Dark Matter 3x05

© odelle Ferland, Sean Bell und Mishka Thebaud in „Dark Matter“ / (c) Syfy
In der Episode Give It Up, Princess der Serie Dark Matter ist Adrian (Mishka Thebaud) auf der Suche nach Besitztümern seines verschollenen Bosses. Stattdessen findet er eine alte Freundin in Not.
He either screwed up or he screwed us over
Adrians alte Flamme Ambrosia (Anna Hopkins) wird von seinem Konkurrenten Goren (MMA-Star Michael Bisping) bedroht, der eine Datei verlangt, welche sich im Besitz des verschwundenen Talbor (David Hewlett) befindet. Daraufhin startet Adrian gemeinsam mit der Raza eine Suche, die sie nach mehreren Stationen zu einem Versteck führt, in dem Talbor unter anderem die gesuchten Daten platziert hatte.
Der Austausch läuft jedoch alles andere als glatt, denn Ambrosia ist keineswegs ein Opfer und treibt ein doppeltes Spiel. Allerdings muss sie sich der Überzahl der Crew geschlagen geben und ihre Beute wieder abgeben. Die Informationen führen sie auf eine Spur der Ferrous Corporation, die eine riesige Flotte für eine Großoffensive vorbereitet.
Allerdings kommen sie zu spät, denn entgegen ihrer Erwartungen sind deren Aufrüstungspläne schon realisiert und die neue Flotte bereits mit unbekanntem Ziel ausgerückt. Commander Nieman (David Richmond-Peck) leitet neben seinen Eroberungsplänen auch das sogenannte „Project Zero“ ein, das im Zusammenhang mit den unabhängigen Minenkolonien und Six (Roger Cross) steht. Abseits davon verläuft der Krieg für Four (Alex Mallari Jr.) und Haus Ishida mit desolaten Entscheidungen und herben Verlusten sehr ungünstig und Ryo sieht sich gezwungen, harte Entscheidungen zu treffen.
Project Phoenix, Agent Zero
Give It Up, Princess stellt sich als eine typische Füllerepisode heraus. Das wäre an sich nicht zwangsläufig eine schlechte Sache, solange der Inhalt unterhaltsam bliebe. Tatsächlich gibt es einige gute Momente, die jedoch immer wieder von der belanglos wirkenden Episodenstory in ein faderes Licht gerückt werden.
Im Fokus der für die Crew und ein Stück weit auch für den Zuschauer frustrierenden Suche steht Neuling Adrian (Mishka Thebaud), der in dieser Episode beweist, dass seine Figur mit komödiantischer Natur auf einem schmalen Grat zwischen comic relief und dem Potential wandert, auf die Nerven zu fallen. Da hilft es auch nicht gerade, dass wir durch den kurzen Aufbau nur wenig Empathie mit ihm und seiner vergebenen Liebesmüh empfinden und Ambrosias (Anna Hopkins) Verrat nicht allzu überraschend kam.
Dark Matter wirft derzeit mit vielen vagen Puzzlestücken um sich, bei denen nicht wirklich einzuschätzen ist, wohin die Fahrt nun führen soll, sei es die mysteriöse Figur, die an den Schläuchen hing, die Vielzahl an Prophezeiungen aus der Zukunft oder nun auch die Involvierung von Six (Roger Cross) als „Agent Zero“. Dass er durch seine Bemühungen in einer einzigen Minenkolonie den Zeitplan von Ferrous Corp. beschleunigt, klang schon abwegig und was genau es mit Agent Zero auf sich hat, kann man nur vermuten.
Ist er eine Art Schläfer und Teil eines geheimen Experiments, wie es bei Two (Melissa O'Neil) der Fall ist? Dass er wissentlich gemeinsame Sache mit Ferrous macht, würde zumindest auf den ersten Blick gegen all seine langsam aufgebauten Charakterzüge und Prinzipien sprechen.

Ein Problem der bisherigen Staffel ist der Handlungsstrang in Zairon, der völlig neben den anderen Geschehnissen her läuft und dafür, dass er viel Zeit eingeräumt bekommt, einfach nicht packend genug ist. Four (Alex Mallari Jr.) greift zu immer drastischeren Mitteln, während Teku (Andrew Moodie) und Misaki (Ellen Wong) weiterhin Engelchen und Teufelchen auf seiner Schulter spielen.
Es sind die kleinen Dinge, die die Lichtblicke der Episode darstellen: Solara (Ayisha Issa) passt mit ihrer traurigen Hintergrundgeschichte besser als ihr Arbeitgeber ins Gefüge der Crew, die ebenso vor der Herausforderung stand, über die Schatten der Vergangenheit zu springen. Und ihr Versuch des Lächelns im Zusammenhang mit ihrer Erzählung zeigt, dass hinter der professionellen Fassade ein Charakter steckt, der aber im Gegensatz zum extrovertierten Adrian uns nicht mit einem „Hier bin ich!“ ins Gesicht springt.
Immer wieder, wenn die Androidin (Zoie Palmer) den Emotionschip einlegt, ist einiges los: Angefangen von den kleinen Reaktionen der Crew, wie etwa von Three (Anthony Lemke), der überhaupt nicht weiß, was er von ihr halten soll, wenn der Chip aktiv ist, bis hin zu ihrer etwas dick aufgetragenen, aber definitiv unterhaltsamen Rolle als southern belle. Eine weitere spannende Perspektive bot ihre Konversation mit Talbors Sicherheitsandroiden (Michael Ayres), den wir dank des Chips sicherlich nicht zum letzten Mal gesehen haben, auch wenn es ein wenig schade ist, dass ihr Gespräch von Three so rüde unterbrochen wurde.
Fazit
Give It Up, Princess fühlt sich wie eine Füllerepisode an, deren Schnitzeljagd trotz ein paar unterhaltsamer Szenen leider zu schnell die Puste ausgeht, während wir am Ende mit wenig neuen Erkenntnissen und mehreren vagen Andeutungen zurückgelassen werden.
Derzeit ist es schwierig einzuschätzen, in welche Richtung Dark Matter driftet, denn zum einen schwankt der Humor von Folge zu Folge zwischen leicht und schwarz, die Stimmung zwischen locker und düster. Darüber hinaus hat man sich mit den derzeit viel zu zahlreichen Andeutungen und Rätseln den Teller reichlich vollgeladen. Es wird Zeit, Storylines miteinander zu verknüpfen, anstatt fortwährend neue Baustellen aufzumachen.
Cast und Crew sprechen über die Episode in „Dark Matter - After Dark“:
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 3. Juli 2017Dark Matter 3x05 Trailer
(Dark Matter 3x05)
Schauspieler in der Episode Dark Matter 3x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?