Deception (2017) 1x01

Deception (2017) 1x01

Mit Deception versucht ABC, die Lücke, die Castle im Programm hinterlassen hat, mit einem neuen Cop-Procedural mit Besonderheit zu füllen. Funktioniert das oder ist es Illusionist Cameron Blacks größter Trick, sein Publikum gleich wieder verschwinden zu lassen?

Jack Cutmore-Scott und Ilfenesh Hadera in „Deception“
Jack Cutmore-Scott und Ilfenesh Hadera in „Deception“
© ack Cutmore-Scott und Ilfenesh Hadera in „Deception“

In der Pilotepisode des neuen ABC-Procedurals Deception steht die Karriere von Bühnenmagier Cameron Black (Jack Cutmore-Scott) nach einem Zwischenfall auf der Kippe. Doch, als er in einer Ermittlung des FBI eine ihm bekannte Handschrift wiedererkennt, versucht er, sich den Ermittlungen von FBI-Agentin Kay Daniels (Ilfenesh Hadera) anzuschließen, die im Fall eines vermeintlich explodierten Flugzeugs vor einem Rätsel steht.

Worum geht es in der Pilotepisode?

Das große Geheimnis von Illusionist Cameron Black fliegt auf, als seinem der Öffentlichkeit unbekannter Zwillingsbruder nach einem inszenierten Unfall ein Mord in die Schuhe geschoben wird. Für Cameron steht fest, dass jemand mit ähnlichem Talent aus seiner Branche dafür verantwortlich sein muss und als er diese Person hinter einer trickreich durchgeführten Flucht vermutet, schließt er sich dem FBI an, um Unterstützung zu leisten und so an den Unbekannten zu gelangen.

Nachdem er zunächst einige Überzeugungsarbeit bei Agent Daniels und ihren sowohl skeptischen (Laila Robins) als auch aufgeschlossen (Amaury Nolasco) Kollegen leisten muss, versammelt er sein Team (Lenora Crichlow, Justin Chon, Vinnie Jones), was ihn sonst hinter der Bühne seiner Shows unterstützt, um den geflohenen Drogenbaron in eine Falle zu locken und dingfest zu machen. Die Lösung dieses Falles lässt ihn der mysteriösen Frau (Stephanie Corneliussen), die es auf ihn abgesehen hat, einen Schritt näherkommen. Doch, um sein Ziel zu erreichen, steht weitere Zusammenarbeit mit dem FBI auf dem Programm.

„Castle“ mit Magie und einem Hauch „The Mentalist“

Die Idee des Crime-Procedurals mit Twist ist definitiv keine Neuheit und Deception macht im Grunde keinen großen Hehl daraus, seine Inspiration von Serien wie Castle oder The Mentalist oder Filmen wie „Die Unfassbaren“ zu ziehen, denn insbesondere, was „Castle“-Parallelen betrifft, fehlt Hauptfigur Cameron im Grunde genommen nur noch die kugelsichere Weste mit der Aufschrift „Magician“, um sein Auftreten zu komplettieren. Diese Vorbilder verließen sich vor allem auf charismatische Darsteller mit starker Chemie miteinander, welche im Falle von Jack Cutmore-Scott (Cooper Barrett's Guide to Surviving Life) und Ilfenesh Hadera (Billions) bisher eher lauwarm ist.

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Schauspielerisch ist zwar vor allem Cutmore-Scott anzumerken, dass er sich bemüht, dem extrovertierten Illusionisten ein deutliches Profil zu verleihen, doch da ist noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, da seine Figur einen sehr schmalen Grat zwischen Sympathieträger und Nervensäge geht. Dabei versuchen die Autoren alles, um die Zuschauer mit gewohnten Dingen zu bombardieren, die sie auch schon an anderen Serien mochten, was wiederum ein wenig zu gewollt wirkt. Ein Beispiel dafür ist Kays Geständnis, dass sie die Spezialshow von Cameron doch gesehen hat, nachdem sie dies zuvor abgestritten hatte. Kate Beckett ist in „Castle“ auch heimlicher Fan der Romane ihres Partners - und schon sind wir wieder bei den Parallelen zu anderen Procedurals. Diese Vergleiche wären nicht nötig, wenn Deception diese Ähnlichkeiten dezenter einstreuen würde, was allerdings ganz und gar nicht nicht der Fall ist.

Das bedeutet aber nicht, dass alles schiefläuft: Die Produktion ist professionell und hochwertig und trotz diverser Schwächen ist die Episode doch ziemlich kurzweilig und unterhaltsam. Die absurde Prämisse scheint sich nicht vollkommen ernst zu nehmen, so dass Realismus über Bord geworfen und dafür Platz für verrückte Einfälle und Chaos geschaffen wird. Allerdings sollte die halsbrecherische Geschwindigkeit, mit der vor allem die zweite Hälfte der Episode voranschreitet, etwas gedrosselt werden, denn es bleibt einem keine Zeit, sich wirklich über die Tricks und Illusionen Gedanken zu machen. Genau das ist richtig schade, denn eben dieses Mitraten macht den Reiz der Illusionistenprämisse aus, was zudem die Frage aufwirft, ob man wirklich jedes Detail verraten oder dem Zuschauer zumindest etwas Raum zum Mitdenken lassen sollte, ohne ihm alles allzu sehr vorzukauen.

Fazit

Deception hat nach einer kurzweiligen Pilotepisode definitiv Potential, zu einer unterhaltsamen Serie heranzuwachsen. Doch bis dahin muss es noch einige Macken ausmerzen und vor allem eine eigene Identität finden, um nicht eine generische Mischung bereits bekannter Procedurals zu werden. Denn andere Serien mit lediglich sehr dezenten Veränderungen zu einem blasseren Endergebnis zusammenzukopieren, ist bei der heutigen Konkurrenz und Auswahl einfach nicht mehr genug. Ganz egal, wie tief man in die Trickkiste greift, die Illusion einer guten Serie lässt sich ohne etwas dahinter nicht lange aufrechterhalten.

ABC
ABC - © ABC
Verfasser: Tim Krüger am Mittwoch, 14. März 2018

Deception (2017) 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Deception (2017) 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Fatale Verwechslung
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 11. März 2018 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 19. Juli 2018

Schauspieler in der Episode Deception (2017) 1x01

Darsteller
Rolle
Jack Cutmore-Scott
Ilfenesh Hadera
Lenora Crichlow
Justin Chon
Laila Robins
Amaury Nolasco
Vinnie Jones

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