Condor 1x01

© oe Turner (Max Irons) ständig so: „What the hell is happening?“ (c) Audience Network
Die Serienschöpfer Todd Katzberg und Jason Smilovic haben sich mit ihrem neuen Projekt viel vorgenommen. In Condor adaptieren sie den legendären Agententhriller „Three Days of the Condor“ von Regisseur Sydney Pollack aus dem Jahre 1973. Der machte - neben anderen Filmen - niemand Geringeren als Robert Redford zum Star. Außerdem spielten eine gewisse Faye Dunaway und ein Herr namens Max von Sydow mit. Redfords Figur wird nun von Max Irons gespielt. Ob der dank dieser Rolle eine ähnlich steile Karriere hinlegt, darf nach dem Piloten zumindest angezweifelt werden.
Große Vorbilder
Der Auftakt gerät zwar nicht unspannend, wirft aber einmal mehr die Frage auf, ob es eine mindestens zehnteilige Auswalzung eines bekannten Sujets gebraucht hätte. Die Grundkonstellation bleibt nämlich bestehen: Junger, unerfahrener Agent gerät mitten hinein in eine weltumspannende Verschwörung sinistrer Kräfte. Während es damals, auf dem Höhepunkt der Ölkrise, noch um die dunklen Machenschaften international operierender Konzerne ging, sind es nun Hacker, Terroristen und Trader, die die Fäden ziehen. Und mittendrin Joe (Irons), ein unbedarfter, idealistischer Analyst.
Die Besetzung von Irons ist dahingehend ein Problem, dass er nicht unbedingt dem typischen Nerd entspricht, den seine Rolle eigentlich vorsieht. Betrachtet man ihn beim morgendlichen Joggen, sieht er bereits aus wie ein auch in Kampftechniken bestens ausgebildeter Spezialagent. Redford nahm man den Erschrockenen damals noch eher ab. In den Nebenrollen kann die Serie allerdings glänzen. Hier sind Brendan Fraser als Oberauftragskiller, William Hurt als undurchsichtiger Geheimdienstchef und Leem Lubany als weibliche Version der von-Sydow-Figur zu finden.
Die Dunaway-Rolle aus dem Film nimmt indes Katherine Cunningham als Kathy Hale ein, die Joe - seit sechs Jahren ohne Freundin - zeitgemäß per Tinder kennenlernt. Mit dieser Figur sollten Smilovic und Katzberg besonders vorsichtig umgehen, könnte man den Handlungsbogen aus dem Film heutzutage doch unmöglich eins zu eins übertragen. Damals verschaffte sich Redford auf der Flucht gewaltsam Zugang zu ihrer Wohnung und hielt sie quasi als Geisel, woraufhin sie sich postwendend in ihn verliebte. Heute würde dies - völlig zu Recht - große Bauchschmerzen verursachen.
Am Ende der Pilotepisode ereignet sich der Überfall auf Joes Arbeitgeber IEP Analytics, den er nur dank einer Zigarettenpause überlebt. Bereits davor gibt es einen Hinweis darauf, dass sein eigener Schwager Sam Barber (Kristoffer Polaha) in die Aktion verwickelt gewesen sein könnte. Er weiß nämlich vom Auftragsmord, unternimmt aber nichts dagegen. Auch die Rolle von Lubanys Auftragsmörderin Gabrielle bleibt am Anfang noch undurchsichtig, lässt sie es sich doch nicht nehmen, mit ihrer Zielperson Joe erst mal in die Kiste zu hüpfen. Wo das alles hinführt, lässt sich bisher schwer vorhersagen - für einen Spionagethriller eigentlich nicht schlecht, oder?
Verfasser: Axel Schmitt am Donnerstag, 7. Juni 2018Condor 1x01 Trailer
(Condor 1x01)
Schauspieler in der Episode Condor 1x01
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