Fear the Walking Dead 3x15

Fear the Walking Dead 3x15

In der Fear the Walking Dead-Episode Things Bad Begun spitzt sich die Lage dramatisch zu, denn der Staudamm ist plötzlich nicht mehr so sicher, wie geglaubt. Und auch interne Streitigkeiten sorgen für gefährliche Konflikte.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Things Bad Begun“ (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Things Bad Begun“ (c) AMC
© zenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Things Bad Begun“ (c) AMC

Fear the Walking Dead befindet sich mit der Folge Things Bad Begun (auf Deutsch: „Sündentsproßne Werke...“) auf der Zielgerade der dritten Staffel, deren Todesopferliste offenbar noch einigen Platz hat, was aber nach dem bisherigen Verlauf wenig überrascht.

Nur für den Kick, für den Augenblick...

Nick (Frank Dillane) sammelt die Köpfe von Untoten, um sie dem Drogenmischer El Matarife zu bringen. Doch nur besonders frische Beißer sind geeignet, um den puren Adrenalinkick abzuliefern, den Nick zuletzt am eigenen Leib gespürt hat und dafür rückfällig wurde. Fast nebenbei erfährt er, dass die Proctor-Mitglieder damit in den Kampf ziehen, weil man so länger und besser kämpfen kann und weniger Schlaf braucht, denn ein großes Ding ist geplant.

Troy (Daniel Sharman) macht parallel eine ganz ähnliche Entdeckung: Denn das Ziel ist der Staudamm. Wie bereits richtig angenommen, hat Strand (Colman Domingo) einen Deal gemacht, wonach er das Management übernimmt und unter der Führung von Proctor John dann agieren soll. Was mit Daniel (Ruben Blades) oder Lola (Lisandra Tena) und Co passiert, scheint ihm dabei egal.

Mord ist nicht ihr Hobby

Viel lieber philosophiert er mit Madison (Kim Dickens) bedeutungsschwanger über die mögliche Zukunft, die sich hier aufbauen lässt. Madison allerdings ist desillusioniert, denn sie hat sich auf der Brokejaw-Ranch schon als Oma gesehen, die alte Thanksgiving-Traditionen zelebriert. Um sie auf seine Seite zu ziehen, gibt Strand ihr etwas flüssige Vorstellungskraft: Alkohol.

Madison merkt zwar, dass ihn etwas anderes beschäftigt, kann da aber noch nicht ahnen, dass er alle ans Messer liefern will. Stattdessen fragt er sie - auch um die Zuschauer erinnern -, ob sie schon mal jemanden umgebracht hat, weil er bisher keine Menschen auf dem Gewissen hat - zumindest willentlich.

Der Mord-Profi Madison meint, dass es immer leichter wird, je öfter man es tut und sie wurde bereits oft genug in die Lage gebracht, dass sie, im Namen der Familie oder der Gruppe, bereits zur Mörderin werden musste. Entsprechend ist sie abgestumpft, während manche davon verrückt werden, was wir in der Serie beispielsweise bei Troy und Daniel beobachten können.

Ein kleiner interessanter Nebengedanke, der uns an ihre Zeit als Lehrerin erinnert, ist die kurze Diskussion über bald schon in Vergessenheit geratene Geschichten, Sagen und Romane. Allerdings sind in FTWD lediglich wenige Monate vergangen, sodass man annehmen sollte, dass viele sich daran noch erinnern können.

Sitting on a goldmine

Diana (Edwina Findley) und Alicia (Alycia Debnam-Carey) cruisen zusammen durch die Gegend und unterhalten sich darüber, dass sie ihre geplünderten Waren eintauschen möchten, wobei Alicias Haar, laut Diana, eine Goldgrube wäre. Zudem ist es eine Gefahr, da sich Untote daran verfangen können. Doch dazu kommt es nicht, denn die beiden werden von einem Auto gecrasht. Es gelingt zwar die Angreifer zu verscheuchen, aber Diana ist verletzt und die Untoten nähern sich im Schlurfschritt.

