Final Space 1x01

© ary und Mooncake aus „Final Space“ (c) TBS
Science-Fiction-Komödien stehen auch in der Post-Futurama-Ära hoch im Kurs. Nostalgische Trekkie-Trotzköpfchen geben The Orville über Star Trek: Discovery den Vorzug und das animierte Rick and Morty stellt seit Jahren den Goldstandard, was treffsicheren Humor und clevere Genrekonzepte angeht. Kein Wunder also, dass beispielsweise Amazon eine „Galaxy Quest“-Serie plant und der comedylastige Sender TBS seinen eigenen, sich an Erwachsene richtenden Sci-Fi-Cartoon präsentiert. So heißt es heute Weltraum-Vorhang auf für Final Space von Serienschöpfer/Hauptsprecher Olan Rogers und Showrunner David Sacks.
In der Pilotepisode Chapter One kann man regelrecht das Echo des Pitch-Meetings vernehmen. Offenbar ist man mit zahlreichen Genre-Referenzen von „2001“ über „Alien“ bis hin zu „Moon“ sowie mit einem gewissen Antiheld-Charme hinter „Rick and Morty“-Zuschauern her. Eigentlich hat unser zentraler Aufschneider und armes Würstchen vom Dienst, Gary Space (Rogers), aber mehr mit Kinderserien-Star Johnny Bravo oder Captain Zapp Brannigan aus „Futurama“ gemein. Er fristet bereits seit fünf Jahren auf einem Gefangenenschiff sein Dasein, um Zeit für einen Vorfall abzusitzen, bei dem er sich als Pilot ausgab und erheblichen Sachschaden anrichtete. 92 Regierungs-Raumschiffe und ein mexikanisches Restaurant, um genau zu sein.
Ganz allein ist er dabei nicht, leisten ihm doch wenigstens der lakonische Bordcomputer HUE (Tom Kenny) und der antagonistische Psycho-Aufpepp-Bot KVN (Fred Armisen) Gesellschaft. Als das Ende seiner Gefangenenzeit in greifbare Nähe rückt, fällt ihm plötzlich ein putziges Alien (auch Rogers) in die Hände, welches er nach einer Raupe, die er einst von seinem Dad (?) bekommen hatte, Mooncake nennt. Schnell schließt er den lustige Geräusche von sich gebenden Blob in sein Herz und muss feststellen, dass der diabolische, aber kompakt geratene Lord Commander (Genre-Star David Tennant) hinter ihm her ist, denn in Wahrheit handelt es sich bei dem Wesen um einen gefährlichen Planetenzerstörer. Wie praktisch: Sidekick-Maskottchen und Sci-Fi-MacGuffin und in einem.

Mooncakes galaktische Kräfte kommen Gary ganz gelegen, als sein Raumschiff von Lord Commanders Handlangern wie dem Bounty-Hunter Avocato (Coty Galloway) beschädigt wird und er im Weltraum herumtreibend im Begriff ist, von Space-Geröll zermanscht zu werden. All das, weil er sich weigerte, den kleinen grünen Knirps zurückzulassen, doch genau diese gute Tat bringt die Kreuzung aus Nibbler und Kirby dazu, seine zerstörerischen und in diesem Fall rettenden Kräfte zu demonstrieren. Charaktere wie Garys Schwarm, die resolute Quinn (Tika Sumpter), sowie der am Ende des Piloten zu den Verbündeten zählende Avocato (der tatsächlich mehr Katzenmann als Avocado ist) werden im weiteren Verlauf eine Rolle spielen, wenn Zeitreise und die Frage nach der Unendlichkeit des Universums ins Spiel kommen.
Fazit
Die erste Folge von „Final Space“ legt mit einer nichtlinearen Episodenstruktur und Charakteren, die man nach einer Weile durchaus ins Herz schließen könnte, einen durchwachsenen, aber gar nicht ungelungenen Start in. Die offensichtlichen Referenzen stützen sich zu sehr auf leichte Wiedererkennungswerte ohne wirklich gute Gags aus ihnen zu machen und auch insgesamt fällt der Humor etwas flach aus. Die meiste Zeit ist es nur Gary mit seiner nervtötenden Art und bis auf wenige Gewaltszenen besteht fast kein Grund, diesen Stoff nicht nebst Serien wie „SpongeBob“ und „Gravity Falls“ im Kinderfernsehen laufen zu lassen. Bisher jedenfalls. Irgendwie drängt sich schon jetzt der Verdacht auf, dass „Final Space“ auf der Storyebene Kapriolen schlagen und ähnlich dramatische Wendungen wie die direkte Sci-Fi-Cartoon-Comedy-Konkurrenz „Rick and Morty“ versuchen wird.
„Chapter One“ zeugt jedenfalls von einer Menge Potential und ist zugegeben nicht ganz so krass und krude wie die Dimensionenspringer aus dem Programm von Adult Swim. „Futurama“-Fans, die den Abenteuern des Planet-Express-Teams hinterhertrauern, erleben hier vielleicht eher ein Space-Déjà-vu.
Verfasser: Mario Giglio am Dienstag, 27. Februar 2018Final Space 1x01 Trailer
(Final Space 1x01)
Schauspieler in der Episode Final Space 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?