Fallout Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

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Es wurde noch besser

Nachdem wir nach Begutachtung der ersten drei Folgen von Fallout schon voll des Lobes für den neuesten Amazon Prime Video-Hit waren, hat sich der sehr gute erste Eindruck inzwischen in pure Begeisterung verwandelt. Vor allem meinerseits, der seit 1997 dem Franchise die Treue hält. Seit ich damals das ausführliche Handbuch zum ersten Teil las und mehr über die insgesamt 122 Bunker erfuhr (die sowohl in der Spiele- als auch der Serienwelt als große Versuchslabore für die kapitalistische Elite der USA dienen), bin ich ein Vault-Gefangener.

Ich liebe es, mir mit dem G.E.E.K.-System meine Chars zu basteln, den Pip-Boy einzuschalten, um beim Durchwandern der Öde 50er-Jahre Musik vor sich hin plätschern zu hören. Ich habe Megatown in die Luft gejagt und den Atompilz bewundert, Rad Away und Stim Packs ohne Ende benutzt und wilde Ghouls, verstrahlte Riesenkakerlaken und Raider gejagt.

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All das und viel mehr findet sich in der Serie wieder und wird so perfekt nahtlos auf den Fernsehbildschirm transportiert, dass ich mich schon in der ersten Folge wie zu Hause fühlte. Die Ikonografie ist beinahe 1:1 umgesetzt, das Produktions-Team erlaubt sich hier kaum einmal eine Freiheit, und wenn, dann an den richtigen Stellen. Zu nennen wäre hier zum Beispiel der Hintergrund der Ghouls, der allerdings auch relativ komplex ist. Nicht einmal die Autoren der Spiele waren sich nebenbei erwähnt lange Zeit darüber einig, wie genau die Ghoulifizierung vonstattengeht, wie lange sie dauert und welche Auswirkungen sie hat.

Es war also goldrichtig, dass sich Geneva Robertson-Dworet und Graham Wagner hier bislang auf einige Details beschränken. Insgesamt ist ohnehin alles da, was die Kennerin oder der Kenner erwarten dürfen: der schräge Humor, die harte Action und der philosophische Tiefgang (ja, auch den gibt es!).

Die Serienmacher erweisen dem Kanon tatsächlich alle Ehre, in dem die Backgroundgeschichte von „Fallout“ in den Vordergrund rückt und Teil der Hauptfiguren wird. Es ist, als würde man der Leitquest in einem „Fallout 5“ folgen, mit dem Unterschied, dass diese hier noch besser ist, als die in den virtuellen Vorlagen. Denn seien wir einmal ehrlich. Die großen Reihen der Bethesda-Studios spielt man nicht wegen der Main-Story, sondern wegen des gesamten Rests. Das trifft sowohl für „Skyrim“ als auch hier zu. Und obwohl auch der Plot der Streaming-Show geradlinig und relativ wendungsarm erzählt ist, gelingt es aber doch, ihn an die drei Protagonisten Lucy Ella Purnell, Maximus Aaron Moten und Cooper alias der Ghoul Walton Goggins zu binden.

Sie sind die tragenden Elemente und erden diese abgedrehte und vollkommen aus den Fugen geratene Welt für das Publikum, wobei die drei Darstellenden großartige Arbeit leisten. Ella Purnell startet als naive, süße und stets freundliche Vault-Bewohnerin, die plötzlich in die harte Realität der an der Oberfläche Lebenden geworfen wird. Sie muss erfahren, dass ihr Leben und die gesamte Existenz ihres kleinen künstlichen Kosmos auf einer großen, moralisch höchst verwerflichen Lüge basiert.

Die Veränderung der Figur wird mit jeder Folge spür- und sichtbarer und kulminiert schließlich in einem actionreichen und beklemmenden Finale. Maximus hat als Kind die Vernichtung seiner Heimat miterlebt und hat sich der Bruderschaft des Stahls angeschlossen, die er für eine Art Erlösersekte hält. Auch er muss erfahren, dass die Motive seiner Idole rein egoistischer Natur sind, weil jeder, wie er richtig sagt, die Welt besser machen will, sich aber niemand darüber einig werden will wie.

Deshalb ist, wie der Ghoul am Ende resümiert, Krieg immer gleich. Denn immer lässt sich der Auslöser auf eine Prämisse herunterbrechen: den Wunsch nach unbegrenzter und unkontrollierter Macht nämlich. Insofern hat der Ghoul die tragischste Rolle in der Serie, denn seine Frau ist mitverantwortlich für die Dystopie, in der der ehemalige Schauspieler Cooper Howard als Kopfgeldjäger existieren muss. 200 Jahre voller Chaos, Krieg, Mord, Verrohung und Zerstörung. Da bekommt man einen - wenn insgesamt auch sehr minimalistischen - Eindruck davon, wie sich die Menschen im immerhin sechs Jahre andauernden Zweiten Weltkrieg gefühlt haben müssen, oder diejenigen im 30-jährigen Krieg.

