Girlfriends' Guide to Divorce 1x01

Girlfriends' Guide to Divorce 1x01

In der neuen Dramedyserie Girlfriends' Guide to Divorce geht es um eine Autorin, die zwar Beziehungstipps an den Mann bringt, jedoch selbst mit ihrer Ehe am Ende zu sein scheint. Ist Abby McCarthy die Carrie Bradshaw der Postehe?

Lisa Edelstein und Beau Garrett in „Girlfriends' Guide to Divorce“ / (c) Bravo
Lisa Edelstein und Beau Garrett in „Girlfriends' Guide to Divorce“ / (c) Bravo

Der US-Sender Bravo serviert mit Girlfriends' Guide to Divorce eine Dramedy, an der Fans von Serien wie Sex and the City oder Desperate Housewives sicherlich ihren Spaß haben. Was in den 40 Minuten des Serienpiloten serviert wird, ist eine solide ausgearbeitete Dramedy für Frauen, die über die ersten Ehefreuden hinweg sind und sich mit den Alltagsstrapazen des Familienlebens auseinandersetzen. Im Zentrum steht dabei natürlich eine Autorin, die ihre emotionalen Erlebnisse an die Außenwelt weiterträgt und nebenbei einen Kreis von besten Freundinnen um sich schart, die in einer ähnlichen Lage sind.

You're the answer lady

Zu Beginn wird kurz der Charakter der Protagonisten Abby McCarthy (Lisa Edelstein) eingeführt - wie sie abends im Bett eine Frühstückssendung schaut, in der sich über sie unterhalten wird. Sie ist die Autorin der Buchreihe Girlfriends' Guide to... und damit anscheinend ziemlich erfolgreich. Während ihr neuestes Buch den Titel Girlfriends' Guide to getting your groove back trägt und sich darum dreht, wie man eine Ehe am besten lange aufrechterhält, scheint ihre eigene Ehe alles andere als im Reinen zu sein.

Ihr Ehemann Jake (Paul Adelstein) schleicht mitten in der Nacht zu ihr ins Bett, benimmt sich egozentrisch und kommuniziert mit Abby via SMS, damit die Kinder nicht mitbekommen, dass ihre Ehe sich derzeit am Ende zu befinden droht. Dabei wird der Grund dafür im Laufe des Serienpiloten von mehreren Seiten beleuchtet. Während Abby zum Beispiel erschüttert darüber ist, dass Jake sich mit Becca Riley, einer Schauspielerin von The CW trifft, wirft dieser ihr vor, zuvor per E-Mail bereits eine Affäre geführt zu haben. Diese spiele sich zwar nicht auf sexueller, dafür aber auf emotionaler Ebene ab.

Abby hat derweil Angst, dass sich die Gerüchte um ihre Eheprobleme herumsprechen. Nicht nur wegen ihrer Kinder Charlie (Dylan Schombing) und Lilly (Conner Dwelly), sondern auch wegen der Presse in Bezug auf ihr Buch, welches sie zudem am besten in Anwesenheit ihrer Familie präsentieren soll. Statt des Rückhalts auf dieser Ebene hat sie dafür zwei neue Freundinnen gefunden, von denen ihr homosexueller Bruder Max (Patrick Heusinger) nicht allzu viel hält. Lyla (Janeane Garofalo) und Phoebe (Beau Garrett) sind in ähnlichen Situationen wie Abby und raten ihr vor allem, sich wieder auf den Männermarkt zu begeben.

Während sich Phoebe ihre Brüste hat erneuern lassen und für Geld immer noch mit ihrem Ex ins Bett geht, scheint Lilly sich noch nicht wirklich von Dan (Michael Weaver) trennen zu können. So lädt sie ihn zum Abendessen ein und schläft mit ihm, nachdem dieser ihr zuvor mitgeteilt hat, sich derweil mit jemand anderem zu treffen. Die beiden neuen Freundinnen scheinen somit alles andere als stabile Beziehungen aufzubauen und überreden Abby schließlich, gemeinsam auszugehen, was für diese verheerende Folgen hat.

Screw you and your past tense

So landet Abby trotz ihrer Unsicherheit, da sie zuvor fünf Jahre keinen Sex hatte, mit dem 28 Jahre alten Will (Warren Christie) im Bett und erlebt dabei ihre sexuelle Neueroberung. Während Will sich daraufhin wieder mit ihr verabreden will, lässt sie ihn in seiner Wohnung stehen und macht sich schließlich um fünf Uhr morgens auf den Heimweg. Zu Hause stößt sie jedoch auf Jake, der angefressen auf sie wartet. Es kommt zur Aussprache zwischen den beiden, die darin mündet, dass Jake sich scheiden lassen will, während Abby die Ehe noch nicht aufgeben will. Dabei werden sie von Will und Charlie unterbrochen, die von dem Geschreie wach geworden sind.

