Fear the Walking Dead 5x02

Fear the Walking Dead 5x02

Bei Fear the Walking Dead geht es in der fünften Staffel verstrahlt weiter. Wir erfahren in der Folge The Hurt That Will Happen aka Unvermeidbarer Schmerz mehr über die Ortschaft in Texas, in der die Untoten durch radioaktive Belastung noch gefährlicher sind als ohnehin schon.

Szenenfoto aus der „Fear The Walking Dead“-Episode „The Hurt That Will Happen aka Unvermeidbarer Schmerz“ (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear The Walking Dead“-Episode „The Hurt That Will Happen aka Unvermeidbarer Schmerz“ (c) AMC
© zenenfoto aus der „Fear The Walking Dead“-Episode „The Hurt That Will Happen aka Unvermeidbarer Schmerz“ (c) AMC

Die Autoren von Fear the Walking Dead haben sich zufälligerweise ein Thema ausgesucht, das durch die HBO-Produktion Chernobyl gerade in aller Munde ist. Was passiert in der Zombieapokalypse mit Kernkraftwerken? In der Folge The Hurt That Will Happen erfährt die Gruppe rund um Morgan (Lennie James) und Alicia (Alycia Debnam-Carey) mehr hierzu. Denn es gilt, das Verschwinden von Althea (Maggie Grace) aufzuklären. Morgan und Alicia kümmern sich um die Angelegenheit, während Luciana (Danay Garcia), die sich von ihrer schweren Verletzung erholt, im Truckstop bleibt und das Funkgerät bewacht. John (Garret Dillahunt) und June (Jenna Elfman) geben die Hoffnung bezüglich der Kinder aus der letzten Folge derweil noch nicht auf.

Ein alter Bekannter

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Strand (Colman Domingo) handelt auf eigene Faust und hinterlässt eine Nachricht an Sarah (Mo Collins), Wendell (Daryl Mitchell) und Charlie (Alexa Nisenson), falls der schlimmste Fall eintritt und Daniel (Ruben Blades) ihn direkt umbringt. Doch der redebegabte Überlebende versucht es trotzdem und sucht den früheren Wegbegleiter auf, der offenbar ein riesiges Areal allein verantwortet, das er nach eigener Aussage von jemandem geerbt habe. Einziger sichtbarer Begleiter ist hier die Katze Skidmark. Clever wie eh und je, hat Daniel Stolperfallen und Spikes aufgestellt, um die meisten Untoten so auszuschalten. Strand hält Daniel immer noch für einen Vielschwätzer, der selbstsüchtig handelt, auch wenn er sich seine Geschichte relativ geduldig anhört. Daniel hat in seinem neuen Hauptquartier, das an eine Trödelhalle aus „American Pickers“ erinnert, allerhand Vehikel und nützliches Zeug gelagert. Strand ist am Flugzeug interessiert, aber zeigt sich zunächst auch mit einem starken Funkgerät zufrieden, mit dem er seine Gruppe kontaktieren kann, um die Story glaubhaft zu untermauern.

Daniel erfährt so auch von den Verlusten von Madison (Kim Dickens) und Nick (Frank Dillane), was ihn durchaus kurz mitzunehmen scheint. Gleichzeitig scheint er nie ganz das Vertrauen in Strand setzen zu können und behält ihn immer im Visier seiner Waffe. Strands erste Versuche, den Rest zu erreichen, scheitern, als Daniel aber selbst Hand anlegt, gelingt es, Luciana zu kontaktieren, die seine Geschichte bestätigt und neue Hoffnung schöpft.

Daniel sieht die Situation aber anders und hält Strand für mitverantwortlich, dass die Lage für den Rest immer schlimmer wird und überlässt ihn - mal wieder - seinem eigenen Schicksal, wobei das eine kleine Spiegelung ihrer Beziehung in Staffel drei ist. Hier stellt sich die Frage, inwiefern man sich verändern kann, in dieser Extremsituation. Die Serie selbst hat gezeigt, dass unter gewissen Umständen alle abgehärtet werden und Veränderungen erfahren oder extremere Ansichten an den Tag legen, um sich und ihre Liebsten zu schützen. Daniel glaubt, dass Alicia nach ihrer Mutter kommt und Althea auch gut allein auf sich achten kann, weswegen er seine finale Entscheidung zu treffen scheint.

Danger! Keep out!

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Alicia macht sich derweil Gedanken darum, versagt zu haben, weil sie glaubt, der Schutz der anderen ist ihre Aufgabe, bei der sie durch Altheas Entführung versagt habe. Gemeinsam mit Morgan hat sie zuletzt die strike force gebildet und die Untoten in Schach gehalten. Am verstrahlten Ort in Texas gestaltet sich das schwieriger, besonders bei erwartbaren Alleingängen wie dem von Al. Sehr interessant ist die Szenerie, die hier gebildet wird. Mit Vogelkäfigen werden Untote abgelenkt und Stolperfallen mit Seilen gespannt. Genau in eine solche tappt Morgan - und so lernen wir die neue Figur Grace (Karen David, Galavant) kennen, die Bescheid weiß, weil sie einst im AKW gearbeitet hatte. Alicia kann Morgan vor ihrem Angriff retten, aber sein Bo-Stab scheint fürs Erste tabu zu sein - wegen der Strahlungsgefahr, was Morgan nur überaus schwer verkraftet. Denn seit dem Cheesemaker (John Carroll Lynch) ist diese Waffe sein ständiger Begleiter. Prinzipiell könnte er sich sehr leicht einen neuen bauen, allerdings sind seine psychischen Probleme hinlänglich bekannt, genauso wie seine Fortschritte, so dass solche Artefakte wahrscheinlich besonders aufgeladen sind. Grace jedenfalls hatte einst eine Gruppe von Kollegen und deren Familie im Kernkraftwerk verschanzt. Ein solches ist zwar selbst gegen Terrorangriffe abgesichert, aber eben nicht auf derlei Langzeitszenarien ausgerichtet, weswegen es zum Super-GAU kommen musste.

