Foundation 2x07

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Das passiert in der Foundation-Folge A Necessary Death
Gaal lebt sich auf Ignis in ihre Erlöserrolle ein. Auf Trantor erfĂ€hrt die zukĂŒnftige Kaiserin Sareth, dass Demerzel ihre Familie im Auftrag von Bruder Tag ermordete. Daraufhin verbĂŒndet sie sich mit Bruder Morgen. Constants und Verisofs diplomatische Mission schlĂ€gt ebenso fehl, wie Hober Mallows Versuch, die Spacer auf die Seite der Foundation zu ziehen.
ZurĂŒck zum BewĂ€hrten
Mit A Necessary Death kehren David S. Goyer und Josh Friedman wieder zur ursprĂŒnglichen ErzĂ€hlstruktur zurĂŒck und fĂŒhren die Geschichte auf drei Ebenen weiter. Dabei gelingt es dem Autorenduo, die vielen Figuren und SchauplĂ€tze geschickt zusammenzufĂŒhren und zu einem dichten Gesamtkonstrukt zu vereinen.
Nachdem die Ereignisse auf Trantor in den letzten Folgen etwas in den Hintergrund gerĂŒckt waren, gebĂŒhren Bruder Tag (Lee Pace), Demerzel (Laura Birn) und Sareth (Ella-Rae Smith) diesmal die meiste Aufmerksamkeit. Allerdings fĂ€llt keine der wichtigen Nebenfiguren unter den Tisch. Sowohl Hober Mallow (Dimitri Leonidas), als auch die sympathischen Bel Riose (Ben Daniels) nebst Ehemann Glawen (Dino Fetscher) erhalten kurze, aber wichtige Auftritte.
Besonders mutig ist, dass sich Goyer und Friedman nicht scheuen, Opfer zu bringen, um das Publikum zu ĂŒberraschen. Serien, die uns das GefĂŒhl geben, dass keine Hauptfigur wirklich sicher ist, binden uns emotional und treiben die Spannung in die Höhe. Das gelingt in Foundation, und vor allem in dieser Folge grandios.
Schockmomente
Nachdem in „Why the Gods Made Wine“ bereits Hari Seldon (Jared Harris) erneut starb, nimmt sich die skrupellose Tellem (Rachel House) nun Salvor (Leah Harvey) vor. Gaals Tochter hat herausgefunden, dass die Mentale Seldon ermorden lieĂ und muss nun verschwinden.
Aufgrund der Prominenz der Figur war mit so einer Entscheidung nicht zu rechnen, womit die Szene zu einem Schock wird. Salvor war diejenige, die die leicht beeinflussbare und als Figur leider immer noch nervige Gaal (Lou Llobell) geerdet hat. Diese lĂ€sst sich nur allzu gern einflĂŒstern, sie sei die Erlöserin und könne als AnfĂŒhrerin einer Armee von Sehenden irgendwann in der Zukunft „das Maultier“ stoppen.
Der Handlungsstrang auf Ignis ist zwar durchaus interessant, nimmt aber mit Hardins Tod eine Wendung, die uns mit einem GefĂŒhl der Ungewissheit zurĂŒcklĂ€sst, weil immer noch fraglich ist, ob die Figur der Gaal Dornick alleine tragfĂ€hig ist. Der Charakter ist, wie im letzten Review schon betont, zu naiv und hinterlĂ€sst den Eindruck eines anstrengenden trotzigen Kindes. Wie sich der Ignis-Plot ohne ordnenden Faktor entwickelt, wird sich bald zeigen. Allerdings ist in der Serie bisher weder eine Figur, noch ein ErzĂ€hlbogen verschwendet worden und ins Leere gelaufen. Das ist eine Tatsache, die Hoffnung macht.
Ein Plan geht schief
Widmen wir uns nun den Geschehnissen um Hober Mallow und damit den visuell beeindruckendsten Szenen der Episode. Wir erfahren, dass die Spacer zehn Prozent ihrer Kinder als Navigatoren an das Imperium ĂŒbergeben mĂŒssen, um eine fĂŒr sie lebenswichtige Substanz namens Opalesk zu erhalten.
Die Idee ruft bei gestandenen Trekkies Erinnerungen an die Jem'Hadar aus Star Trek: Deep Space Nine wach, die ebenfalls mittels einer Droge (Ketracel-White) gefĂŒgig gemacht werden. HĂŒben wie drĂŒben haben findige Wissenschaftler einen Ersatzstoff entwickelt, um den so Versklavten fĂŒr die Gegenleistung eines BĂŒndnisses die Freiheit zu bringen. Inwiefern die Spacer allerdings wirklich frei wĂŒrden, wenn sie sich von der AbhĂ€ngigkeit des Imperiums in die der Foundation begeben, bleibt ungeklĂ€rt.