Der nächste Tag wird zum Albtraum für Abby, da sie nach so gut wie keinem Schlaf ihre Kinder in der Schule absetzen muss und danach noch eine Autogrammstunde zu absolvieren hat. Max weist sie darauf hin, dass die beiden sich früher über Frauen wie Lyla und Phoebe lustig gemacht haben, worauf Abby verletzt reagiert. Sie hat das Gefühl, unverstanden zu sein, da Max von dem festen Glauben überzeugt ist, dass eine Ehe solche Probleme aushalten muss. Am Ende fährt Abby davon und trifft vor ihrer Autogrammstunde noch einmal auf die besagten Freundinnen.

Sie berichtet von den Ereignissen und fühlt sich nicht in der Lage, die Autogrammstunde zu halten. Das wird auch für ihre Fans ersichtlich, als Abby während ihres Vortrags davon erzählt, dass sie ihr Buch zwar einst ernst nahm, dieses zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht mehr wirklich vertreten könne. Sie holt dabei noch weiter aus und erzählt, dass sie ihrem Ehemann sogar manchmal den Tod wünsche. Auf die Nachfrage, wer sich eines der Exemplare unterschreiben lassen möchte, reagiert niemand. Stattdessen wirft ihr eine Frau sogar ihr Exemplar vor die Füße. Abby ist somit am Ende ihrer Ehe angekommen und blickt in eine unklare Zukunft, in der sie ihre Ehe bereits hinter sich gelassen hat und nun auch ihre Karriere aufs Spiel setzt.

Fazit

Was die Pilotepisode Rule #23: Never Lie to the Kids präsentiert, ist der Verwurf des strukturierten Ehelebens. So wird im Laufe der Episode deutlich, dass sich die Eheprobleme von Abby und Jake nicht auf einen genauen Kausalitätspunkt reduzieren lassen, sondern dass sich diese schon seit mehreren Jahren aufgebaut haben. Dass ausgerechnet eine Autorin für Ratgeberbücher in Sachen Beziehung in dieser Situation landet und stattdessen Unterstützung von zwei alles andere als strukturierten Freundinnen bekommt, wird dabei zum Sinnbild des Verwurfs struktureller Denkensweisen.

Natürlich finden diese im Serienpiloten nur wenig Platz, da sich vor allem Abby noch sehr an ihre Ehe klammert und dabei auch Angst vor dem Singledasein hat. Ihre Sichtweise der Welt wird dabei auch zur Sichtweise der Dramedy selbst. So wird die Welt der Ehe als öde, stressig und vor allem distanziert und unromantisch aufgezeigt, während die Welt der durch das Singledasein wieder erlangten Freiheit voller Abenteuer ist. Sowohl sexueller Art als auch bezüglich Abbys Karriereweg.

Was dem Piloten von Girlfriends' Guide to Divorce zu dessen Ungunsten vorliegt, ist der nicht von der Hand zu weisende Vergleich mit der Kultserie Sex and the City. Vor allem die Protagonistin, die sich mit ihren besten Freundinnen über alles, was die Männerwelt hergibt, unterhält und sich dabei selbst in schriftlicher Form an die Außenwelt richtet, ähnelt schon sehr der von Sarah Jessica Parker dargestellten Carrie Bradshaw.

Was jedoch zugunsten des Piloten ausgelegt werden kann, ist die Verlagerung auf die - um im Sex and the City-Vokabular zu bleiben - Post-Mr.-Big-Ära. Abby hat im Gegensatz zu Carrie bereits eine lange Zeit der festen Bindung hinter sich, wobei zu hoffen bleibt, dass die Darstellung der beiden Welten ausgeglichener als in dem Serienpiloten ausfallen wird.

Verfasser: Henning Harder am Donnerstag, 4. Dezember 2014

Girlfriends' Guide to Divorce 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Girlfriends' Guide to Divorce 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Regel Nr. 23: Lüge nie die Kinder an
Titel der Episode im Original
Rule #23: Never Lie to the Kids
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 2. Dezember 2014 (Bravo)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 6. Januar 2016
Autor
Marti Noxon
Regisseur
Adam Brooks

Schauspieler in der Episode Girlfriends' Guide to Divorce 1x01

Darsteller
Rolle
Janeane Garofalo
Necar Zadegan

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