Fantasy Island: Review der Pilotepisode

Fantasy Island: Review der Pilotepisode

In der Neuauflage der Serie Fantasy Island geht es zurück auf die mysteriöse Insel, die den Wünschen ihrer Gäste auf ganz spezielle Art nachkommt. Erfüllt der Auftakt die Fantasien seiner Zuschauer oder sind diese danach selbst reif für die Insel?

Szenenfoto aus der Serie Fantasy Island (c) FOX
Szenenfoto aus der Serie Fantasy Island (c) FOX
© zenenfoto aus der Serie Fantasy Island (c) FOX

Im Auftakt der Serie Fantasy Island möchten Mel (David Moses) und Ruby (Stephanie Berry), ein älteres Ehepaar, sich ein letztes Mal so richtig entspannen und das Leben genießen, während Fernsehmoderatorin Christine (Bellamy Young) es sich vor allem kulinarisch einmal ohne schlechtes Gewissen so richtig gutgehen lassen will. Sie alle buchen einen Urlaub auf einer mysteriösen Insel und werden dort von Elena Roarke (Roselyn Sanchez) empfangen, die das Resort leitet und ihnen verspricht, sich um alle Wünsche zu kümmern.

Was geschieht in der ersten Episode von Fantasy Island?

Roarke verspricht den Urlaubern ein für sie maßgeschneidertes Programm und, nachdem sie ihre Gäste nach ihren Wünschen und Sehnsüchten befragt, geht für Christine das große Schlemmen ohne schlechtes Kaloriengewissen los. Doch nicht nur die Speisen scheinen sich auf magische Weise vor ihr zu materialisieren, sie findet sich schon bald in einer Szene aus ihrer Kindheit wieder, bei der sie ihrer geliebten todkranken Mutter und ihrem verhassten Vater wieder begegnet. Dieser ist plötzlich auch in ihrem Resort und bombardiert sie mit Gemeinheiten und sie wendet sich verstört an Elena, die ihr versichert, dass das alles seinen Grund hat. Am Abend vor ihrer Abreise präsentiert Roarke ihr schließlich ein ganz spezielles Dinner, das ihren Heißhunger und ihre Probleme mit der Vergangenheit abzuschließen, beheben soll, damit sie sich am nächsten Tag wie ausgewechselt fühlt.

Das Ehepaar Mel und Ruby versucht derweil noch eine schöne Zeit zu haben, denn davon bleibt der schwerkranken Ruby nicht mehr viel. Dazu spendiert ihnen Roarke einen magischen Tag, an dem sie sich wieder in ihren jungen Körpern (gespielt von Kiara Barnes und Adain Bradley) befinden. Schließlich bekommt Ruby zum Ende ihres Aufenthalts ein Angebot von Roarke: Diese erklärt ihr, die Insel habe sie auserwählt und, wenn sie möchte, kann sie auf dieser gesund weiterleben, solange sie eine Aufgabe an ihrer Seite erfüllt. Schweren Herzens, aber glücklich über diese Möglichkeit, trennen sich die Eheleute und Ruby bleibt mit einer ungewissen, aber reizvollen Zukunft auf der Insel zurück.

Welchen Eindruck hinterlässt der Auftakt?

Als Reboot eröffnet uns Fantasy Island, dass Hauptfigur Elena Roarke (Roselyn Sanchez) als Nachfahrin von Ricardo Montalbans Figur Mr. Roarke dessen Aufgaben auf der Insel übernommen hat und wirft uns ansonsten ohne Erklärungen in die ersten beiden Geschichten hinein, in die Hungry Christine/Mel Loves Ruby aufgeteilt ist. Dabei fällt auch direkt das erste befremdliche Element in der Handlung der Serie auf: Die Gäste erwarten, dass ihre Wünsche erfüllt werden und keiner hinterfragt auch nur im Geringsten, wieso es offensichtlich übernatürlich auf der Insel zugeht. Sind magische Inseln und Illusionen in der Welt von „Fantasy Island“ normal? Es wirkt einfach sehr seltsam, wie selbstverständlich die Gäste auf die Geschehnisse und das Konzept des Resorts reagieren.

Ebenso ungünstig ist es, dass Moderatorin Christine (Bellamy Young), um die sich rund die Hälfte der Episode dreht, durch die Bank unsympathisch dargestellt wird und dementsprechend auch so rüberkommt. Dies verhindert, jegliche Empathie aufzubauen oder Interesse an ihren Problemen oder ihrem Jungendtrauma zu entwickeln, wodurch es einem ziemlich egal ist, was mit ihr letztendlich geschieht. Da hilft es auch nicht gerade, dass es mehr als nur schwer nachzuvollziehen ist, wie der suggerierte kannibalistische Akt, ihre psychologischen Wunden heilen und ihre Sorgen metaphorisch aufessen soll.

Bellamy Young in Fantasy Island (2021). Ausschnitt aus der Episode Hungry Christine/Mel Loves Ruby der US-Serie Fantasy Island
Bellamy Young in Fantasy Island (2021). Ausschnitt aus der Episode Hungry Christine/Mel Loves Ruby der US-Serie Fantasy Island - © FOX

Ein ähnliches Problem besteht bei Elena Roarke als Hauptfigur, denn auch sie sammelt keine Sympathiepunkte. Sie wirkt kalt, distanziert, arrogant und besserwisserisch und ihre pseudotiefgründigen Analysen hinterlassen eher den Eindruck von schlecht angewandter Hobbypsychologie als magischem Wissen. Roselyn Sanchez' Darbietung erweckt den Anschein, als ob sie sich in einer Soap-Opera befinden würde, denn sie wirkt so künstlich wie ein Roboter. Generell glänzen die vorgetragenen Dialoge in der Serienpremiere nicht gerade mit Natürlichkeit und dafür, dass die Serie sich doch ernster als ihre Vorlage zu nehmen scheint, fehlt eben diese Authentizität. Man scheint sich psychologische Tiefe und Raffinesse bei den Wendungen auf die Fahne geschrieben zu haben, erfolgreich ist man damit allerdings bisher nicht, sondern nähert sich vielmehr Trash als echter Komplexität an.

Der Lichtblick der Episode ist die Geschichte um Mel (David Moses) und Ruby (Stephanie Berry), denn sowohl die Darbietungen der beiden mit guter Chemie miteinander als auch die Story um sie herum funktioniert wirklich ordentlich. Hier blitzt zumindest kurz das Potential der Serie auf. Von der technischen Seite ist der Gesamteindruck bestenfalls durchschnittlich, da für eine FOX-Serie allein optisch sicherlich noch mehr drin gewesen wäre.

Fazit

Fantasy Island“ leistet zu wenig Überzeugungsarbeit, die Neuauflage weiterzuschauen. Unsympathische Figuren, teils schwache Dialoge und eine wenig überzeugende Hauptdarstellerin sorgen nicht gerade für viele Gründe, auf der Insel verweilen zu wollen. Es gibt einfach nichts, was einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt, denn dafür traut man sich weder hinreichend, an der Schraube der Skurrilität zu drehen, noch setzt man das Setting und seine Mysterien effektiv genug ein, um die Zuschauer dazu zu bringen, mehr erfahren zu wollen. Diesen Inselurlaub kann man also getrost wieder umbuchen.

Hier kannst Du „Fantasy Island (1977)“ bei Amazon.de kaufen

Hier abschließend noch der Serientrailerzur Serie Fantasy Island:

Fantasy Island (1977)

Diese Serie passen auch zu «Fantasy Island»