Doctor Who 8x09

Doctor Who 8x09

In Flatline sehen wir die Dinge mal aus einer anderen Perspektive. Clara lernt, die Welt mit den Augen des Doctors zu sehen. Und der Doctor muss mitansehen, wie ausgerechnet ihm als Time Lord die Dimensionen entgleiten.

Macht als Stellvertreterin des Doctors eine gute Figur: Clara (Jenna Coleman) / (c) BBC
Macht als Stellvertreterin des Doctors eine gute Figur: Clara (Jenna Coleman) / (c) BBC

Das passiert in der Doctor Who-Episode Flatline:

Der Doctor (Peter Capaldi) will Clara (Jenna Coleman) nach Hause bringen. Aus Versehen landet die TARDIS jedoch in Bristol. Und sie materialisiert mit geringeren Außenabmessungen als sonst. Der Doctor und Clara kommen kaum aus der Tür heraus. Der Doctor weiß nicht, was passiert ist. Von Rigsy (Joivan Wade), einem jugendlichen Graffiti-Künstler, dem Sozialstunden aufgebrummt worden sind und der deshalb mit einer Arbeitskolonne unterwegs ist, erfährt Clara, dass in der Gegend zahlreiche Menschen verschwunden sind. Die Polizei hat an diesem Fall jedoch bislang wenig Interesse gezeigt.

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Als Clara zum Doctor zurückkehrt, ist die TARDIS auf Fußballgröße zusammengeschrumpft. Etwas von außen entzieht dem Fahrzeug des Doctor die Energie. Die beiden können zwar noch miteinander kommunizieren. Abgesehen davon ist Clara jedoch auf sich allein gestellt. „Bewaffnet“ mit dem Sonic Screwdriver und dem Psychic Paper des Doctors macht sie sich auf, das Rätsel um die verschwundenen Menschen und die geschrumpfte TARDIS zu lösen. Dabei stößt sie schon sehr bald auf Wesen, die die Welt aus einer gänzlich anderen Perspektive als wir betrachten...

Doctor Oswald

Die Grundidee zu Flatline mag einem bekannt vorkommen: Leute verschwinden und werden in zweidimensionale Gestalten transfomiert - das hatten wir so ähnlich schon in Fear Her gesehen. Die Umsetzung in Flatline gestaltet sich jedoch gänzlich anders. Denn im Grunde geht es in der Folge hauptsächlich darum, dass Clara in die Fußstapfen des Doctors treten muss. Weil er in der TARDIS gefangen ist, muss sie an seiner Stelle agieren. Und findet sich auf einmal vor genau die Entscheidungen gestellt, denen sich sonst der Doctor gegenübersieht.

Wurde sie in Mummy on the Orient Express noch von ihm mehr oder minder genötigt zu lügen, schlägt sie es in Flatline gleich von sich aus vor. Sie tut, was in der Situation getan werden muss. Sie erweist sich damit in der Tat als eine exzellente Stellvertreterin des Doctors. Dadurch, dass er sich in Clara nunmehr fast wie (beziehungsweise in einer Einstellung sogar buchstäblich) im Spiegel sieht, wird auch jene Frage wieder neu aufgeworfen, die seit Beginn der Staffel im Raume schwebt: Ist der Doctor (im moralischen Sinne) ein guter Mann?

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Die Chemie

Flatline lebt von dem absolut grandiosen Zusammenspiel von Capaldi und Coleman - und der spannungsreichen Chemie zwischen ihren Figuren. Sie wünscht sich von ihm - das wird immer klarer - vor allem Respekt und Anerkennung. Es mag ja sein, dass sie mit ihm unterwegs ist, um, wie sie in The Caretaker gesagt hat, die Wunder des Weltalls zu sehen. Süchtig ist sie nach den Abenteuern mit ihm jedoch, weil er der cleverste und außergewöhnlichste Mann des Universums ist - und sie in seinen Augen bestehen und sich beweisen will. Deshalb ist es ihr so wichtig, das Kompliment noch mal - ohne die lebensbedrohliche Notlage - aus seinem Munde zu hören.

