Dark Matter 2x06

In der Episode We Should Have Seen This Coming der Serie Dark Matter beschafft sich die Crew der Raza durch einen Raubüberfall auf ein anderes Raumschiff die nötigen Mittel, um zukünftige Missionen zu finanzieren. Allerdings nehmen die Beraubten die Verfolgung auf, da Nyx (Melanie Liburd) ihre eigene Agenda verfolgt und einen weiteren Gast mit an Bord bringt.
Flying straight is not an evasive maneuver
Um sich einen Vorrat der beliebten Partydroge „Shadow“ zum Weiterverkauf zu sichern, kapert die Crew ein Schiff, auf welches sie von Nyx aufmerksam gemacht wurden. Was sie jedoch verschwiegen hat, ist, dass sie die Gelegenheit nutzen will, um ihren Bruder Milo (Mpho Koaho) zu retten, der gegen seinen Willen an Bord dazu gebracht wird, seine speziellen psychischen Fähigkeiten einzusetzen.
Die „Seers“, eine Gruppe, welche im Kollektiv in der Lage ist, die Handlungen und Entwicklungen der Zukunft vorauszusagen, wollen das wichtige Mitglied ihrer Menschmaschine nicht aufgeben und heften sich der Raza an die Fersen. Als diese unverhofft in dem Moment auftauchen, in dem die Crew gerade den Schwarzmarktdeal mit einem Kontakt von Devon (Shaun Sipos) durchziehen will, sind Three (Anthony Lemke) und Six (Roger Cross) an Bord der Marauder gezwungen, auf einem Planeten mit toxischer Atmosphäre zu landen.
Die Fähigkeit, die Züge der Raza vorherzusagen, erweist sich als ernst zu nehmende Schwierigkeit, denn die Notlage ihrer Freunde, die den Planeten verlassen müssen, bevor der Säuregehalt der Umgebung die Marauder zerlegt, stürzt sie in ein unangenehmes Dilemma.
Schließlich bleibt ihnen keine andere Wahl, als Milo den Seers auszuliefern, da sich ein erneuter Kampf gegen das gut gerüstete und ihnen überlegene feindliche Schiff als fatal erweisen würde. Anstelle sich jedoch vollends zurück unter die Kontrolle der Gruppierung zu begeben, inspiriert Four (Alex Mallari Jr.) Milo dazu, eine für ihn tödliche Alternative in Form von Selbstmord zu wählen.
Do you ever get tired of being wrong?
We Should Have Seen This Coming wählt erneut den Weg einer stagnierenden Narrative, denn Fortschritt in der aktuellen Storyline weicht der Hintergrundgeschichte von Nyx (Melanie Liburd). Das ist natürlich kein zwangsläufig negativer Aspekt, doch die Umsetzung und die Charakterzeichnungen fallen dabei leider flach.
Das liegt in erster Linie an der Gestaltung der Figur von Nyx, bei der viele Faktoren dafür sorgen, dass das Ganze nicht richtig zünden will: Zum einen erinnert ihre Geschichte, bis auf den Aspekt des Bruders, stark an die Vergangenheit von Two (Melissa O'Neil), denn beide waren Experimenten ausgesetzt, die ihnen außergewöhnliche Fähigkeiten verliehen und beide brachen gewaltsam aus.
Im Fall von Nyx fehlt allerdings die passende Überleitung zu ihrer Inhaftierung, welche die Autoren dem Zuschauer schuldig bleiben. Momentan fehlen ihr ebenfalls jegliche Makel, die sie menschlicher und weniger glatt erscheinen lassen könnten. Auch Devon (Shaun Sipos) bleibt als Neuling bisher profillos.

Stattdessen bekommen wir nun zum dritten Mal unmissverständlich vor Augen geführt, dass der gute Doktor offensichtlich ein Drogenproblem mit sich schleppt. Nachdem Five (Jodelle Ferland) allem Anschein nach nun davon Wind bekommen hat, wird es Zeit, dies in naher Zukunft zu adressieren. Aber der seltsam anmutenden Logik dieser Episode nach dürfte das alles ja gar kein großes Hindernis sein, schließlich hat sich Milo (Mpho Koaho) nach jahrelangem regelmäßigen Einfluss von „Shadow“ binnen Rekordzeit wieder erholt.
Die Seer tragen maßgeblich dazu bei, dass die Episode einen mit einem unbefriedigenden Gefühl zurücklässt. Der Widerstand gegen den übermächtigen Feind ist von Anfang an zwecklos und letztendlich bleibt es schließlich auch bei dieser Ausweglosigkeit. Es lassen sich aber zumindest noch interessante Aspekte über die Beteiligung der Raza an dem offensichtlich kommenden galaktischen Konflikt zwischen den Großkonzernen entnehmen. Milos Auftritt diente als Katalysator für ansprechende neue Perspektiven und zudem baut sich ein spannendes Desaster zwischen Four (Alex Mallari Jr.) und Nyx auf, welches von ihrer aufkeimenden Freundschaft nur noch vervielfacht werden dürfte.
Ebenfalls als gelungen erwies sich der offene Dialog zwischen Three (Anthony Lemke) und Six (Roger Cross), die sich gezwungenermaßen miteinander auseinandersetzen mussten. Die etablierten Charaktere können derzeit einfach wesentlich besser punkten als die Crewneulinge. Zwar hatte es für die Story durchaus Sinn, Nero (Mike Dopud) wieder von seinen Mitausbrechern zu trennen, doch damit gab man auch gleichzeitig dem charismatischsten der Neuzugänge frühzeitig den Laufpass. Dafür wurde ein anständiger Kompromiss in Bezug auf die Persönlichkeiten der Androidin (Zoie Palmer) gefunden, die mit Option auf Verwandlung an Bord zunächst wieder ihre alte Rolle ohne Emotionschip angenommen hat. Darüber hinaus darf es gerne mehr von den angedeuteten Raumschlachten geben, die sich in Anbetracht des mäßigen Budgets der Serie durchaus sehen lassen können.
Fazit
Ein paar gelungene Momente in We Should Have Seen This Coming können nicht über die wenig geglückten Charakterzeichnungen der neuen Crewmitglieder, Logiklücken und einen blassen (und trotzdem übermächtigen) Feind hinwegtäuschen. Dark Matter läuft Gefahr, sich in einigen Bereichen zu verzetteln und schiebt signifikanten Fortschritt in seiner Story zugunsten seiner neuen Figuren auf, die trotzdem noch nicht überzeugen können.
Der Trailer zur nächsten Episode der Serie „Dark Matter“, „She's One of Them Now“ (2x07):
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 8. August 2016Dark Matter 2x06 Trailer
(Dark Matter 2x06)
Schauspieler in der Episode Dark Matter 2x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?