Fear the Walking Dead 3x09

Fear the Walking Dead 3x09

Fear the Walking Dead meldet sich mit der Folge Minotaur zurück und darin erfahren die Zuschauer wie es auf der Brokejaw-Ranch ohne einen Patriarchen weitergeht. Besonders eine Person stört sich an dem Friedenspakt.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “ / (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “ / (c) AMC
© zenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “ / (c) AMC

Mit dem Song „Death is not the End“ von Nick Cave and the Bad Seeds haben sich die Macher von Fear the Walking Dead für die Episode Minotaur einen wunderbar passendes Lied ausgesucht, das quasi auch der Titelsong des Franchise sein könnte. In dieser Welt hört der Kampf eigentlich nie auf, wenn schon die Toten relativ wenig Stunk machen, finden eben die Lebenden Grund sich in die Haare zu kriegen.

Die kleine Montage zu Beginn der Folge zeigt jedenfalls den teils tristen Alltag, rund um die Sicherung der Ranch und die Grundversorgung der Überlebenden. Der Frieden zwischen Brokejaw-Ranch und Red-Hat-Nation wurde beschlossen, aber nicht alle finden sich damit ab. Dazu kommt ein weiteres Problem: Madison entdeckt Dokumente, die den Wasserstand festhalten, der offenbar stark rückläufig ist. Gut also, dass da draußen noch eine weitere Gruppe mit Zugang zu einem Staudamm ist...

Im Fall des Friedens sieht der Plan wie folgt aus: Die Waffenkammer auf der Ranch wird geteilt und der Zugang funktioniert über zwei Schlüssel. Einen hat Jake (Sam Underwood), den anderen soll Qaletaqa Walker (Michael Greyeyes) verwahren. Der Red-Hat-Chief kommt mit allem an, was er hat: Wohnwagen, Trucks und es sieht sogar so aus, als würde der Helikopter zurück- oder mitgebracht, der am Anfang der Staffel abgeschossen wurde.

Für Diskussionen sorgt Ofelias (Mercedes Mason) Anwesenheit, die Jake (Sam Underwood) auf die Palme bringt, aber es wurden im Vorfeld Bedingungen diskutiert, auf die sich beide Parteien verständigt haben und überhaupt muss der Otto-Spross sein Temperament wieder zügeln. Doch daran scheint er insgesamt wenig Interesse zu haben, nachdem sein Vater Jeremiah das Zeitliche segnete. Seines Wissens nach, um den Frieden zu wahren, doch wir wissen, dass Nick (Frank Dillane) und Madison (Kim Dickens) nicht unschuldig sind.

Die Hoffnung von Jake, Maddie und Walker sowie Alicia ist Frieden, allerdings ereignen sich mehrere Vorfälle, die den Geduldsfaden des Ureinwohners und seines Volkes gehörig strapazieren.

Nick versucht mit Troy wieder auf eine Wellenlänge zu kommen und erzählt ihm von seinem Vater, der sich in einem Verkehrsunfall umgebracht hat, was er ebenfalls erst seit Kurzem weiß und hofft seinen Gegenüber so zu beruhigen. Denn für ihn ist der Verlust noch sehr frisch.

In einer Versammlung beider Gruppen werden die Ängste und Bedenken angesprochen, doch nicht komplett ausgeräumt.

Denn es schwirren bewusste Fehlinformationen bezüglich der Gründerfamilie herum, weswegen manche Brokejaw-Bewohner glauben, dass die Ureinwohner dahinter stecken. Darum kommt es zu einer Einzelattacke, die unterbunden wird, wobei jedoch die Luftröhre des Angreifers durch einen Würgegriff geschädigt wird und der Frieden fast schon wieder vorbei ist, ehe er richtig begonnen hat.