Walker (Michael Greyeyes) bringt Daniel derweil ein Überbleibsel von Ofelia (Mercedes Mason) und erntet dafür den Respekt des Vaters, während beide es bereuen nicht beim Angriff, der ihren Tod zur Folge hatte, dagewesen zu sein. Denn irgendwie sind die beiden Männer doch verwandte Seelen.

Der Damm in Gefahr

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Things Bad Begun“.
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Things Bad Begun“. - © AMC

Ganz anders verläuft Daniels Interaktion mit Troy, der sich sofort eine Beleidigung von Daniel einfängt, obwohl er Madison und Co eigentlich über den drohenden Angriff warnen will. Es gibt drei Zugänge, die man verteidigen müsste. Schnell soll ein Teil des Damms mit C4 versehen werden, um den Feind in die Falle zu locken. Madison und Troy sollen es anbringen. Vorher merkt Madison jedoch, dass Nick wieder auf Drogen ist. Persönliche Probleme haben also wieder einmal Vorrang vor dem Retten der gesamten Gruppe, wie es kurzfristig scheint. Allerdings ist es eine Superkraft von Nick, trotz Drogenkonsums zu wissen, wann die Lage ernst ist, wie etwa bei den Proctors.

Walker und Crazy Dog wollen nicht riskieren, in die Schusslinie zu geraten und machen sich auf die Suche nach einigen Gruppenmitgliedern, die im Norden sein sollen. Sie versprechen aber so gut wie möglich zu helfen, falls ihnen jemand über den Weg laufen sollte, der gefährlich erscheint.

Menschlicher Lügendektor

Nick findet derweil den wahren Grund für den Angriff heraus, denn Strand hat das Ganze zu verantworten, weil er sich wieder in eine Führungsposition bringen wollte. Doch Strand bettelt ihn quasi an, Madison rauszubringen und Daniel nichts zu erzählen, weil der ihn umbringen würde.

Doch es kommt zu Verzögerungen, denn Daniel lässt es keine Ruhe, wie seine Tochter umgekommen ist. Es macht schon ein wenig perplex. Über weite Teile der ersten Staffelhälfte spielt Ofelia keine Rolle und auch als sie wieder erscheint, hat sie wenig zu tun, auch wenn ihre Handlungen tödlich und folgenreich sind und plötzlich sorgt sie dafür, dass die interpersonellen Konflikte anschwellen und überkochen.

Daniel erkennt Nicks Lügen und Halbwahrheiten und lässt sich vom Junkie mehrfach erzählen, wie es zu den Vorfällen um die Herde kommt. Dem Ex-Folterer gelingt es drei Personen zu isolieren, die Schuld haben müssen: Jake, Troy oder Nick. Nick versucht die Schuld auf den Verstorbenen Jake zu schieben, weil das in dieser Situation die einfachste Lösung wäre, die keine weiteren Opfer oder Toten erfordert. Doch innerlich weiß Daniel, dass Troy der Sündenbock ist. Irgendwann lässt er Nick gehen, mit dem Wissen über die Wahrheit.

He's a creep

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Things Bad Begun“.
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Things Bad Begun“. - © AMC

Bei Troy und Madison schwingen derweil, wie so oft bei ihren Interaktionen, unheimliche Vibes mit. Seit seiner Einführung am Anfang der Staffel ist Troy eine Hassfigur, bei der man sich als Zuschauer fragt, wie sie trotz der ekelhaften Taten so lange überleben konnte. Persönlich dachte ich schon, dass nach seiner ersten Folge Schluss sei, doch immer und immer wieder konnte er sich retten, trotz Close Calls, trotz Exils, trotz zahlreicher Leichen, die seinen Weg pflastern.

