Doctor Who 6x09

George (Jamie Oram) ist ein kleiner, achtjähriger Junge, der in einem Zustand andauernder Angst lebt. Er fürchtet sich vor allem: Der alten Dame, die am Fenster vorübergeht, den Schatten, die seine Spielsachen werfen, und den Geräuschen, die der Aufzug macht. Seine Eltern, Alec (Daniel Mays, Ashes to Ashes) und Julie (Sophie Cosson), wissen sich kaum noch zu helfen. Zum Glück wird der Hilferuf von George (Bitte rette mich vor den Monstern!) auf dem psychic paper des Doctors (Matt Smith) angezeigt, der sich umgehend entschließt, einen Hausbesuch zu machen.
Amy (Karen Gillan) und Rory (Arthur Darvill) sind von der Aufgabe, einen verängstigten Jungen zu finden, zunächst etwas unterwältigt. Das ändert sich jedoch rasch, als eine Fahrt mit dem Aufzug, sie in ein unheimliches Spukhaus transportiert, in dem lebensgroße Holzpuppen hausen, welche jeden bei Berührung in einen der Ihren verwandeln...
Night Terrors ist eine grundsolide Gruselfolge, die für ein erwachsenes Publikum vielleicht ein wenig harmlos daherkommt, die britischen Kinder, welche bekanntlich einen nicht unerheblichen Teil der Kernzielgruppe der Serie ausmachen, jedoch mit Sicherheit hinter die Sofas befördert. Gleichzeitig wartet die Episode jedoch mit der pädagogisch wertvollen Botschaft auf, dass man sich besser seinen Ängsten stellen sollte. Sie in einen Schrank wegzuschließen, ist keine Lösung. An die Eltern gerichtet, ermahnt die Folge schließlich dazu, ein Kind so anzunehmen und zu lieben, wie es ist.
Das ist schöne, und stellenweise durchaus berührende Familienunterhaltung. Was die Episode darüber hinaus noch interessant macht, ist die Einbettung der Handlung ins Arbeitermilieu, wo es zum Einflößen von Ängsten gar keiner Monster bedarf. Das übernehmen schon die Gleichförmigkeit der Wohnquartiere, die Existenzängste im Angesicht der Arbeitslosigkeit - und der Verfall des Gemeinsinns (siehe den achtlos aufgetürmten Müllberg). Ähnlich wie einen Tag zuvor bei der Plünderung der Apotheke in Torchwood (Miracle Day: The Gathering) kommt man kaum umhin, diese Szenen nicht im Lichte der britischen Unruhen vor vier Wochen zu sehen (auch wenn die Episoden natürlich längst vorher abgedreht waren).
Apropos Torchwood: Etwas irritierend - vor allem, wenn man die Folgen beider Serien unmittelbar hintereinander schaut - ist natürlich die mangelnde Kontinuität. Obwohl wir uns in Doctor Who auf der Erde der Gegenwart befinden, scheint der Miracle Day sowohl an den Bewohnern des Wohnblocks als auch am Doctor vollkommen vorüber zu gehen.
Das ist zwar nicht überraschend „33616“, trotzdem wäre es schön gewesen, wenn man bei der Episodenplanung bedacht hätte, dass von Doctor Who keine Episode auf der Erde der Gegenwart spielt, so lange Torchwood noch läuft. Tatsächlich hatte Night Terrors ursprünglich im Frühlingsblock laufen sollen (also vor Torchwood), wurde dann jedoch nach hinten gezogen.
Daniel Mays und Jamie Oram machen ihre Sache in Night Terrors als Vater und Sohn beide sehr gut - ebenso wie Matt Smith, der seinem Doctor neben der liebenswert-schrulligen, auch eine sehr verständnisvolle Seite gibt.
Night Terrors ist eine für sich allein stehende Folge. Der fortlaufende Handlungsbogen wird in ihr nicht weitergestrickt. Lediglich am Ende der Episode bekommen wir einen kleinen Reminder präsentiert, als die unheimlichen Kinderstimmen auf einmal zu singen beginnen: [quote...tick-tock goes the clock, even for the Doctor!]
Fazit
Keine herausragende, aber nichtsdestotrotz unterhaltsame Folge, die sich primär an das jüngere Publikum der Serie wendet.
Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 4. September 2011(Doctor Who 6x09)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 6x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?