No more grudge

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “ - © AMC

Walker betont, dass sein Problem mit der Ranch zusammen mit Jeremiah Otto gestorben sei, weswegen er an einer friedlichen Lösung festhält. Wegen Troy und anderen einzelnen, fällt es Madison und Jake jedoch ziemlich schwer Überzeugungsarbeit in dieser Richtung zu leisten. Moralische Grauzonen sind allerdings inzwischen eher der Normalzustand, wie bei Nick und Ofelia, die sich eben manchmal die Hände schmutzig machen müssen, um zu überleben oder die Familien zu retten. Wie sehr das nun auf dem Gewissen lastet oder man es dem anderen gegenüber zugibt, steht auf einem anderen Blatt.

Are you prepared to handle, Troy?

Für Walker ist es nicht Jake, der das Sagen hat, sondern Madison, weswegen er sie fragt, ob Troy in den Griff zu bekommen ist. Denn sollte Jake irgendwann wegfallen, dann ist sein Bruder keine Option, die den Frieden erhält. Madison versichert ihm, dass sie es schafft, doch das könnte zu optimistisch sein.

Aus einer anderen Richtung kommt die gegenteilige Empfehlung, denn Alicia (Alycia Debnam-Carey) meint im Gespräch mit Walker, dass Jake die bessere Option als ihre Mutter sei.

Nach dem Vorfall um das Attentat hat Walker allerdings vorerst genug und will wieder Zugriff auf seine Waffen. Während Jake versucht sich ihm entgegenzustellen, grätscht Madison rein und schlägt vor, dass Walkers Gruppe die Waffen komplett verwalten soll. Kurz darauf werden in der Ortschaft verteilte Waffen eingesammelt - oder es wird zumindest versucht. Denn bei Troy überschreitet dies die Grenze, bei er nicht mehr vernünftig mit sich reden lässt. Er zieht seine Waffe und bedroht eine aus beiden Parteiein gemischte Gruppe, zu der auch Madison und Nick gehören.

Die Clarks wollen den Konflikt diplomatisch lösen. Im Haus versucht Nick sein bestes, während draußen Madison auf Walker einwirkt, der schon bereit ist, fünf Männer als Problemlöser zu schicken.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “ - © AMC

Troy ist allerdings kaum zu besänftigen und kennt allerhand Waffenverstecke, darunter Scharfschützengewehre, mit denen er seinen Feind ausschalten will. Im Kugelhagel versucht Nick mit dem Vermächtnis seines Vaters zu argumentieren, aber Troy ist blind vor Wut, kassiert eine heftige Handverletzung und ist bereit zu sterben. Zumindest bis Nick, der unbedingt überleben will, ihm gesteht, dass er es war, der seinen Vater erschossen hat, um die angespannte Situation zu entschärfen und einen offenen Krieg zu verhindern. Tatsächlich stoppt ihn das und er kann überwältigt werden und wieder sind es Madison und Walker, die verhandeln, was die Strafe sein soll.

Exil

Troy droht das Exil, womit Madison einverstanden ist. Sohn Nick setzt sich natürlich für sein Bleiben und sein Überleben ein, wobei man später sieht, dass er in eine Art Sweatbox kommt, wie man sie aus Gefängnisserien, von Sklavenhaltern oder Diktaturen kennt. Madison ist auch deswegen einverstanden, weil so aus ihm kein Märtyrer wird, was wiederum für Unruhen auf der Ranch sorgen könnte. Allerdings dürfte mit ihm der größte Unruheherd tatsächlich verschwinden, bis neue Probleme auftauchen, wie Nahrungsmittelknappheit oder das Zuneigegehen der Wasservorräte...

One knife, one gun, one bullet

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “ - © AMC

Troy kann immerhin herausschlagen, dass er von Madison weggefahren wird und so darf er ein Messer, eine Pistole, eine Kugel sowie etwas Nahrung für seinen etwaigen Neuanfang mitnehmen. Sollte ihm also nach Selbstmord sein, hätte er die Möglichkeit dazu.

