CSI: New York 6x23

Unter all den Serienmördern, die im CSI-Franchise auftauchen, scheint New Yorks Shane Casey derjenige zu sein, der definitiv nicht sterben will. Diese sechste Staffel von CSI: New York hatte ihre starken Episoden, aber das Zurückholen von Shane Casey als Dannys (Carmine Giovinazzo) Nemesis und Cliffhanger-Garantie gefiel mir nicht so sehr. CSI: New York lieferte eine sehr starke fünfte Staffel, und wie ich schon in einem Review zum Start der sechsten Staffel erwähnt habe, war plötzlich die Luft raus.
Die Serie machte im Laufe der aktuellen Season den Eindruck, als würde man sich nicht entscheiden können, welche Richtung man einschlagen, welche Geschichten man erzählen soll. Dabei beziehe ich mich gar nicht auf die Fälle der Woche, denn die waren wie immer spannend konstruiert und erzählt. Meine Kritik bezieht sich auf die fortlaufenden Erzählstränge, die die persönlichen Geschichten der Figuren involvieren. Aber! Genauso wie es der Fall bei CSI: Crime Scene Investigation war, konnte man sich fangen. Die zweite Hälfte der Staffel glich einem Sportler, der nach einem Erschöpfungszustand wieder Fahrt aufnimmt. Es war eine gute Entscheidung, Flacks (Eddie Cahill) Trauma (das Interessante an den ersten Episoden) aufzuarbeiten und uns endlich tiefere Einsichten in Hawkes (Hill Harper) Vergangenheit zu liefern, denn die beiden Figuren kamen bisher immer irgendwie zu kurz.
Außerdem kam eine weitere hübsche Frau in Macs (Gary Sinise) Leben, Aubrey Hunter (Mädchen Amick - bei ihr muss ich immer an Twin Peaks denken). Erstaunlicherweise gönnte man ihr nur ein paar kurze Auftritte und behielt somit die Beziehung offscreen, was an sich gar keine schlechte Idee ist. Oder liegt es einfach daran, dass Macs alte Flamme Peyton (Claire Forlani) wieder die Bühne betritt?
In der vorletzten Episode Poit of View, die eine klare Hommage an Hitchcocks „Rear Window“ war, tauchte sie überraschenderweise wieder in Macs „Point of View“ auf und beide hatten die Möglichkeit, über ihre abrupt beendete Beziehung zu sprechen. Da wir gerade über Gefühle reden, hatte ich gemischte solche, als man die Casey-Geschichte wieder aufnahm. Mir gefiel vor allem nicht, dass dadurch schon wieder Danny in die Rolle des möglichen Opfers rutscht und das Spielchen mit Casey von vorne beginnt.
Aber die Autoren hielten die Casey-Story eher im Hintergrund, um sie dann im Finale zu benutzen. Und das Finale verlief etwas enttäuschend. Ganz abgesehen davon, wie Casey den Sturz vom Leuchtturm überlebt, bekommen wir schon wieder einen Cliffhanger, in dem Dannys Leben in Gefahr ist, der Bildschirm verdunkelt wird und wir einen Schuss hören. Diese letzten Bilder an sich sind nicht so sehr das Problem, sondern das letzte Drittel der Episode, bei dem man als Zuschauer das Gefühl bekommt, dass die Autoren auf die Schnelle das Ganze über die Bühne bringen wollen, ohne sich um Details zu kümmern. Dabei sind diese so wichtig, wie uns das CSI-Franchise gelehrt hat!
Jetzt hat man den ganzen Sommer, um zu spekulieren, wer den Schuss abfeuert, und zu hoffen, dass die neue Staffel das Niveau der fünften wieder aufnehmen - und sogar steigern kann.
Verfasser: Vladislav Tinchev am Freitag, 28. Mai 2010(CSI: New York 6x23)
Schauspieler in der Episode CSI: New York 6x23
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