Doctor Who 7x02

Der Doctor (Matt Smith) landet - mit der nicht abzuschüttelnden alt-ägyptischen Königin Nefertiti (Riann Steele) im Gepäck - im 24. Jahrhundert, wo sich ein riesiges Raumschiff auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Bei der für die Erdverteidigung zuständigen ISA denkt man daran, das Schiff mittels Raketen abzuschießen. Doch der Doctor will das Problem natürlich auf andere Art und Weise lösen: Er stellt eine Gang zusammen, in der selbstverständlich auch die Ponds (Karen Gillan, Arthur Darvill) nicht fehlen dürfen. Rorys Vater Brian (Mark Williams) gerät durch ein Versehen bei der Landung ebenfalls mit an Bord. Außerdem ist der aus dem frühen 20. Jahrhundert stammende Großwildjäger Riddell (Rupert Graves, Sherlock) mit dabei.
Gemeinsam landen sie auf dem sich nähernden Raumschiff und finden dort erst mal keine Besatzung vor, sondern nur die „Passagiere“, wie der Doctor sie nennt: Dabei handelt es sich um ausgewachsene Dinosaurier...
Dinosaurier! Auf einem Raumschiff!
Dinosaurs on a Spaceship ist eine ungemein vergnügliche Folge: nicht so komplex gestrickt wie Asylum of the Daleks, aber dafür mit einem hohen Spaßfaktor. Das liegt nicht nur an der bereits per se sehr reizvollen Idee, Dinosaurier (der Inbegriff der fernen Vegangenheit) auf ein Raumschiff (der Inbegriff der fernen Zukunft) zu packen, sondern natürlich an den Figurenkonstellationen.
Da ist Rory, der auf einmal seinem Vater erklären muss, dass er und Amy nach ihrer Hochzeit nicht nach Thailand, sondern durch die Gesamtheit von Raum und Zeit gereist sind. Da ist sein Vater, der das alles mit großem Erstaunen, aber irgendwo auch mit einer bewundernswerten Gemütsruhe zur Kenntnis nimmt. Und sich - wahrscheinlich der anrührendste Moment der Folge - am Ende einfach nur wünscht, mit einer Stulle Brot und einer Tasse Kaffee an den Eingang der TARDIS zu sitzen und von dort aus auf die Erde herab zu blicken.
Und dann sind da natürlich noch die äußerst selbstbewusste Pharaonen-Gemahlin Nefertiti (in Deutschland besser bekannt als Nofretete) und der Macho-Abenteurer Riddell, zwischen denen bei allen Kabbeleien mächtig die Funken fliegen. Nicht zu vergessen: die beiden miesepetrigen und zugleich nicht besonders schnell schaltenden Roboter, die im Dienste des finsteren Solomon (David Bradley) stehen.
Der Ernst im Spaß
Wenn man etwas an Dinosaurs on a Spaceship kritisieren wollte, dann wäre es der Trick, mit dem sich die Macher hier aus der Affäre ziehen: Dadurch, dass die Folge geradezu birst vor lustigen, zugleich aber auch etwas nebensächlichen Figuren und Einfällen (siehe: der Golfbälle apportierende Dinosaurier!), kaschiert sie natürlich ein Stück weit, dass sie im dramatischen Kern eher simpel aufgebaut ist: gieriger Geschäftsmann geht über Leichen, das ist nun wahrlich nicht neu oder originell. Wenn auch leider von anhaltender Relevanz.
Durchaus bemerkenswert ist allerdings, wie es der Folge gelingt, inmitten all des Spaßes wahrhaft dunkle Momente durchscheinen zu lassen: der Massenmord an den Silurians, die zu Dino-Mördern mutierenden Roboter - und natürlich der Doctor, der Solomon am Ende de facto zum Tode verurteilt, als er ihn in den herannahenden Raketenhagel schickt. So leicht und lustig die Folge auch an der Oberfläche daherkommt, stecken in ihr doch emotional sehr packende Momente, welche dem Zuschauer eine Reibungsfläche bieten - und das Unterhaltungserlebnis dadurch erst abrunden.
Der bevorstehende Abschied der Ponds wirft auch in Dinosaurs on a Spaceship seinen Schatten voraus: War es in der letzten Folge die Krise in der Ehe der Ponds, so ist es diesmal eine wachsende Entfremdung zwischen den Ponds und dem Doctor: Amy deutet die länger werdenden Abstände zwischen seinen Besuchen und die Tatsache, dass er in der Zwischenzeit auch mit anderen Leuten unterwegs zu sein scheint, als Zeichen dafür, dass sie und Rory ihren Sonderstatus als Companions verlieren. Der Doctor widerspricht ihr zwar. Der Blick, den er den beiden am Ende zuwirft, scheint jedoch anzudeuten, dass auch er das Ende ihrer gemeinsamen Reise kommen sieht.
Technisch gibt es an der Folge nichts auszusetzen. Schaut man genau hin, fallen die Unterschiede zwischen den computeranimierten Dinosauriern und den real gefertigten Elementen (zum Beispiel der Dino, auf dem der Doctor, Rory und Brian reiten) natürlich ins Auge. Für eine Fernsehfolge - mit einem Fernsehbudget - ist das Level an production value (das Raumschiff, die Dinosaurier, die Roboter) aber trotzdem schon sehr beeindruckend. Steven Moffat hat nicht gelogen, als er sagte, dass es der Anspruch sei, jede Woche einen Blockbuster abzuliefern. Dazu passt natürlich auch sehr gut die Anwesenheit der beiden „Harry Potter“-erfahrenen Schauspieler Mark Williams (aka Arthur Weasley) und David Bradley (aka Argus Filch).
Fazit
Autor Chris Chibnall (42, The Hungry Earth (1), Cold Blood (2), ehemaliger Showrunner von Torchwood), liefert mit Dinosaurs on a Spaceship seine bislang unterhaltsamste Doctor Who-Folge ab. Die Episode besticht durch einen Wirbel fantasievoller Einfälle - und balanciert gekonnt den Humor mit den eher düsteren Momenten der Folge. Im Grunde kommt die Episode wie ein Hollywood-Blockbuster daher, der auf 45 Minuten komprimiert wurde. Und sie hat Dinosaurier! Auf einem Raumschiff!
Trailer zu „A Town Called Mercy“
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Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 10. September 2012(Doctor Who 7x02)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 7x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?