Fringe 2x11

What Lies Below sollte zu den Vorzeigeepisoden gehören, die den „Fall der Woche“ subtil mit den Beziehungen zwischen den Figuren verbinden. Beim Zuschauen bemĂ€chtigte sich meiner die starke Empfindung, einen Kinofilm zu sehen. Fringe vollfĂŒhrte perfekt jeden dramaturgischen Schritt, der einen Film zu einem spannenden Film macht.
Ein Virus, dessen Fund als Geheiminformation verkauft werden sollte, sucht seinen VerkĂ€ufer heim. In Folge dessen schweben alle Mitarbeiter des BĂŒrogebĂ€udes, wo sich der potentielle KĂ€ufer befindet, in Ansteckungsgefahr. Als der erste Wirt stirbt, passiert es tatsĂ€chlich: Auch andere sind infiziert, das GebĂ€ude wird unter QuarantĂ€ne gestellt.
Dummerweise befindet sich die HĂ€lfte der Fringe-Crew bereits darin: Olivia (Anna Torv) und Peter (Joshua Jackson). WĂ€hrenddessen ist Astrid (Jasika Nicole) auf der Suche nach Walter (John Noble) der just im Bostoner Children Science Center ein paar Kindern Geschichtsâ und Wissenschaftslektionen erteilt - natĂŒrlich ohne ihnen etliche grausame Details zu ersparen: „They must know the truth!“ Diese kurze Szene prĂ€sentiert sich zunĂ€chst als eine der vielen slapstickartigen „Walter ist ein bisschen irre“-EinschĂŒbe - sie wird sich jedoch im nachhinein als Knotenpunkt der Ereignisse entpuppen: Sowohl der Weg zur Lösung des Problems als auch ihre Vorwegnahme sind darin enthalten. Raffiniert!
ZurĂŒck zum anderen Teil der „Fringe“-Crew: Peter und Olivia sind also eingesperrt; drauĂen suchen Broyles (Lance Reddick) und der Chef vom CDC (Center for Disease Control, das amerikanische Gesundheitsamt) vergeblich nach einer Lösung. Denn der Virus ist ein echter Gegenspieler: Er scheint die Handlungen der infizierten Personen zu beeinflussen und verleitet sie dazu, das GebĂ€ude verlassen zu wollen, damit sich die Ansteckung verbreiten kann. Nice move!
Mittlerweile sind Walter und Astrid auch drinnen, um anhand eines Tests Infizierte von nicht Infizierten zu trennen. Im Zuge einer Auseinandersetzung mit einer Infizierten jedoch wird auch Peter angesteckt. Das Virus als Peter - hier hĂ€tte ich mir sogar gewĂŒnscht, dass die Produzenten seine Fluchtversuche aus dem GebĂ€ude ĂŒber zwei Stunden hĂ€tten inszenieren dĂŒrfen... So bleibt es bei einem TĂ€uschungsmanöver - ausgerechnet dem besorgten Walter gegenĂŒber: Seit er von der Infektion seines Sohnes erfahren hat, weigert er sich, das GebĂ€ude zu verlassen. Astrid bleibt bei ihm ... und in letzter Sekunde entdecken sie das Gegenmittel: Schwefel! Bevor alles gut wird, bekommen wir aber noch eine faust- und beinharte Auseinandersetzung zwischen Peter (im Unterhemd, „Die Hard“-Style!) und Olivia zu sehen. Rating: Wow!
Das vielleicht Wichtigste fĂŒr Fringes Fortsetzungsgeschichte geschah in dem Moment, als Walter und Astrid an der Lösung arbeiteten. Dem völlig panischen Walter rutscht der Satz heraus: „I can't let Peter die again.“ Auf Astrids Nachfrage am Ende gibt er keine Antwort. Somit sind die Weichen fĂŒr das langsame EnthĂŒllen der ganzen Geschichte gestellt, denn die nachdenkliche Astrid (ausgerechnet sie!), die wir zum Schluss sehen, weiĂ jetzt mehr als sie sollte und vielleicht sogar wollte.
Verfasser: Vladislav Tinchev am Freitag, 22. Januar 2010(Fringe 2x11)
Schauspieler in der Episode Fringe 2x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?