlich, die anderen reagieren auf sie mit eigenen Furchtbarkeiten und wir dürfen dazwischenstehen und uns totlachen. Zwischendurch ist die Masse der Slaptstickszenen etwas befremdlich. Spätestens, wenn die „Girls“-Macher es sich nicht nehmen lassen, das Geräusch von zerklirrendem Glas einzuspielen, nachdem Hannah nachts durch ein Fenster klettert, fragt man sich, ob man nicht in einer anderen Serie gelandet ist.

Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 19. Januar 2015

Girls 4x02 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 2
(Girls 4x02)
Deutscher Titel der Episode
Kontakt
Titel der Episode im Original
Triggering
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 18. Januar 2015 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 15. April 2015
Autoren
Jenni Konner, Lena Dunham
Regisseur
Lena Dunham

Schauspieler in der Episode Girls 4x02

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