Doogie Kamealoha, M.D.: Aloha - The Hello One - Review der Pilotepisode

Doogie Kamealoha, M.D.: Aloha - The Hello One - Review der Pilotepisode

Doogie Kamealoha, M.D. aka Dr. Doogie Kamealoha folgt auf den Klassiker Doogie Howser, M.D., mit dem Neil Patrick Harris einst berühmt wurde. Die Handlung spielt diesmal in Hawai'i. Kann das Revival überzeugen?

Szenenfoto aus der Episode „Aloha - The Hello One“ aus „Doogie Kamealoha, M.D.“
Szenenfoto aus der Episode „Aloha - The Hello One“ aus „Doogie Kamealoha, M.D.“
© Disney+

Sehr gerne weicht Disney+ von Originaltiteln ab und deutscht sie ein. Aus Turner & Hooch wird „Scott & Huutsch“ und aus Monsters At Work beispielsweise „Monster bei der Arbeit“. Aus Doogie Kamealoha, M.D. wird nun „Dr. Doogie Kamealoha“ für den deutschen Markt. Einst konnte die Suche des Streamingdienstes dann auch nur mit dem deutschen Titel etwas anfangen, aber das hat sich inzwischen glücklicherweise schon gewandelt. Im Geiste von Neil Patrick Harris als „Doogie Howser, M.D.“ kommt nun also diese Serie auf die Zuschauer zu.

Worum geht es in Doogie Kamealoha, M.D.?

Peyton Elizabeth Lee spielt hier das medizinische Wunderkind Lahela Kamealoha, das schon mit 16 Jahren als Ärztin am hawaiianischen Krankenhaus praktizieren darf, was bei Außenstehenden natürlich immer zunächst für verwunderte Reaktionen sorgt. Um dem Druck standzuhalten, gibt ihr die Familie Rückhalt. Da wäre zum Beispiel die irisch-katholische Mutter Clara (Kathleen Rose Perkins) aka Dr. Clara Hannon, die die Chefin des Krankenhauses ist, in dem die Tochter arbeitet, und so gleich in doppelter Hinsicht ein Auge auf sie werfen sowie mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Ihr Vater Benny (Jason Scott Lee) ist hingegen ein ziemlicher Sunny Dad und Einheimischer des Heimatstaates, der einen Foodtruck mit Shaved Ice betreibt, aber gerne auch mal am Ozean eine Pause einschiebt und einfach grundentspannt ist. Dazu kommen noch zwei Brüder: ein Slacker, der eher nach dem Vater kommt, und der kleine Bruder Brian (Wes Tian), der kurz vor der Pubertät steht. Steph (Steph Denisco), die beste Freundin von Lahela, flirtet mit dem großen Bruder, während der kleine mit ihr flirtet. Aber Chancen haben beide beim Objekt der Begierde zunächst keine.

Im Auftakt Aloha - The Hello One ist die Protagonistin gerade 16 geworden. Sie rettet bei einem Verkehrsunfall einen Verletzten, kümmert sich um einen befreundeten Langzeitpatienten, dessen Herz schlappmacht und der auf eine Transplantation wartet, und hofft darauf, beim großen Schultanz länger als bis 23 Uhr bleiben zu dürfen. Doch wegen der Bereitschaft verläuft Letzteres natürlich nicht ohne Komplikationen...

Showrunner beim Reboot ist die How I Met Your Mother-Produzentin Kourtney Kang, die auch bei Fresh Off the Boat ihre Finger im Spiel hatte. Und auch Dayna und Jesse Bochco, Frau und Sohn von Steven Bochco, dem verstorbenen „Doogie“-Schöpfer, sind mit an Bord.

Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken

TikTok, Vlogs und Ohana

Disney+
Disney+ - © Disney+

Wie schon bei Turner & Hooch probieren die Serienmacher, eine 80er Marke für ein neues Publikum abzustauben und suchen sich mit dem Medicalgenre einen weiteren Procedural-Klassiker aus, der sich für solche Stoffe förmlich aufdrängt. Mein erster Eindruck nach dem Sichten der rund 35-minütigen Pilotfolge ist in diesem Fall allerdings, dass es wunderbar gelungen ist und sich vieles deutlich charmanter und organischer anfühlt als bei den Polizeikollegen. Natürlich kommt man ohne einige Trends nicht aus: TikTok-Dance-Moves, Vlogging anstatt des alten Computertagebuchs auf dunklem Untergrund mit blinkendem Cursor und viel Familienzusammenhang machen mir die Serie vom Fleck weg sympathisch. Das Ukulelen-Intro verleiht mir außerdem nostalgische Gänsehaut und fasst zudem optisch alle wichtigen Stationen der Titelheldin zusammen, deren Spitznamen sie von ihrem Lieblingspatienten erhält und ihn später als Channelnamen bei YouTube verwendet, um ihn in Erinnerung zu behalten. Ein bisschen Creedence Clearwater Revival holt sicherlich auch die älteren Semester ab und die medizinischen Fälle plus der Humor schnappen sich dann auch mich als verkappten Medicaljunkie.

