CSI: Crime Scene Investigation 11x17

Nach einigen schwachen Episoden sucht CSI: Crime Scene Investigation Rettung in der Vergangenheit. The List trommelt mehrere wiederkehrende Figuren zusammen, als Ex-Cop Vance Tolsom während einer Gefängnisprügelei ermordet wird. Vance wurde vor einiger Zeit des Mordes an seiner Frau für schuldig befunden - und die CSI-Ermittler sind überrascht, Hinweise darauf zu finden, dass sich hinter seinem Tod ein Auftragsmord verbirgt.
Vance war dabei, seinen Fall neu aufrollen zu lassen: wie Nick (George Eads) feststellt, zu Recht. Vances Frau Anne-Marie war bekannt für ihr frivoles Benehmen und für Seitensprünge, aber die Liste, die Nick in Vances Zelle findet, wirft einige bekannte Namen in den Verdächtigenkorb: Brass, Ecklie und Detective Vartann. Während die ersten beiden relativ locker die damaligen Romanzen zugeben, fühlt sich Vartan im Gespräch mit Catherine (Marg Helgenberger) angegriffen und verweigert weitere Fragen.
Anders als in den CBS-Promos zur Episode versprochen, kommt es nicht wirklich zur Anklage eines Teammitglieds. Denn sehr schnell findet man den für Anne-Maries Tod verantwortlichen Kollegen. Obwohl - welcher Tod? Es stellt sich heraus, dass Anne-Marie das Ganze inszeniert hat, indem sie wie eine Puppenspielerin die Männer für sie tanzen und alles erledigen ließ. Ihr Fehler? Auch noch die eigene Schwester zu ermorden, die ihr auf die Schliche kam. Ein Gefängniswächter erweist sich als der letzte in ihrem Männerreigen, der ihr half, Vances Ermordung zu arrangieren.
CSI: Crime Scene Investigation ist dafür bekannt, auf frühere Ereignisse aus dem eigenen Universum zu referieren, Nebenfiguren wieder ins Spiel zu bringen etc. Zumeist handhaben die Autoren diese Referenzen ziemlich geschickt - und aus diesem Grund war ich überrascht, Dina Meyer hier eine andere Figur spielen zu sehen als die, welche sie in der Episode Swap Meet verkörperte!
Da wir bei bekannten Gesichtern sind: Schon in den ersten Minuten der Episode weisen uns die Autoren auf den Drahtzieher der Gefängnisverschwörung hin. Die Kamera macht beim Gesicht des betreffenden Wächters Halt und verbleibt dort im Close-Up, bevor es weiter geht. Damit wissen die Mehr-Seher unter den Zuschauern Bescheid: diese Aufnahme und die Tatsache, dass der Wächter von einem Dauergastdarsteller in unterschiedlichen Produktionen verkörpert wird, nämlich Max Martini (Castle, Lie to Me), reichen aus. Der Überraschungs-Effekt am Ende verpufft so ein bisschen, aber nichtsdestotrotz: Die Wendung mit Anne-Marie, die noch am Leben ist, rettet die ganze Sache.
Eine andere Auffälligkeit: Rays (Laurence Fishburne) durchgängig ernstes Verhalten - von der ausbleibenden Reaktion auf Dr. Robbins' Witze über seinen Auftritt im Gefängnis bis zu dem ziemlich körperbetonten Verhör eines Verdächtigen. Nate Haskell scheint sich endgültig unter seiner Haut eingenistet zu haben, und kein Weg führt an einem Showdown vorbei. Hoffentlich gelingen CSI: Crime Scene Investigation bis dahin noch ein paar spannende Folgen... Unbeschadet dessen: Die Autoren sollten - das sage ich als eingefleischter Fan der Serie seit ihrer ersten Stunde ganz bewusst - an einen würdigen Abgang denken. Oder, mit Brass' Worten aus dieser Episode: „It's been a long time, baby.“
Verfasser: Vladislav Tinchev am Freitag, 11. März 2011(CSI: Crime Scene Investigation 11x17)
Schauspieler in der Episode CSI: Crime Scene Investigation 11x17
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