Dabei ist er so etwas wie ein Norman Bates der Serie. Madison ist der Ersatz für seine früh verstorbene Mutter, er experimentiert an Tieren und Menschen, dazu kommt sein offenbar kaum zu bändigender Fremdenhass und die Suche nach Bestätigung durch Madison. Als wäre sie eine Heilige, die ihm seine Sünden verzeihen kann und dann ist alles gut. Tatsächlich macht sie das im Verlauf der Staffel sogar oft - wahrscheinlich zu oft. Schon beim Exilieren hätte sie ihn umbringen können.

Schutz oder Betrug?

Als Nick seine Mutter und seinen Weggefährten der letzten Zeit vor Daniels Deal warnt und dabei zur Sprache kommt, dass Troy die Herde verursacht und geleitet hat, ist das Limit überschritten und Madison macht mit einem Hammer kurzen Prozess. Diesmal wahrscheinlich wirklich und endgültig.

Strand bedroht Lola und Daniel mit einer Waffe und wird dabei von Daniel nicht sonderlich ernst genommen, denn seine Erfahrung sagt Daniel, dass Strand kein Mörder ist. Dennoch löst sich ein Schuss, der Salazar verletzt und Lola in Panik versetzt. Ob das aber reicht, um ihn aus dem Spiel zu nehmen, muss man sehen.

Strand gelingt die Flucht und er schließt zu Nick und Madison auf, um sich vor dem Proctor-Angriff zu verstecken und verspricht Entwarnung zu geben, wenn die Luft rein ist und bittet um die Fernbedienung für das C4.

Bikerchick Alicia

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Things Bad Begun“.
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Things Bad Begun“. - © AMC

Alicia landet bald vor Proctor John (Ray McKinnon). Über ihn erfahren wir endlich ein wenig mehr, als nur seinen Namen und dass man sich besser nicht mit ihm anlegt. Er sitzt im Rollstuhl, weil er einen Tumor hat, der auf seine Wirbelsäule drückt. Er ist der Anführer einer Bikergang aus Süd-Kalifornien mit Plänen für eine Handelsexpansion, die bis in den Süden des Landes nach Texas reicht. Denn offenbar verfügt Texas über ein eigenes Stromnetz und könnte somit eventuell unabhängig vom Rest des Landes funktionieren.

Alicia soll bei seiner Operation assistieren, erfährt aber auch, dass alle Beteiligten umgebracht werden, wenn sie schief geht. Alicia zeigt dabei wieder ihre Fähigkeiten als charmante Gesprächspartnerin und kluge Ablenkerin und sieht in ihm vielleicht eine neue Chance für die Zukunft. Auch wenn hier sehr viel Zwang im Spiel ist, denn eigentlich hat sie keine Wahl, als seinen Wünschen Folge zu leisten. Nach kurzer und banger Wartezeit, zeigt sich, dass die OP ein Erfolg ist und er seine Zehen wieder bewegen kann. Ärzte unter den Lesern können aber gerne kommentieren, ob man einen solchen Eingriff ohne anständige Narkose bei vollem Bewusstsein erleben oder überleben würde. Ich bezweifle es.

Fazit

Kurz vor dem dritten Staffelfinale von Fear the Walking Dead wird unser Figurenkreis immer kleiner und das Chaos ist bereits jetzt nahezu perfekt. Eigentlich galt Strand für Madison immer als Person, der man vertrauen kann, doch das könnte sich nun erledigt haben. Sollte Daniel seine Verletzung überleben, dürfte er genug von Strand haben. Doch im Angesicht der Kämpferzahl, dürfte es auch für ihn schwierig sein, die Situation noch zu retten. Fällt der Staudamm?

Alicia ist derweil mitten in der Höhle der Löwen, scheint das aber noch nicht ganz realisiert zu haben. Kann sie ihre Restfamilie noch retten oder geht es für sie in eine andere Richtung?

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 16. Oktober 2017

Fear the Walking Dead 3x15 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 15
(Fear the Walking Dead 3x15)
Deutscher Titel der Episode
Sündentsproßne Werke...
Titel der Episode im Original
Things Bad Begun
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 15. Oktober 2017 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 16. Oktober 2017
Autor
Jami O'Brien
Regisseur
Andrew Bernstein

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 3x15

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