Dem Doctor wiederum widerstrebt es, allzu viel Nähe zuzulassen. Im Zuge seiner Regeneration hat er sich eine harte, abweisende, geradezu misanthropische Schale zugelegt. Sein erster Impuls ist es, Leute zurückzuweisen (siehe Rigsy, den er zunächst am liebsten so schnell wie möglich loswerden möchte). Er verhält sich ihnen gegenüber arrogant und herablassend. Auch Clara hat darunter zu leiden gehabt, erinnern wir uns nur an die Beleidigungen hinsichtlich Ihres Äußeren, die er zu Beginn der Staffel für sie in petto hatte. Das Verhältnis zwischen den beiden aber hat sich weiterentwickelt. Es ist (auch und insbesondere von seiner Seite) wesentlich respektvoller geworden.

Clara ist eine Companion, die ihm auf Augenhöhe begegnet und ihn herausfordert. Das ist einer der Gründe dafür, weshalb es so viel Spaß macht, den beiden Figuren zuzuschauen. In dem „Doctor Oswald“ aus Flatline schwingt sogar ein bisschen etwas von „Doctor Donna“ aus der vierten Staffel mit.

Die Platzierung

Diskussionswürdig ist sicherlich, ob Flatline nicht besser zwischen Kill the Moon und Mummy on the Orient Express hätte platziert werden sollen. Dass zwischen den beiden Folgen eine Episode fehlt, ist wohl unstrittig. Und Flatline hätte vom Grundansatz her - Clara muss weitgehend auf sich allein gestellt ein Abenteuer bestehen und dabei Züge des Doctors annehmen - genau die Voraussetzungen für eine glaubhafte Versöhnung zwischen den beiden Figuren schaffen können, die in Mummy on the Orient Express tendenziell fehlten. Gegen diese Argumentation ließe sich nur wenig sagen.

Ganz uninteressant ist es allerdings nicht, dass mit der Reihenfolge, die Steven Moffat nun gewählt hat, es sich so darstellt, dass die Versöhnung zwischen Clara und dem Doctor zumindest teilweise auf einer Lüge ihrerseits basiert. Und zwar nicht nur Danny (Samuel Anderson), sondern auch dem Doctor gegenüber, dem sie vorspielt, dass Danny von ihren erneuten Unternehmungen mit ihm weiß - und damit einverstanden ist. Das hat was. Es ist nicht nur der Doctor, der es bisweilen mit der Ehrlichkeit nicht so genau nimmt. Clara ist da nicht anders.

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Das unterdimensionierte Budget

Flatline ist eine spannende und unterhaltsame Episode, in der Clara mit einer definitiv doctorwürdigen Auflösung aufwartet - und der Doctor am Ende einen ganz großen „Defender of the Earth“-Moment anbietet. Die Schrumpfung der TARDIS trägt in der Folge sowohl zu den humorvollen Momenten als auch zum Spannungswert bei. Etwa, als der Doctor sich in mühsamer Handarbeit vor der herannahenden U-Bahn in Sicherheit bringen muss.

An dieser Stelle muss allerdings eine Kritik angebracht werden: So gelungen die Visual Effects bei der Transformation von 3-D in 2-D (und umgekehrt) sind, so schmerzhaft fällt in der U-Bahn-Szene auf, dass hier (auf nicht sehr überzeugende Weise) mit CGI getrickst wurde. Auch der Umstand, dass uns der Stunt mit dem Sprung durchs Fenster vorenthalten wurde, fällt eindeutig unter die Kategorie „Wir hatten dafür nicht genug Geld“.

Missy

Missy (Michelle Gomez) ist zurück und räumt am Ende alle Zweifel aus: Es ist offenkundig und tatsächlich sie gewesen, die Clara und den Doctor in der Vergangenheit wiederholt zusammengebracht hat. Welche Absicht sie damit verfolgt, darüber kann man im Augenblick nur spekulieren.

Fazit

Die Folgen der achten Staffel waren bislang von eher wechselhafter Qualität. Flatline gehört dabei jedoch eindeutig zur Spitzengruppe. Ein unterhaltsamer Trip durch die Dimensionen.

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Petition

An SERIENJUNKIES.DE® wurde die Bitte herangetragen, auf folgende Petition aufmerksam zu machen, die sich für eine deutschsprachige Veröffentlichung der kompletten (noch erhaltenen) Classic-Serie von Doctor Who einsetzt, der wir gerne nachkommen.

Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 20. Oktober 2014

Doctor Who 8x09 Trailer

Episode
Staffel 8, Episode 9
(Doctor Who 8x09)
Titel der Episode im Original
Flatline
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Samstag, 18. Oktober 2014 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 18. Oktober 2014
Regisseur
Douglas Mackinnon

Schauspieler in der Episode Doctor Who 8x09

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