Stark wĂ€re hier gewesen, wenn Mallow seinen Verhandlungspartnern nicht nur die Droge, sondern gleich die Formel zur Herstellung angeboten hĂ€tte. Allerdings ist das fĂŒr die Handlung an sich unerheblich, weil die Spacer das Ansinnen zurĂŒckweisen und Hober an Bel Riose ĂŒbergeben. Dem gelingt mittels eines optisch hĂŒbsch umgesetzten Tricks die Flucht, doch Riose hat nun genĂŒgend Informationen, um den Imperator ĂŒber die Kriegsvorbereitungen der Randwelten zu informieren.
Starkes Storytelling auf Trantor
Auf Trantor trifft Bruder Tag daraufhin die aus seiner Sicht einzig richtige Entscheidung. Nachdem er sich Verisofs und Constants Friedensangebot (das vielmehr eine Drohung ist) angehört hat, lĂ€sst er beide zurĂŒck in den Kerker werfen und befiehlt die Belagerung und Eroberung von Terminus. Die Geschichte bewegt sich damit in groĂen Schritten auf das dramatische und actionreiche Finale zu, das wir von der ersten Folge der zweiten Staffel an erwarten.
Die inhaltlich stĂ€rksten Szenen von „A Necessary Death“ gehören allerdings Sareth. Als die imperialen Ărzte ihr Eizellen entnehmen möchten, zeigt sie sich von ihrer gewohnt trotzigen und ĂŒberheblichen Seite und setzt sich damit zunĂ€chst durch. Doch als Demerzel ihr in einem VieraugengesprĂ€ch kalt offenbart, dass sie Sareths Familie ermordete und dass ihr Ăhnliches blĂŒht, wenn sie sich gegen Bruder Tag stellt, bricht es aus der jungen Frau heraus. Die Szene, in der die Königin in TrĂ€nen ausbricht, ist schlicht und ergreifend fantastisch gespielt.
Ăberhaupt gebĂŒhrt Ella-Rae Smith fĂŒr ihre Leistung in dieser Episode höchstes Lob. Die emotionale Bandbreite, ĂŒber die sie verfĂŒgt, ist beeindruckend. Die Aktrice beweist in jeder einzelnen Szene, dass sie in einer Liga mit schauspielerischen Schwergewichten wie Lee Pace und Laura Birn spielt. Zweifelsfrei dĂŒrfen wir von dem Jungtalent in Zukunft noch GroĂes erwarten.
Die Showrunner von „Foundation“ haben sich allerdings fĂŒr die Figur auch einiges einfallen lassen. Sareth ist eine Hornisse im Bienennest, und das im Gewand einer zuckersĂŒĂen Hummel. Sie hat nur ein Ziel: Bruder Tag dafĂŒr bĂŒĂen zu lassen, was er ihr und ihrer Familie antat. DafĂŒr ist ihr jedes Mittel recht: Infiltration, Bestechung und Manipulation. Vor allem die aktuelle Wendung, dass Sareth heimlich ein Kind mit Bruder Morgen zeugen will, um so quasi einen unblutigen Putsch von innen heraus zu initiieren, ist brillante ErzĂ€hlkunst, die nur aufgrund der Weitsichtigkeit des Writer's Room möglich ist.
Fazit
Chapeau! Was David S. Goyer und Josh Friedman mit Foundation abliefern, ist ErzĂ€hlkunst auf höchstem Niveau. Auch auf die Gefahr hin, sich zu wiederholen: Keine Figur bleibt auf der Strecke, jeder Handlungsstrang ergibt Sinn und nie hat man das GefĂŒhl, dass sich die Autoren auf ihren Lorbeeren ausruhen. Wo zu Beginn der Staffel noch das ungute GefĂŒhl vorherrschte, einem unbesiegbaren Frauenduo folgen zu mĂŒssen, stehen wir nun an einem ganz anderen Punkt.
Hari Seldon ist gerade erst von den Toten auferstanden und treibt nun schon wieder an PfĂ€hlen gebunden tot im Meer. Salvor Hardin wurde ebenfalls (vorlĂ€ufig?) aus dem Spiel genommen, genauso wie Constant und Verisof. Noch mehr Ăberraschungsmomente lassen sich in 60 Minuten kaum mehr unterbringen. Als SahnehĂ€ubchen scheinen sĂ€mtliche BemĂŒhungen der Foundation ins Leere zu laufen und wir treiben wir auf ein episches Finale zu. Gemessen daran, dass die Serie ein audiovisuelles Erlebnis erster GĂŒte ist, darf man schon jetzt vor lauter Vorfreude eine GĂ€nsehaut bekommen.
5 von 5 Klonen
Verfasser: Reinhard Prahl am Freitag, 25. August 2023(Foundation 2x07)
Schauspieler in der Episode Foundation 2x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?