Girls 2x06

© ay (Alex Karpovsky) und Adam (Adam Driver) in der Serie âGirlsâ / (c) HBO
Die Episode Boys zeigt statt der Clique, die wir gewöhnlich sehen, verwirrte Individuen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht zueinander finden. Einfach ist nie etwas in der Serie Girls, aber diese Episode fĂŒhrt noch ein StĂŒck tiefer in die dunkle Einsamkeit, der niemand im Lena Dunham-Universum entkommen kann.
NĂ€he und Verzweiflung
Nicht nur fĂŒr Hannah (Lena Dunham) ist es schwierig, Anschluss zu anderen Menschen zu finden. Die Episode Boys fĂŒhrt vor, auf wie viele Arten zwischenmenschliche Verbindungen in die BrĂŒche gehen können und schlĂ€gt dabei einen Ton an, der es schwierig macht, diese Einsamkeit nicht auch vor der Mattscheibe zu fĂŒhlen.
Die Freundschaft zwischen Marnie (Allison Williams) und Hannah steht seit lĂ€ngerem auf der Kippe. Diese Girls-Episode hĂ€tte eine Chance bedeutet, die beide jedoch verspielen: Keine der beiden kann der anderen gegenĂŒber ehrlich sein, darĂŒber wie traurig sie eigentlich ist. Beide spielen sich und den anderen vor, dass alles gut wĂ€re. Und verspielen so den Trost, den sie in der anderen hĂ€tten finden können. Das Telefonat zwischen Marnie und Hannah ist eine traurige Szene, besonders nach der in den Raum geworfenen Frage von Booth Jonathan (Jorma Taccone), warum die beiden eigentlich noch zusammen rumhĂ€ngen. Denn obwohl er sich der Tragweite wahrscheinlich nicht bewusst ist: Er stellt die zentrale Frage. Marnie und Hannah haben sich weiterentwickelt seitdem wir sie kennengelernt haben. In gewisser Weise hat sich ihre Dynamik umgekehrt. Marnie hat ihren beruflichen Weg verloren und treibt auch privat umher, wĂ€hrend Hannah immer mehr Erfolge als Autorin feiern kann und sich privat immerhin von Adam losmachen konnte und nun keine belastende Beziehung mit sich herumschleppt.
Die beiden mĂŒssen fĂŒr sich herausfinden, ob sie auch unter den neuen Vorzeichen noch Freundinnen sein können.
Jungs-Ausflug
Wir mussten bis zur Mitte der zweiten Staffel kommen um Adams (Adam Driver) und Rays (Alex Karpovsky) Aufeinandertreffen zu sehen. Das verspricht von der ersten Sekunde an eine spannende Entwicklung - und löst das auch ein. Beide sind speziell und doch weià man am Ende auch nicht mehr, wer Recht hat: Sind sie sich Àhnlicher als sie denken wie Ray vermutet oder doch zu gegensÀtzlich um sich zu verstehen wie Adam mit seinem Weggang deutlich macht?
Es ist eine der VorzĂŒge der Serie Girls darauf keine Antwort zu bieten. Die Figuren sind nicht geschaffen worden, um mit einer anderen zusammenzupassen. Es ist als wenn die Serienmacher Ray und Adam vor unseren Augen in einen Topf werfen und selbst abwarten, was passiert. Und, das was passiert, ist weder eine Lösung noch ein Ende. Es geht einfach weiter.
Sie verstehen sich auf einer abstrakten Ebene, wenn sie ĂŒber Beziehungen generell sprechen. Und scheitern daran, dass Adam so gut wie jede Art, in der jemand anders ĂŒber Hannah redet, nicht ertragen kann.
Beziehungskram
In der vorletzten Episode, It's a Shame about Ray, haben wir eine rĂŒhrende Szene zwischen Shoshanna (Zosia Mamet) und Ray erlebt. Doch die Autoren haben uns in eine Falle gelockt, unsere Hoffnung genĂ€hrt, aber zerschmettern diese Hoffnung in einem Nebensatz in der Episode Boys. Shoshanna versucht damit umzugehen, dass Ray kein Ziel hat und sich selbst als Verlierer fĂŒhlt. Und tut das indem sie ihm VortrĂ€ge von Donald Trump ans Herz legt und dabei verkennt, was Ray wirklich will. Doch wie sehr kann man ihr einen Vorwurf machen, angesichts der Tatsache, dass Ray ihren Ideen keinerlei eigene entgegenzusetzen hat? Sie wollen beide das Beste fĂŒreinander und doch sehen sie sich nicht deutlich.
Eine andere Beziehung, die in der Episode Boys leiden muss, ist die nicht existente Beziehung zwischen Marnie und Booth Jonathan. Auch bei diesen beiden sieht es zunĂ€chst vielversprechend aus. Und dann endet es mit einer Szene des Selbstmitleides zwischen Weinflaschen. Marnie hat sich in eine Vision des KĂŒnstlers verliebt und mit seinem pubertĂ€ren Ausbruch darĂŒber, dass ihn keiner verstehe, hat Booth Jonathan diese Vision zerstört.
Schein und Sein
Zu Marnies Charakter gehört es ein StĂŒck weit dazu, immer bemĂŒht zu sein, den Schein zu wahren. Doch in der Episode Boys eifern ihr alle anderen nach. Hannah wird nicht mĂŒde zu erzĂ€hlen, wie gut die Arbeit an ihrem e-Book laufe, wĂ€hrend wir wissen, dass sie kaum einen Satz zustande bringt.
Beide - Hannah und Marnie - zeigen bis zum Ende der Episode nicht, wie schief doch eigentlich alles gerade fĂŒr sie lĂ€uft. Und verschenken so die UnterstĂŒtzung, die sie vom anderen hĂ€tten bekommen können, wenn sie sich geöffnet hĂ€tten. Der einzige, der sich seiner Situation stellt, ist Ray. Er kommt ĂŒberheblich in Staten Island an. Und muss erleben, dass er ganz schnell selbst in der Situation sein kann, dass man auf ihn herabblickt.
Fazit
Doch Girls ist nicht unbedingt die Art von Serie, in der auf eine Selbsterkenntnis eine heilsame Wandlung folgt. Es gibt kein Ende, kein Drama. Es geht einfach so weiter, wie es weitergeht. Und das bringt eine Art von RealitÀt in die Serie, die es möglich macht, sich mit den Figuren zu identifizieren und auch - wie in der Episode Boys - mit ihnen zu leiden.
Verfasser: am Montag, 18. Februar 2013(Girls 2x06)
Schauspieler in der Episode Girls 2x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?