Ghoul Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Ghoul Staffel 1

Ghoul Staffel 1 Episodenguide

Review zu Ghoul Staffel 1

Es kommt heutzutage immer seltener vor, doch manchmal entdeckt man sie noch, diese Serien im wilden Wust des aktuellen, gigantischen Streamingangebots, die man nicht wirklich auf der Rechnung hatte und die einen durchaus positiv überraschen können. Patrick Grahams Ghoul ist so ein Titel. Die Horrorminiserie, welche ihre Entwicklung einst als Spielfilm begann und nach dem Kauf durch Netflix im Februar 2018 in ein dreiteiliges Serienformat umgewandelt wurde, feiert ihre weltweite Premiere an diesem Freitag, den 24. August. Hierzulande dürfte „Ghoul“ eher weniger Aufmerksamkeit generieren, ich bin mir sogar recht sicher, dass die meisten bisher noch nicht einmal etwas von der Serie gehört haben, geschweige denn irgendwelche große Marketingbemühungen unternommen werden, um den Neustart zu bewerben. Schade, denn allen voran Genrefans könnten hier auf Gold stoßen...

Die Geschichte von „Ghoul“ spielt in einer nicht so weit entfernten Zukunft in Indien, wo ein totalitäres Regime eine neue Gesellschaftsordnung implementiert hat und die Feinde des Staates, so zum Beispiel Muslime, mit harter Hand verfolgt und versucht, diese in Internierungslagern neu zu konditionieren. In ein solches Lager wird die junge Kadettin Nida Rahim (Radhika Apte) versetzt, kurz nachdem sie eine harte Entscheidung zwischen ihrer Familie und ihren persönlichen Überzeugungen getroffen hat. Hier bekommt sie den Auftrag, den Terroristen Ali Saeed (Mahesh Balraj) zu befragen und wertvolle Informationen aus diesem herauszuholen. Während Nida allmählich am eigenen Leib die dunkle Wahrheit über das Regime, für das sie arbeitet, erfährt, gehen in dem Lager seltsame Dinge vor. Es scheint so, als würde ein mystisches Wesen, der titelgebende Ghul, umhergehen und den Wärtern, Folterern und Befehlshabern dieses Lagers die Quittung für ihr unmenschliches Handeln ausstellen...

Wie bereits erwähnt startete das Projekt „Ghoul“, zu dem die Dreharbeiten im Juni 2016 anliefen, als einer von drei geplanten Horrorfilmen aus Indien. Für diese schlossen sich die drei Produktionsstätten Phantom Films, Ivanhoe Pictures und Blumhouse Productions zusammen. Letztere wirbeln das Genrekino seit einigen Jahren ordentlich durcheinander und haben sich mittlerweile zu einer festen Größen in Hollywood etabliert. Die oscarprämierten „Whiplash“ und „Get Out“, aktuelle Filme oder Serien wie „BlackkKlansman“ und Sharp Objects oder aber auch kommende Titel wie „Glass“ von M. Night Shyamalan und „Us“ von Jordan Peele sind nur ein paar Beispiele, die unter Mitwirkung von Blumhouse Productions entstanden sind beziehungsweise momentan entwickelt werden.

Das von Jason Blum im Jahr 2000 gegründete Unternehmen ist inzwischen nicht mehr aus der Branche wegzudenken. Und „Ghoul“ passt perfekt zum „Modus Operandi" der Produktionsstätte, bei der das Horrorgenre einen ganz besonderen Platz im Herzen von Blum und seinem Team hat. „Ghoul“ beginnt verhalten und baut mit wenigen Mitteln den bedrückenden Rahmen auf, in dem sich die Charaktere bewegen. Von Beginn an weht ein Hauch von Indieproduktion durch die Aufnahmen, was seinen eigenen Charme mit sich bringt. Serienautor und Regisseur Patrick Graham, dessen filmisches Schaffen bis dato eher überschaubar gewesen ist, zeigte sich nach dem Erwerb des Titels durch Netflix und der Umgestaltung des Films in eine dreiteilige Miniserie dankbar ob der Gelegenheit, so noch mehr Raum für weitere Hintergrundinformationen zu erhalten, um die Prämisse der Geschichte weiter auszuschmücken.

Im Nachhinein hätte er vielleicht sogar einen Schritt weitergehen können und noch mehr von dem suppressiven Terrorregime und der unschönen Welt, die sich unter deren Führung entwickelt hat, zeigen können. Doch Graham möchte offensichtlich nicht zu viel Zeit mit der Außenwelt seiner Erzählung verbringen, er bevorzugt ein klaustrophobisches Setting. Ob nun im wörtlichen Sinne, wie die alte, ranzige, enge Gefängnisanlage zeigt, in der die Handlung stattfindet, oder aber ob im übertragenen Sinne: Wir Zuschauer tauchen mit jeder verstrichenen Minute der Laufzeit immer mehr in die Köpfe der Charaktere ein, die sukzessive mit ihren eigenen Schuldgefühlen konfrontiert und dadurch mental hart auf die Probe gestellt werden.

