Doctor Who 6x14

Doctor Who 6x14

Der Doctor will ein Versprechen einlösen, das er einst gegeben hat. Allerdings hat er nicht mit der Neugier von Kindern im Angesicht geheimnisvoller Weihnachtsgeschenke gerechnet. Dies führt ihn schon bald in einen nicht ganz ungefährlichen Wald.

Der Doctor und Familie Arwell in einem weihnachtlich verschneiten Wald. / (c) BBC
Der Doctor und Familie Arwell in einem weihnachtlich verschneiten Wald. / (c) BBC

Ein Alienschiff hält in bester „Star Wars“-Manier auf die Erde zu - und der Doctor (Matt Smith) hat für sein Problem aus dem Prequel „36355“ immer noch keine Lösung gefunden: Das Schiff der Invasoren explodiert und ihm bleibt kaum etwas anderes übrig, als einem Raumanzug ins All hinterher zu hechten. Auf der Erde gelandet, kommt dem reichlich durchgeschüttelten Doctor die liebenswürdige, aber etwas unbeholfene Madge Arwell (Claire Skinner) zu Hilfe, welche ihn zu einer Polizei-Notrufzelle seiner Wahl kutschiert. Im Gegenzug, findet der Doctor, dass er ihr nun seinerseits einen Gefallen schuldet.

Drei Jahre später: Der Zweite Weltkrieg ist in vollem Gange. Madges Mann Reg (Alexander Armstrong), ein Bomberpilot, gilt als vermisst. Sie selbst und ihre beiden Kinder Lily (Holly Earl) und Cyril (Maurice Cole) werden aufs Land evakuiert, wo sie im verfallen Haus eines Onkels unterkommen sollen. Ihr Onkel ist jedoch nicht da. Dafür jedoch ein Hausmeister, der das Haus nach seinen eigenen Vorstellungen etwas umdekoriert - und für die Kinder ein Weihnachtsgeschenk im Wohnzimmer deponiert hat. Leider hat er nicht damit gerechnet, dass Kinder ihre Geschenke gerne schon mal am Abend vorher öffnen. Und dass selbst die vermeintlich sicherste Welt ungeahnte Gefahren bereit halten kann...

Das erste Weihnachtsspecial aus der Feder von Steven Moffat hatte im vergangenen Jahr gemischte Reaktionen hervorgerufen. Vor allem der SERIENJUNKIES.DE®-Rezensent war mit A Christmas Carol sehr hart ins Gericht gegangen „30030“. Auf diesem Hintergrund war in die Vorfreude auf The Doctor, The Widow and the Wardrobe auch ein nicht unbeträchtlicher Teil Nervosität gemischt: Wie würde Moffats zweites Weihnachtsspecial abschneiden?

Das erste Fazit lautet ganz klar: besser. Von der dramaturgischen Zerfahrenheit, die im vergangenen Jahr vor allem durch den Versuch entstanden war, den Dickens-Klassiker und Doctor Who zu verschmelzen - und dabei beiden Teilen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, ist in The Doctor, The Widow and the Wardrobe nichts zu spüren. Die Folge hat eine klare Spannungsstruktur (die Suche nach Cyril, die Bedrohung des Waldes durch die Säure-Rohdung), welche als Gerüst für Moffats gewohnten Einfallsreichtum funktioniert (die wandelnden Baumstamm-Wesen, der Limonade-Wasserhahn!).

Auch emotional ist die Folge befriedigender als die des Vorjahrs: Sowohl der Doctor als auch Madge haben starke, nachvollziehbare Motivationen. Der Doctor will seine Dankbarkeit zum Ausdruck; ausgerechnet dies bringt jedoch die Familie in Schwierigkeiten. Madge wiederum ist fest entschlossen, ihren Kindern das bestmögliche Weihnachten zu bereiten, bevor sie ihnen die Nachricht vom (wahrscheinlichen) Tod ihres Vater überbringt. Es ist das i-Tüpfelchen auf der Spitze einer ohnehin schon sehr guten mütterlichen Motivation.

Der Doctor lernt darüber hinaus am Ende bei seinem Besuch bei den Ponds (Karen Gillan, Arthur Darvill) eine wichtige Lektion in humaney woomeney über das Weinen aus Freude. Die Tatsache, dass seine Freunde zu jedem Weihnachtsfest für ihn am Tisch mitdecken, rührt den einsamen / sich einsam glaubenden Time Lord zu Tränen.

Es geht jedoch nicht nur gefühlig, sondern auch sehr lustig zu in The Doctor, The Widow and the Wardrobe: Dafür sorgt neben der Besichtigungstour durchs Haus, der schönen Interaktion zwischen dem Doctor und Madge sowie dem Doctor und Lily („What do you learn in school these days?“) natürlich insbesondere der Auftritt der depperten Holzfäller-Truppe, die sich - von der weinenden Mama und deren Wollkleidung getäuscht - einfach mal kurzerhand selbst entwaffnet.

Natürlich gibt es auch Momente im Weihnachtsspecial, die vielleicht ein bisschen weniger gelungen sind. Insbesondere der Sturz des Doctors durch den luftleeren Raum gehört dazu. Mag die Szene möglicherweise auch als ironischer Kommentar auf Superhelden-Filme gemeint sein (sein Gerangel mit dem Raumanzug erinnert jedenfalls frappierend an den Auftakt von „Moonraker“), so bleibt doch der Eindruck, dass hier die Beugung physikalischer Gesetze selbst nach den Maßstäben von Doctor Who ein bisschen zu weit geht.

Fazit

Sypathische und phantasievolle Unterhaltung, welche einem weihnachtlich warm ums Herz werden lässt.

Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 26. Dezember 2011
Episode
Staffel 6, Episode 14
(Doctor Who 6x14)
Deutscher Titel der Episode
Sternenhimmel
Titel der Episode im Original
The Doctor, The Widow and The Wardrobe
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Sonntag, 25. Dezember 2011 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 21. März 2012
Autor
Gary Coleman
Regisseur
Herbert Duncanson

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