Sie warnt Morgan und Alicia vor der Kontaminierung und verdonnert Morgan auch zur gründlichen Dusche inklusive neuer Einkleidung. Warum Alicia nicht drunter muss, ist etwas scheinheilig, wobei Morgan noch eher im Gefahrenbereich unterwegs war. Aber irgendwann wird auch erklärt, dass nicht genügend Wasser im Tank ist und so muss sie blutbeschmiert mitlaufen und die Mission fortsetzen, die wieder mal einige Videospielvibes aufweist. Insgesamt 63 Menschen sucht Grace nämlich. Einige von ihnen erkennt man an sogenannten Dosimetern um den Hals. Kurz darauf werden auch June und John gewarnt, diejenigen mit den Dosimetern zu verschonen, weil das kritisch für alle enden könnte.

Eine etwas ärgerliche Szene spielt sich dann rund um eine sture Alicia ab, die Grace ihre Waffe nicht wiedergeben möchte und trotz der eindringlichen Warnung vor den Strahlenzombies diese angreift und so prinzipiell das Leben aller riskiert. Die Sturheit ist hier ein Ärgernis, was symptomatisch für gewisse Schwächen im „TWD“-Universum ist. Immerhin wird die Situation aufgewertet, als man sieht, worauf die Macher hinauswollen, denn im Gefahrgutanzug kann Grace dann messen, welche Untoten unbedenklich aus dem Verkehr gezogen werden können. Der Weg dorthin ist aber etwas ungeschickt. Leider ist es nicht die einzige Actionszene der Folge, in der die Handelnden fahrlässig agieren.

Denn, nachdem Luciana und Strand miteinander sprechen, geht die Antenne kaputt, was sie nach draußen treibt und in ihrem Zustand direkt in Gefahr bringt. Das fällt wieder glasklar in die Kategorie konstruiertes Drama, was ein wenig zu dick aufgetragen ist. Denn es zwingt die beeinträchtige Luciana, mit einer Hand zu schießen, was ihr leider kaum gelingt. Immerhin bezahlt sie das nicht mit ihrem Leben.

Zurück bei Grace und Co finden June und John circa die Hälfte ihrer Exkolleg/-innen in einem Haus eingesperrt, so dass sie ihrer selbst auferlegten Pflicht walten und diese aus dem Verkehr ziehen kann. Das kann nur sie, weil sie selbst durch die längere Exposition mit der Strahlung sowieso dem Tod geweiht ist, wobei Morgan und Alicia mal wieder selbstlos ihre Hilfe anbieten. Immerhin kann man sich auf eine Funkfreundschaft verständigen. Grace zieht aber vorerst allein weiter.

Die Tür öffnen

Eine schöne Szene ist das Gespräch zwischen Morgan und Alicia rund um ihr seelisches Befinden. Denn Morgan weiß, wie sie sich nach dem Verlust von Bruder und Mutter fühlt, wie sie auf Distanz geht und glaubt, die Toten dafür bestrafen zu müssen und ihre Kameraden so schützt. Doch der Weg zur Einsicht funktioniert erst, wenn jemand anderes die Tür öffnet und sie auf das Problem hinweist. Das ist kein schmerzfreier Weg, aber es ist möglich, eine neue Chance auf einen frischen Start zu erhalten, weiß Morgan aus eigener Erfahrung. Vielleicht ist das auch für Alicia möglich.

Wieder zurück bei Luciana entdeckt die Gruppe einen Einschüchterungsversuch durch abgetrennte Zombieköpfe und Gedärme. Ich würde weiterhin auf die Kinder aus der ersten Folge als Übeltäter tippen, aber vielleicht steckt auch einfach jemand anderes dahinter. Logan hat sich sicher nicht die Mühe gemacht, die Gruppe weit weg von sich zu schaffen, um dann Ressourcen in so etwas zu stecken, aber wir werden sehen, was es damit auf sich hat. Womöglich ist es eine Splittergruppe aus dem Camp.

Fazit

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Die die fünfte Staffel von Fear the Walking Dead verfolgt bisher spannende Ansätze und Themen, die wir auf diese Art und Weise teilweise in beiden Zombieserien des Franchise noch nicht gesehen hatten. Außerdem bringt sie ebenso einen alten Bekannten zurück, wenn auch nicht mit dem gewünschten Ergebnis für Strand... Man kann sich sicher sein, dass dieser kurze Einblick in sein neues Leben noch längst nicht alles war. Nebenbei werden andere neue Baustellen aufgemacht. Neben der starken Strahlungsstory gibt es die Geschichte um die Kinder, aber auch um Altheas Entführer. Und sicherlich werden auch Charlie, Wendell und Sarah eigene Abenteuer erleben.

Mein Favorit aus dieser Woche ist auf jeden Fall die tragische Geschichte von Grace, in die Alicia und Morgan verwickelt werden und die eine Möglichkeit bietet, für beide einmal Klarschiff zu machen. Abzuwarten bleibt, welche Folgen das haben wird und ob Alicia sich aus ihrem Tief befreien und sich darüber hinaus noch mal neu erfinden kann.

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Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 11. Juni 2019
Episode
Staffel 5, Episode 2
(Fear the Walking Dead 5x02)
Deutscher Titel der Episode
Unvermeidbarer Schmerz
Titel der Episode im Original
The Hurt That Will Happen
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 9. Juni 2019 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 10. Juni 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 10. Juni 2019
Autor
Alex Delyle
Regisseur
Jessica Lowrey

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 5x02

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