Des Ghouls Vergangenheit berührt bei aller Lockerheit, Schrägheit und dem Zynismus, die der Figur zu eigen ist, zutiefst. Er trägt einen tiefen Schmerz in sich, an den er sich jeden Tag eines über 200 Jahre andauernden Lebens erinnert. Sein ganzes Sein ist darauf ausgerichtet, seine Familie zu finden, die er offensichtlich irgendwo im Kälteschlaf wähnt. Seine Frau ist aber eine Massenmörderin, die das Beinaheende des ganzen Planeten auf dem Gewissen hat. Da stellt sie die Frage, was er tut, wenn er vielleicht in Staffel zwei oder drei letztlich fündig werden sollte.

Deutschsprachiger Trailer zu „Fallout“

Hier schon mal der Trailer zur Serie „Fallout“:

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Das Finale

Power Armor 3000 auf einem Szenenfoto aus der Videospieladaption „Fallout“
Power Armor 3000 auf einem Szenenfoto aus der Videospieladaption „Fallout“ - © Prime Video

Überhaupt darf man auf das Kommende gespannt sein, weil das Ende der Season geradezu nach einer Weiterführung schreit. Lucy ist endgültig in der bitteren Realität angekommen und musste erfahren, dass ihr Vater abgrundtief böse ist. Er selbst empfindet seine Taten möglicherweise mehr als systemisch oder zweckmäßig, in Wirklichkeit ist aber auch er nicht nur machtbesessen, sondern auch noch arrogant und ein Menschenverächter erster Güte. Gegen ihn ist selbst der Ghoul geradezu ein moralisches Vorbild, wenn man so will. Auch hier geht die Serie übrigens perfekt auf den eigentlichen Tenor der Spielereihe ein. Denn dieser war von jeher zynisch sozialkritisch angelegt und regte daher neben all der coolen Action auch zum Nachdenken an.

Die Kernthematik, die alle Ableger, inklusive der filmischen innewohnt, ist daher existentieller Natur. Sie ist von einer starken Kritik an dem immer unkontrollierbar werdenden Megakapitalismus geprägt und zeigt in ironisch humorvoller, aber auch drastischer Weise auf, was ein Menschenleben wirklich für einige wenige Mächtige wert ist. Menschen sind in „Fallout“ nicht mehr als eine Ressource, um Macht und Reichtum generieren. Wer das Monopol bedroht, wird ausgelöscht. Deshalb sind Kriege immer gleich. Sie treffen stets die Falschen, führen zu immer größeren Leid und stürzen die Welt ins Chaos - sowohl in der Virtualität der Serie als auch in unserer Realität.

Die Technik

Abschließend werfen wir noch einen kurzen Blick auf die technischen Aspekte der Serie. Dass Prime Video viel Geld für die Umsetzung in die Hand genommen hat, ist evident. Die Serie bewegt sich audiovisuell überwiegend auf einem hohen Niveau. Die Kameraführung orientiert sich stellenweise bewusst an den Spielen, die Schnitte sind nicht zu hektisch und nur dort schnell angesetzt, wo es Sinn ergibt (zum Beispiel im Finale). Sound und Score sind ein Genuss. Die Schüsse aus Coopers Waffe gehen durch Mark und Bein- Während des Überfalls der Bruderschaft auf den Stützpunkt der Republik New California kracht es an allen Ecken und Enden und selbst in den Dialogszenen sind fein austariert die Schüsse und Schreie der Sterbenden zu hören.

Die Special Effects sind hochwertig und fangen die Atmosphäre des Originals ohne Kompromisse ein. Dasselbe gilt für die Maske und die Kostüme. Die künstlerischen Abteilungen um die Supervisors Chris Shriver („John-Wick“-Reihe) und Laura Ballinger (The OA, Kostümdesignerin Amy Westcott (Entourage) sowie Produktionsdesigner Howard Cummings (Westworld leisten hier vorbildliche Arbeit.

Fazit

Ella Purnell auf einem Szenenfoto aus der Videospieladaption „Fallout“
Ella Purnell auf einem Szenenfoto aus der Videospieladaption „Fallout“ - © Prime Video

Fallout ist jetzt schon eines der großen Serienhighlights des Jahres. Eine solche Umsetzung hätte ich Amazon Prime Video ehrlich gesagt nicht zugetraut, weshalb ich zunächst glücklicher gewesen wäre, das Endergebnis bei Apple TV+ sehen zu dürfen. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Für mich gibt es so gut wie nichts zu mäkeln. Ich fühlte mich von der ersten bis zur letzten Episode mehr als nur gut unterhalten. Ich mag die audiovisuelle Umsetzung, die Dramaturgie, das Tempo, die Dialogführung und das Feingefühl für die Spielereihe, mit dem die Show adaptiert wurde.

Wir vergeben fünf von fünf Kronkorken.

Hier abschließend noch der Originaltrailer zur Serie „Fallout“:

«Fallout» Trailer

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