Dark Matter – Der Zeitenläufer 1x01

Dark Matter – Der Zeitenläufer 1x01

Zum Auftakt der Mysteryserie „Dark Matter“ gibt es gleich zwei Episoden bei Apple TV+. Ist der Start so spannend und überzeugend wie die Prämisse der Romanadaption?

Joel Edgerton und Jennifer Connelly in „Dark Matter“
Joel Edgerton und Jennifer Connelly in „Dark Matter“
© Apple TV+

Der Streamingdienst Apple TV+ rückt zum Start seiner neuen Mysteryserie Dark Matter (2024) (nicht zu verwechseln mit der Sci-Fi-Serie Dark Matter) gleich zwei Episoden heraus, um die Geschichte einzuleiten.

Worum geht es in „Dark Matter“?

Jason Dessen (Joel Edgerton) ist Physikprofessor an einer Universität in Chicago und lebt glücklich zusammen mit seiner Frau Daniela (Jennifer Connelly) und seinem Sohn Charlie (Oakes Fegley). Doch eines Abends wird sein geordnetes Leben auf den Kopf gestellt als er eine Bar verlässt und überfallen wird. Der unbekannte Fremde bringt ihn an einen dunklen Ort, an dem er ihm eine Spritze verabreicht, die ihn das Bewusstsein verlieren lässt. Als er wieder zu sich kommt, hat sich alles verändert, was er in seinem Alltag für selbstverständlich hielt. Seine Arbeitsstätte ist ein mysteriöses Institut und die meisten Personen in seinem Leben, erkennen ihn nicht wieder. Auch als er wieder nach Hause kommt, begrüßt ihn dort eine Fremde (Alice Braga) und von seiner Frau und seinem Sohn fehlen jede Spur. Parallel dazu sehen wir, wie jemand der exakt wie er aussieht, zu seiner Familie zurückkehrt und sich seltsam verhält.

In der zweiten Episode geht Jason seinen neuen Umständen näher auf den Grund und lässt sich medizinisch durchchecken, nachdem er an seiner Realität zweifelt. Doch rein körperlich ist er gesund und er beginnt, nachdem er Daniela ausfindig macht, die sich nicht an ihre Ehe erinnert, eine eigene Theorie aufzustellen: Es klingt für ihn plausibel, dass er sich in einer Parallelwelt befindet, in der es ihm gelungen ist, einen experimentellen Prototyp zu vollenden, mit dem man zwischen Dimensionen hin und herreisen kann und dass sein alternatives Ich bewusst die Plätze mit ihm getauscht hat. Nur warum hat er das getan und wie kommt er wieder zurück?

Alice Braga in „Dark Matter“
Alice Braga in „Dark Matter“ - © Apple TV+

Der doppelte Jason

Zunächst einmal kann man sich auch bei „Dark Matter“ wie bei allen anderen Serien von Apple TV+ darauf verlassen, dass die Produktion sehr solide bis hochwertig ist. Dabei ist das Design düster, grau und monoton gehalten, was die Grundstimmung der Episoden widerspiegelt. Romanautor Blake Crouch selbst war maßgeblich an der Umsetzung seines eigenen Stoffs beteiligt, sodass die Geschichte sicherlich in seinem Sinne ihren Weg auf den Bildschirm gefunden hat.

Der Auftakt legt dabei ein gemächliches Tempo vor, die interessante Prämisse und das Mysterium sorgen dennoch für Spannung. Dabei liegen Licht und Schatten hier recht nah beieinander, denn während die Grundidee von Paralleluniversen durchaus viele Möglichkeiten bietet, so ist das Konzept allein aufgrund vieler Superhelden heutzutage nicht mehr sonderlich frisch.

Ähnliches gilt auch für das Pacing, was einerseits anfangs für Atmosphäre sorgt, gleichzeitig jedoch für Frustration mit sich bringt, weil der Zuschauer ein Stück weit an der Hand gehalten wird und die Puzzlestücke dank Stilmitteln und Szenenwechsel viel früher zusammenbastelt als Jason. Ob die Geschichte tatsächlich so clever konstruiert ist, wie sie den Anschein geben will, muss sich ebenfalls noch zeigen. Ein gelegentliches (Sci-Fi)-Klischee lässt sich zumindest finden, denn was Anspielungen auf die Asimovschen Gesetze für Roboter und Androiden sind, das ist Schrödingers Katze für Paralleluniversen.

Doch das Wichtigste macht die Serie richtig: Es ist spannend und unterhaltsam dem Sci-Fi-Thriller zu folgen und man antizipiert gebannt, was als Nächstes passiert. Auch schauspielerisch können Edgerton, Braga und Connelly überzeugen, auch wenn man sie das Konzept von parallelen Persönlichkeiten etwas mehr hätte auskosten lassen können (die beiden Jasons sind nur kaum zu unterscheiden).

Fazit

Trotz ein paar Längen und geringfügiger Macken steht „Dark Matter“ auf einem soliden Fundament und schafft es in Bezug auf die wichtigsten Aspekte Spannung zu erzeugen und gibt genug Gründe, nach den ersten beiden Episoden weiter einschalten zu wollen. Deswegen sprechen wir eine vorsichtige Empfehlung mit 3,5 von 5 Schrödingers Katzen aus.

Verfasser: Tim Krüger am Mittwoch, 8. Mai 2024

Dark Matter – Der Zeitenläufer 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Dark Matter – Der Zeitenläufer 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Bist du glücklich in deinem Leben?
Titel der Episode im Original
Are You Happy in Your Life?
Länge der Episode im Original
47 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 8. Mai 2024 (Apple TV)

Schauspieler in der Episode Dark Matter – Der Zeitenläufer 1x01

Darsteller
Rolle
Dayo Okeniyi
Oakes Fegley
Amanda Brugel

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