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Das Monster aus der Asche

Die Ausgangssituation ist simpel: Ein paar Dutzend Soldaten und Soldatinnen foltern im Auftrag ihrer Regierung teilweise unschuldige Menschen, die in irgendeinem finsteren Loch vor sich hin rotten, bis ihnen der Gnadenstoß gegeben wird. Manch einer von den Staatsangestellten hinterfragt sein Handeln, andere lassen ihre Taten erst gar nicht zu nah an sich herankommen, um ihrer Schuld auszuweichen. Das kann einen wiederum von innen zerfressen. Oder im konkreten Fall von Ghoul sich in Form eines bestialischen Dämons manifestieren, der die Übeltäter dieser Welt konsequent heimsucht und brutal aus dem Leben tilgt.

Die Miniserie probiert sich an einer interessanten Balance zwischen diesen beiden Polen. Zum einen erhalten die Zuschauer Einblicke in das seelische Innenleben der verschiedenen Figuren, insbesondere Radhika Aptes Nida, und wie sie mit ihren abscheulichen Handlungen umgehen. Das Stimmungsbarometer schlägt in diesem Fall in Richtung Psychohorror aus: Wenn sich der Mensch vor etwas fürchten sollte, dann vor sich selbst und den Dingen, die er bereit ist zu tun, wenn er oder sie scheinbar keine andere Wahl hat. Auf der anderen Seite gibt man sich in „Ghoul“ nach dem ruhigen, stimmungsvollen Auftakt und der Hälfte der zweiten Episode wiederum vollends blutigem Monsterhorror hin, ein paar wenige, gut positionierte Jump-Scares inbegriffen. Die Mischung macht's, denn sowohl die eher gefassten Momente, in denen sich die Charaktere selbst überdenken und ihr Handeln hinterfragen, sowie die weitaus temporeicheren, aufregenden Szenen, in denen es keineswegs zimperlich zugeht, können überzeugen.

Ghoul“ baut in seinen drei Episoden, die jeweils zwischen 43 und 49 Minuten umfassen, eine ganz eigene Atmosphäre auf, die sich gar nicht so einfach in Worte fassen lässt. Manchmal ist es der stille Horror, der einen in seinen Bann ziehen kann, dann donnert einem plötzlichen ein wuchtiger Schockmoment entgegen, der die dichte Anspannung ruckartig durchbricht und alteingesessenen „Gorehounds" ein breites Grinsen auf die Lippen zaubern dürfte. Die Miniserie erfindet das Rad bei weitem nicht neu und weiß um ihre Vorgänger im Geiste. Insbesondere John Carpenters „The Thing“ dürfte Genrekennern bei der Sichtung der dritten Episode mehrfach in den Sinn kommen. Die Ausführung ist jedoch stets stimmig, hinzu kommt ein angenehmer Flair, dass alles an dieser Produktion selbstgemacht und eben nicht so ausgelutscht ist, wie es vielleicht bei einem amerikanischen Format der Fall gewesen wäre.

Ghoul“ hat Ecken und Kanten, trägt seine Idee und das einfache Konzept aber selbstbewusst und unerschrocken vor. Erfahrene Zuschauer werden den Spuk hier und da schnell durchschauen, auch das Verhalten einiger Charaktere in bestimmten Situationen wirft Fragen auf, ebenso wie ein paar hölzerne Dialoge und das Pacing, gerade zu Beginn der Serie. Der überzeugenden Darstellerriege (neben Hauptdarstellerin Radhika Apte fallen vor allem Mallhar Goenka, der Nidas Vater spielt, und Mahesh Balraj als wortkarger Terroristenanführer Ali Saaed auf) gelingt es jedoch, einen immer wieder komplett in die Erzählung hineinzuziehen, so dass man letzten Endes phasenweise nicht nur extrem gespannt mitfiebert, sondern auch diverse inszenatorische Kniffe und coole Einfälle wertzuschätzen weiß. Speziell die Auflösung der Geschichte und die finalen Minuten der Miniserie geben dem Zuschauer eine besondere Art der Genugtuung.

Am Ende befasst sich Ghoul mit einem sehr zeitlosen Thema (die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schuldbewusstsein sowie das Hinterfragen seines Handelns in einem totalitären System, dem man sich aus falschen Überzeugungen oder aber aus einer Angst vor einer möglichen Bestrafung fügt) und findet dabei einen frischen, übernatürlichen Ansatz, der die Miniserie sehr abwechslungsreich gestaltet. Wenn man möchte, kann man die Erzählung als kleine, mit zahlreichen Metaphern gespickte Parabel über die menschliche Natur lesen. „Ghoul“ funktioniert aber auch einfach als kurzweiliges Horrorformat und sehenswerte Genreserie, der man sich wunderbar an einem einzigen Abend widmen kann. Und das sollte man auch. Die zweite indische Eigenproduktion nach der kürzlich erschienenen Krimisaga Sacred Games (unsere Kritik dazu findet Ihr hier) ist definitiv einen Blick wert.

Trailer zu „Ghoul":

«Ghoul» Trailer

Ghoul Staffel 1 Episodenguide

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24. August 2018

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