Dark Matter 2x03

In der Episode I've Seen the Other Side of You der Serie Dark Matter wird ein Teil der Crewmitglieder vorübergehend außer Gefecht gesetzt und wacht ohne Erinnerungen an die letzten Monate wieder auf. Unglücklicherweise bedeutet das ebenfalls, dass die Neuzugänge ihnen fremd sind und sie diese dementsprechend als Bedrohung einstufen.
Intruders on board
Als Two (Melissa O'Neil), Three (Anthony Lemke) und Four (Alex Mallari Jr.) das Bewusstsein wieder erlangen, zögern sie nicht, die Kontrolle an Bord zu übernehmen und Five (Jodelle Ferland) mitsamt der Neulinge einzusperren.
Während sie darüber debattieren, wie mit den Eindringlingen zu verfahren ist, geht Two eine gefährliche Neurolink-Verbindung mit dem Schiff ein, um auf alle Funktionen zugreifen zu können. Bevor die alte und neue Führungsetage des Schiffs sich dazu entschließt, die überschüssigen Mitfahrer durch die Luftschleuse zu entsorgen, können diese sich befreien und bewaffnen, woraufhin ein Kampf um die Raza entbrennt.
Five versucht derweil, die Gründe für die Persönlichkeitsveränderung ihrer Freunde in Erfahrung zu bringen, um einen alternativen und gewaltfreien Lösungsansatz zu verfolgen. Unterstützung erhält sie dabei vom virtuellen Abbild der Androidin (Zoie Palmer), deren Reparaturarbeiten beziehungsweise die Schäden an ihrem künstlichen Körper sich als der Auslöser für die aktuelle Krisensituation herauskristallisieren.
Bevor sich die neuen und alten Crewmitglieder der Raza in einem Feuergefecht über den Haufen schießen können, gelingt es Five, Two auf virtueller Ebene das Kommando über das Schiff zu entreißen und somit den Prozess einzuleiten, um die Erinnerungen und Persönlichkeiten der Betroffenen wiederherzustellen.
Personality Default Setting
I've Seen the Other Side of You setzt die Persönlichkeiten von Two (Melissa O'Neil), Three (Anthony Lemke) und Four (Alex Mallari Jr.) wieder an einen Punkt zurück, den wir bisher nur aus diversen Flashbacks kennen. Die kaltherzigen Söldner, für die Profit an erster Stelle steht und Menschenleben nur wenig relevant sind, feiern ihr Comeback. Zum Glück erweist sich die Raza in dessen Zügen als äußerst kugelsicher.
Dabei offenbart die Episode jedoch schnell diverse Schwächen: Zunächst einmal startet die Geschichte unter der Prämisse einer Form von Gedächtnisverlust mit einem Auslöser, der langsam ein alter Hut ist. Schließlich drehte sich ein Großteil der Hauptstoryline der ersten Staffel um dieses Thema.
Darüber hinaus lässt die Episode eine gewisse Spannung vermissen, denn so richtige Zweifel daran, dass die betroffenen Crewmitglieder wieder in ihren gewohnten Zustand versetzt werden, wollen nicht aufkommen. Eventuell hätte man diese Ausgangslage dazu nutzen können, den Fokus auf den Zusammenhalt der neuen Crewmitglieder zu legen, jedoch wurde diese Betonung vielmehr auf die Veränderung der bereits bekannten Charaktere gelegt. Schade ist ebenso, dass dies ausgerechnet im Fall der Androidin (Zoie Palmer) aufgrund der Nutzung des Default-Programms nicht so ist.

Es gelingt jedoch auch, ein paar gelungene emotionale Momente unterzubringen, welche diese Charakterentwicklungen unterstreichen. Sowohl der seltene Moment, in dem wir Two verwundbar erleben, als auch Threes schmerzhafte (zweite) Konfrontation mit dem Tod seiner Geliebten, entfalten ihre Wirkung.
Five arbeitet dafür kontinuierlich am Abbau ihrer Verwundbarkeit und präsentiert sich trotz anfänglicher Ratlosigkeit und leichten Zweifeln als krisenfest. Man darf gespannt sein, wie groß der Sprung vom wehrlosen Küken der Besatzung zu einer stärkeren Persönlichkeit ausfallen wird.
Nebenbei erfahren wir nun, dass Nero (Mike Dopud) der Maulwurf unter den neuen Passagieren ist, welcher in Verbindung mit Alicia Reynaud (Inga Cadranel) steht. Zudem können wir uns darauf vorbereiten, dass Marcus Boone in naher Zukunft Besuch aus der Vergangenheit erhält. Ob dieser ein Verbündeter oder Widersacher ist, werden wir sicherlich bald in Erfahrung bringen.
Fazit
I've Seen the Other Side of You erweist sich aufgrund einer abgenutzten Prämisse und vorhersagbarem Ausgang als spannungsarme Durchschnittskost. Interessantere Mysterien werden dadurch vorübergehend auf Halde gelegt. Die nötige Charakterentwicklung der neuen Figuren wird zugunsten der Stärkung etablierter Crewmitglieder vorübergehend ausgesetzt. Dennoch gelingt es, ein paar starke emotionale Momente zu platzieren, welche die eher lauwarme Episode im Gesamtbild noch etwas aufwerten können.
Der Trailer zur nächsten „Dark Matter“-Episode „We Were Family“ (2x04):
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 18. Juli 2016Dark Matter 2x03 Trailer
(Dark Matter 2x03)
Schauspieler in der Episode Dark Matter 2x03
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