Troy wäre nicht Troy, wenn die Reise einfach enden würde. Er tötet den Red-Head-Begleiter, in dem er seine verletzte Hand noch einmal in Mitleidenschaft zieht und glaubt dann Madison überwältigen zu können. Aufgeben ist für ihn keine Option. Madison will ihn jedoch auch nicht umbringen, wenn es nicht sein muss. In nur acht Folgen haben diese beiden Figuren enorm viel durchgemacht und sich gegenseitig angetan. Seine sadistische Ader kam oft zum Vorschein und Madison hat sie bisweilen wie ein Werkzeug eingesetzt. Dieses scheint allerdings nun am Ende der Reise angekommen zu sein - zumindest vorerst. Denn nach einem kleinen Stand-off nimmt Troy wirklich seine Sachen und geht. Kurzzeitig hatte ich den merkwürdigen Gedanken, dass sich der Kampf zu einer Sexszene entwickeln könnte, denn irgendeine merkwürdige Chemie haben diese beiden Figuren schon im Zusammenspiel, dass Madison ihn erschießt hatte ich aber nie wirklich im Kopf.

Wir können nur spekulieren, wie es weitergeht: Trifft er auf Strand oder vielleicht auf die Staudamm-Gruppe oder eine neue Gruppe oder verabschiedet er sich wirklich? Nicht zu vergessen sind auch Figuren wie Luciana oder Alex, die aber womöglich von den Autoren einfach fallen gelassen wurden.

Aquawoman

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “ - © AMC

Beim Staudamm kämpft die Gruppe rund um Daniel (Ruben Blades) und Lola (Lisandra Tena) derweil mit der Frage nach Führung und Verantwortung mit dem überlebenswichtigem Nass. Daniel gibt ihr zu verstehen, dass sie eine Entscheidung treffen muss und wenn es eine harte ist.

Eine kurze Zeit lang geht das Verteilen gut, doch dann werden die Menschen - aus Verzweiflung oder Geiz heraus, zu gierig und die Stimmung kippt. Steine fliegen in Lolas Richtung und ein Mob bildet sich, sodass nur die Flucht bleibt. Die Menschen sind in dieser Hinsicht schlimmer als Zombies und auch hier zerstören Einzeltäter die Möglichkeit für viele andere an kostbares Wasser zu kommen.

Daniel gibt beim Ausschank des Wassers derweil die Hoffnung nicht auf, dass Tochter Ofelia zu denjenigen gehört, die sich in die Schlange einreihen. Doch bislang hat er kein Glück. Ein Wiedersehen wird aufgrund der limitierten Wassermengen im Brokejaw-Areal aber wohl nur eine Zeitfrage sein.

Bei diesem Handlungsstrang kann ich, da ich kein Spanisch spreche, nicht mit Gewissheit sagen, wie ich manche Performances finden soll. Aber die Darstellerinnen der Figuren Luciana, Griselda oder Elena haben mir deutlich besser gefallen als Lolas Schauspielerin. Allerdings war ihre Rolle auch diesmal nicht besonders groß und es kann nur eine kleine Schwäche sein.

Fazit

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Minotaur “ - © AMC

Wieder einmal macht Fear the Walking Dead mir die Bewertung der Folge nicht leicht. Minotaur ist eine solide Episode der Zombie-Serie, die in meinen Augen ohne große High- oder Lowlights ist, sieht man davon ab, dass Troy wieder in alte Verhaltensmuster fällt, was mir aber hinreichend durch seine Trauer erklärt wird und dadurch, dass er als Waffennarr glaubwürdigerweise auf die Barrikaden geht, wenn man ihm diese wegnimmt.

Ansonsten ist es eine Folge von Walker und Madison, während Alicia und Jake eher Nebenrollen einnehmen.

Die Staudamm-Storyline war etwas zu kurz und nichtssagend um positiven oder negativen Eindruck zu hinterlassen. Wird aber offenbar für zukünftige Episode in Stellung gebracht.

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 11. September 2017

Fear the Walking Dead 3x09 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 9
(Fear the Walking Dead 3x09)
Deutscher Titel der Episode
Minotaurus
Titel der Episode im Original
Minotaur
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 10. September 2017 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 11. September 2017
Autoren
Dave Erickson, Michael Zunic
Regisseur
Stefan Schwartz

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 3x09

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