Galavant 2x10

Galavant 2x10

Nachdem der Absetzungsbär die Musicalcomedy Galavant zum Glück verschonte, schafft es diese in ihrer zweiten Staffel, Humor und Extravaganz noch weiter auszubauen. Allen voran Timothy Omundson überzeugt wieder einmal als König Richard.

Timothy Omundson und Joshua Sasse verhelfen auch der zweiten Staffel von „Galavant“ zu ihrem extravaganten Humor. / (c) ABC
Timothy Omundson und Joshua Sasse verhelfen auch der zweiten Staffel von „Galavant“ zu ihrem extravaganten Humor. / (c) ABC

Wer zu der überschaubaren Anzahl an treuen „Galafans“ gehört, dem durfte die Verlängerung um eine zweite Staffel wohl einen kleinen Freudensprung entlockt haben. Zum Glück schafft die Musicalcomedy dabei wieder einmal leichten Fußes den Spagat zwischen Seriensatire, spannender Dramaturgie, schmissigen Ohrwürmern und Anspielungen auf Vorlagen wie Game of Thrones, „Der Herr der Ringe“ oder „Maleficent“.

Suck it, cancellation bear!

Bereits der Pilotepisodentitel A New Season aka Suck It Cancellation Bear deutete bereits an, dass es sich die wirklich unvergleichbare Musicalcomedy wieder einmal nicht nehmen lässt, ein paar vorzügliche Witze auf das gesamte Serienbusiness zu machen. Egal, ob man sich über fehlende Gelder für prominente Auftritte im Staffelfinale beschwert, der Einsatz von Helmen als Verweis auf die Arbeit von Stuntdoubles erklärt oder so manch unzureichender Plotzusammenhang im „Forest of Coincidence“ überbrückt wird, kaum eine Serie schafft es, sich aufgrund der fehlenden Ernsthaftigkeit so thematisch freizuschwimmen, dass sie fast schon elfengleich über jeden Zweifel erhaben ist.

Was den Plot angeht, ist dieser natürlich genauso schnell erzählt und durch zahlreiche Abweichungen und Songeinlagen in die Länge gezogen wie bereits in der ersten Staffel, ohne jedoch an Dramatik einstreichen zu müssen. Die Handlung setzt direkt an den vorherigen Ereignissen an und zeigt uns, wie Prinzessin Isabella (Karen David) versucht, ihrer inzestuösen Ehe in die Arme des Serienhelden Galavant (Joshua Sasse) zu entrinnen.

Bewegt sich weiter auf düsteren Pfaden: Madalena (Mallory Jansen). © ABC
Bewegt sich weiter auf düsteren Pfaden: Madalena (Mallory Jansen). © ABC

Dieser begibt sich derweil mit Exkönig und neuem besten Freund Richard (Timothy Omundson) auf die Suche nach einer geeigneten Armee, um Isabella zu befreien und nebenbei noch den Thron von Prinzessin Madalena (Mallory Jansen) und ihrem blutrünstigen Partner Gareth (wieder einmal hervorragend: Vinnie Jones) an sich zu reißen. Als besonderer Bösewicht wird dabei noch der dunkle Magier und Hochzeitsplaner Wormwood (Robert Lindsay) eingeführt, der die beiden Prinzessinnen zum Ende der Staffel gegeneinander aufhetzt.

This is not Game of Thrones!

Was für mich dabei besonders positiv ins Gewicht fällt, ist der Fokus auf Anspielungen in Richtung anderer Fantasy- und Märchenstoffe, allen voran „Der Herr der Ringe“ und Game of Thrones. So darf Galavant nach seinem kurzzeitigen Serientod eine wohl wesentlich realistischere Armee der Untoten in den Krieg führen als Aragorn (Viggo Mortensen) in „Die Rückkehr des Königs“, während es sein Gefährte Richard der „Mother of Dragons“ Daenerys (Emilia Clarke) gleichmacht und sich auf die besondere Kraft eines Drachen verlässt, wenngleich dieser eher einer Echse ähnelt.

Zudem entwickeln sich Richard und Madalena beide weiter von ihren Rollen als „big bads“ der ersten Staffel weg, im Zuge dessen Richard im Geiste der „Artus“-Sage durch ein besonderes Schwert zum König wird, der alle Königreiche vereinen soll, wohingegen Madalena durch ihren Kontakt zu den dunklen Kräften zu einer Art „Maleficent“ von Galavant zu werden droht.

Das Duett zwischen Richard (Timothy Omundson) und seines jüngeren Ichs (Alfie Simmons) einnert an %26bdquo;The Kid%26ldquo; mit Bruce Willis. © ABC
Das Duett zwischen Richard (Timothy Omundson) und seines jüngeren Ichs (Alfie Simmons) einnert an %26bdquo;The Kid%26ldquo; mit Bruce Willis. © ABC

Doch auch die musikalischen Beiträge können das Level der ersten Staffel locker halten. So darf uns der aus „Little Britain“ bekannte Matt Lucas einen äußerst ironischen Beitrag zur Demokratie vorträllern, während sich die beiden Prinzessinnen in einem Rapbattle bekriegen. Insgesamt treffen sämtliche Songs wieder einmal den perfekten Ton, wobei jedoch die weise Entscheidung getroffen wurde, das eingängige Grundthema auf ein paar Beiträge zu reduzieren und stattdessen mehr Abwechslung zu bieten.

Fazit: The dragon in you is the dragon in me.

Doch nicht nur die Witze, Anspielungen und Lieder halten einen bei bester, kurzweiliger Laune, sogar die Charakterentwicklung schafft es, einen mitzureißen. Hierbei stellt sicherlich Timothy Omundsons Charakter des gefallenen König Richard das Paradebeispiel dar. Dieser findet in seiner Kindheitsfreundin Roberta (Clare Foster) nicht nur die Liebe fürs Leben sowie den Beginn seiner Männlichkeit, sondern arbeitet sich zudem in herrlicher Anspielung auf „The Kid“ an seiner eigenen, royalen Kindheit ab.

Mag die Serie auch immer wieder auf ihre eigenen Klischees hinweisen und damit für so manchen Schmunzler sorgen, so kann ich dennoch nicht verhehlen, dass mich das Feuer, das Richard durch das kurzzeitige Aus seines Wunschdrachens in sich selbst entfacht, nicht gerade kaltgelassen hat und ich genauso frohen Mutes in eine weitere, dritte Staffel blicke. Mag die Musicalcomedy für viele nicht mehr als eine einfache Echse in der Serienlandschaft sein, so sehe ich darin bereits das Feuer eines emporsteigenden Fantasydrachens lodern! Für Galavant, für die Liebe, für eine dritte Staffel!

Man lege sich nicht mit diesem Drachen an! © ABC
Man lege sich nicht mit diesem Drachen an! © ABC
Verfasser: Henning Harder am Montag, 1. Februar 2016

Galavant 2x10 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 10
(Galavant 2x10)
Deutscher Titel der Episode
Folge 10
Titel der Episode im Original
The One True King (To Unite Them All)
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 31. Januar 2016 (ABC)
Regisseur
John Fortenberry

Schauspieler in der Episode Galavant 2x10

Darsteller
Rolle
Vinnie Jones
Mallory Jansen
Luke Youngblood
Sid

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