Eine große Stärke ist diesmal das Casting, das in meinen Augen viele Sympathieträger aufgetrieben hat. Einige Gesichter kennt man womöglich aus anderen Serien. Der von Ronny Chieng gespielt Herzspezialist wirkt etwa in der „Daily Show“, „Shang-Chi and The Legends of The Ten Rings“ oder anderen Produktionen mit. Jeffrey Bowyer-Chapman kennt man beispielsweise aus UnREAL und die Darstellerin der Mutter, Kathleen Rose Perkins, wiederum aus Episodes oder Big Shot (ebenfalls bei Disney+). Titelheldin Peyton Elizabeth Lee gelingt der Spagat zwischen Wunderkind und Normalo-Teen mit gewöhnlichen Bedürfnissen mühelos und man kann nachvollziehen, dass es für sie nicht sonderlich einfach ist, plötzlich so viel Verantwortung zu übernehmen, während die Gleichaltrigen ihre üblichen Meilensteine wie Tanzveranstaltungen erleben. Die Familienbande ist mir ebenfalls auf Anhieb sympathisch, was natürlich auch für den Vater und die Brüder gilt und auch die beste Freundin, die wie einst schon Six aus „Blossom“ per Leiter durchs Fenster kommt, ist quirky genug, um die Stimmung aufzuheitern. Geradezu typisch für solche Figuren aus Comedyserien zeigt sie sich einseitig an einem Bruder interessiert. Mal sehen, wie weit dieses „Liebesdreick“ im Laufe der Zeit getrieben wird...

Disney+
Disney+ - © Disney+

Wirklich stark finde ich so manche Szene zwischen Serienmutter und Serientochter. Denn Clara muss wegen des Alters des medizinischen Wunderkinds stets ihr Wohl im Auge behalten und deswegen mal streng sein und manchmal TikTok-Buddy. Gleichzeitig ist sie ihr Fels in der Brandung, wenn sie etwa ihren ersten großen Patientenverlust verarbeiten muss. Dabei kommt ein starker emotionaler Moment zustande, der mich so früh schon mitgenommen und bewegt hat. Perkins hat im englischen Original eine relativ ungewöhnliche Präsenz, die ich sehr mag. Und auch der Vaterdarsteller ist ein gutes chilliges Gegengewicht für seine beiden ambitionierten Damen und bringt sie damit dazu, ab und an das Leben einfach zu genießen. Überhaupt ist das Versetzen der Handlung nach Hawai'i eine gute Idee, die sicherlich im Laufe der Debütstaffel noch durch schöne lokale Bilder und Traditionen ergänzt wird.

Recht früh wird übrigens schon die Metaebene bemüht, denn in diesem Universum war „Doogie Howser“ tatsächlich eine TV-Serie, die man kennen könnte - und das Schicksal der Person im Mittelpunkt nun „zufällig“ deckungsgleich beziehungsweise sehr ähnlich daherkommt.

Fazit

Disney+
Disney+ - © Disney+

Wer sollte also in „Dr. Doogie Kamealoha“ reinschauen? Fans des Originals, Liebhaber vom US-Bundesstaat Hawai'i, Fans von Medical-Comedys mit Herz oder Procedural-Junkies, die Lust auf eine sympathische Familienbande haben. Ich bin wirklich positiv überrascht vom Auftakt der Serie und freue mich, wöchentlich für eine halbe Stunde zu Doogie und ihrer Familie abtauchen zu können. Es ist sicherlich nicht ganz so albern wie Scrubs oder ganz so ernst wie The Good Doctor oder House, aber irgendwo dazwischen - und mit einer größeren Portion Disney- und 20th Century Television-Charme.

Hier abschließend noch der aktuelle Serientrailer zur heute angelaufenen Serie „Doogie Kamealoha, M.D.“ auf dem Streamingdienst Disney+:

Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken

Diese Serie passen auch zu «Doogie Kamealoha, M.D.»